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Mercedes Nightvision

Abenteuerliche Nachtfahrt in den Alpen

Stelvio HR selection Foto: Jeremy Hart 26 Bilder

Zahlreiche Spitzkehren und Begrenzungsmauern prägen die Strecke auf das 2.757 Meter hoch gelegene Stilfser Joch in den Alpen. Hier mit dem Auto hochzufahren ist schon bei Tag ein Erlebnis - eine Nachtfahrt mit dem Nightvision-System von Mercedes ist jedoch ein Abenteuer der besonderen Art.

23.08.2009

Auf halber Höhe des unglaublich kurvenreichen Stilfser Jochs in den italienischen Alpen hat man in einer klaren Sommernacht einen hervorragenden Blick auf den Sternenhimmel. Es gibt kein einziges sichtbares Straßenlicht weit und breit, das die Intensität der tausend Lichter am Firmament trüben könnte. Aber während sich der Nachthimmel hell erleuchtet präsentiert, ist auf den engen Gebirgsstraßen in der Dunkelheit nahezu gar nichts mehr zu erkennen. Ohne das Licht der Scheinwerfer sind die 60 Haarnadelkurven mit dem Auto normalerweise unpassierbar - es sei denn, bei Ihrem Auto handelt es sich um einen aktuellen Mercedes mit Nachtsichtassistent. Wir gingen der Frage nach, ob dessen Technik allein ausreicht um Sie damit sicher auf den Berg zu bringen.

Nightvision in der Mercedes E-Klasse 4:27 Min.

Aktives Infrarot-System in der Mercedes E-Klasse

Aus der Sicht unseres Experiments haben Nachtsichtgeräte seit dem zweiten Weltkrieg eine erfreuliche Entwicklung hingelegt, dienten die ersten Exemplare der US-Army doch ausschließlich zum Aufspüren und anschließenden Auslöschen des Feindes bei kompletter Dunkelheit. Das Mercedes-System greift auf ein so genanntes aktives System zurück, bei dem spezielle Lampen die Straße mit kurzwelligerem und für das Auge unsichtbarem Infrarotlicht aus dem inneren Teil der beiden Hauptscheinwerfer aufhellen. Auch hier sorgt eine infrarotsensitive Kamera für die Erfassung. Sie ist am oberen Teil der Windschutzscheibe befestigt, scannt den gesamten Bereich vor dem Fahrzeug und schickt die Bilder dann an ein kleines LCD-Display im Instrumententräger des Autos.

Die aktuellste Version dieses Nachtsichtgeräts ist in der neuen Mercedes E-Klasse verbaut, heißt Nachtsichtassistent Plus und kann auch vorbeihuschende Fußgänger oder Fahrradfahrer in einem Bereich von bis zu 90 Metern vor dem Auto als Gefahrenquelle erkennen und im Display markieren. Natürlich sind Radfahrer und Fußgänger gegen Mitternacht am Stilfser Joch eher rar - dennoch sollte sich das System auch dazu eignen um kleine Mäuerchen oder andere Straßenbegrenzungen zu erkennen und einen Absturz auf der kurvenreichen Bergstrecke vermeiden.

Soviel zur Theorie. Um dieser nachzugehen und zu beweisen, dass Nightvision durchaus in der Lage ist, die herkömmlichen Scheinwerfer zu ersetzen, werden die Hauptscheinwerfer abgeklebt und nur die Infrarot-Elemente frei gelassen. Dann verabschiedet sich das vor uns fahrende Safety-Car in die Nacht um entgegenkommende Autos auf der Strecke zu warnen. Die roten Heckleuchten, sind noch kurz zu sehen, ein paar Kurven später aber vollständig in der Dunkelheit verschwunden.

Zunächst ist alles schwarz

Zeit loszufahren. Was nach dem Knopfdruck zunächst nach einem schlecht eingestellten, grauen TV-Bildschirm aussieht, soll also unser nächtliches Auge auf dieser wagemutigen Fahrt sein. Da sich das Infrarot-Bild des Nightvision-Systems erst bei einer Geschwindigkeit von etwa 23 km/h einklinkt, benötigt man vollstes Vertrauen in die Technik um zu beschleunigen und einfach mal abzuwarten, was passiert.

Ein paar Sekunden später ist es dann soweit: das System liefert kristallklare Echtzeit-Bilder in das Mercedes-Cockpit. Zwar ist es anfangs eine extrem nervenaufreibende Erfahrung, ein Auto nur anhand von Schwarz-Weiß-Bildern auf einem kleinen Display eine schmale Gebirgsstraße hochzulotsen, aber nach der anfänglichen Überwindung sieht die Sache schon anders aus - mittlerweile trauen wir uns sogar über die 40 km/h-Marke hinaus.

Dann kommen die Haarnadelkurven. Ohne tatsächlich in die Kurve sehen zu können, fällt es schwer, ihren genauen Verlauf auf dem Bildschirm nachzuvollziehen. Die Erinnerungen an die Kurven aus den Übungsfahrten bei Tageslicht helfen da ein wenig und sobald es wieder auf die Gerade geht, zeigt das Nightvision-System wieder erstaunlich klare Bilder vom Straßenverlauf.

Verschiedene Nachtsicht-Assistenten auf dem Markt

Das Mercedes-System ist nicht das erste Nachtsichtgerät, das in einem Pkw zum Einsatz kommt. Die meisten anderen Systeme greifen auf passive Infrarot-Technologie zurück, bei der aufgrund der größeren Wellenlänge der genutzten Strahlung die Erkennbarkeitsentfernung größer ist als beim aktiven System. Theoretisch können passive Systeme also weiter in die Ferne schauen, aktive sollen dafür eine bessere Bilddarstellung und höheren Kontrast bieten. Für die Mercedes-Version wurde darüber hinaus ein noch schnellerer Chip entwickelt, der es dem System ermöglichen soll bis zu einer Geschwindigkeit von 250 km/h fehlerfreie Bilder zu liefern.

Ein weiteres Dutzend Kurven später sind schon die Lichter der Touristenläden erkennbar - ein Zeichen dafür, dass wir es tatsächlich bis auf den Gipfel geschafft haben. Das Gefühl hier oben nur mit Hilfe des Nightvision-Systems angekommen zu sein ist grandios - und zeigt auch wie weit uns die Technologie schon voran gebracht hat. Aber eines ist sicher: nach erfolgreichem Abschluss des Tests kommt das Klebeband wieder ab und die beiden Scheinwerfer leuchten in Kombination mit dem Infrarotsystem wieder im alten Glanz - fast so schön wie die Sterne am Himmel.

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