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Mercedes-Renntransporter

Seit 75 Jahren Silberpfeile im Huckepack

Foto: Mercedes 16 Bilder

Die Silberpfeile von Mercedes-Benz feiern im Jahr 2009 ihr 75-jähriges Jubiläum. 1934 eroberten sie erstmals die Rennpisten der Welt. Den Weg dorthin legten sie aber schon seit jeher auf dem Rücken von Renntransportern zurück.

20.11.2009 Uli Baumann

Den ersten Renntransporter aus dem Hause Mercedes, den Lo 2750 kennzeichneten geschwungene Kotflügel, ein kantiges Fahrerhaus und eine chromblitzende Kühlermaske mit aufgepflanztem Stern.

Seine Typenformel geht auf die Tragfähigkeit zurück: Damals zählte er als Zweidreiviertel-Tonner, was in etwa seiner Nutzlast entspricht. Heute würde man den Lo 2750 nach seinem zulässigen Gesamtgewicht als 6,5-Tonner bezeichnen. Die Silberpfeile wurden auf der hölzernen Pritsche transportiert. Auf den Flanken stand "Mercedes Rennabteilung".

Das "Blaue Wunder" war selbst ein Rennwagen

Deutlich dynamischer ging ab 1955 das "Blaue Wunder" voran, war der neue Renntransporter doch eher verkappter Renn- denn Lastwagen. Rennleiter Alfred Neubauer wollte einen neuen Transporter für seine Silberpfeile haben und beauftragte den Mercedes-Prototypenbau mit dem Bau eines Transporters für besonders eilige Frachten. Einzige Vorgabe: schnell sollte er sein. Aus einem verlängerten Rohrrahmen des Luxus-Coupés 300 S, dem Direkteinspritzer-Motor aus dem Mercedes 300 SL Flügeltürer und Komponenten der Limousine 180 entstand das eigentümliche "Blaue Wunder". 6,75 Meter lang, zwei Meter breit, nicht mal mannshoch und dabei unerhört schnell. Nach dem Rückzug von Mercedes aus dem Rennsport fristete das "Blaue Wunder" als Ausstellungsfahrzeug in den USA sein Dasein, bis 1967 Rudolf Uhlenhaut das Unikat verschrotten lies. Erst Jahrzehnte später wurde das "Blaue Wunder" anhand von alten Bildern und Vorlagen rekonstruiert.

Actros mit 15,9 Liter Hubraum und Wohlfühl-Lounge

Aktuell wird der Renntross von Lkw-Modellen der Actros-Baureihe zu den Pisten gekarrt. Für Vortrieb sorgt ein 15,9 Liter großer V8-Turbodiesel und im Trailer findet sich mehr als nur ein schnöder Platz für die Rennboliden. Vorn im Hals des Aufliegers öffnet sich hinter einer Glastür eine ganz andere Welt: Hier ist der Aufenthalts- und Rückzugsraum für die Rennfahrer, das sogenannte Motorhome. Eine Rundsitzgruppe lädt zum Entspannen ein, im Kühlschrank warten Getränke.

Im Obergeschoss bietet der Trailer des Actros Platz für zwei Rennwagen hintereinander. Sie werden über eine Hebebühne hinein- und hinausbefördert. Im Erdgeschoss ist jede Menge Platz für Werkzeugkästen, zum Teil zur Arbeit in den Boxen der Rennstrecken herausnehmbar in Rollcontainern untergebracht. Die Seitenwand ist klappbar, in außen zugänglichen Staufächern wartet weiteres Material.

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