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Mercedes rüstet sich

Neue Modelle gegen neue Gegner

Mercedes C-Coupé Foto: Christian Schulte 27 Bilder

Zwölf neue Modelle bis 2020, gepaart mit äußerst komplexen Technikinnovationen – Mercedes macht sich fit für eine Zukunft mit ganz neuen Konkurrenten.

04.12.2014 Birgit Priemer

Die Tradition ist eine Verpflichtung, die Zukunft eine noch nie dagewesene Herausforderung. Denn die Fokussierung von Mercedes auf Audi und BMW beim Kampf um die Premiumkrone war gestern: "Wir müssen mit Hochachtung sehen, was Elon Musk mit Tesla gemacht hat", ehrt Daimler-Boss Dieter Zetsche den Chef des amerikanischen Elektroautoherstellers, der auch das Antriebskonzept der B-Klasse Electric Drive für Mercedes entwickelt hat. Der Verkauf der Tesla-Anteile hatte jedenfalls eher einen finanziellen als einen strategischen Hintergrund.

Google als potenzieller Partner

Fest steht: Mercedes scannt extrem wachsam sein Umfeld, sieht in Google "einen potenziellen Partner" (Zetsche) und geht doch selbstbewusst eigene Wege, wenn es um die Anforderungen der Zukunft geht. Der süßen rollenden Google-Knutschkugel setzt die Marke im Januar auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas ein monumentales Statement der Fünfmeter-Plus-Klasse entgegen, das einmal mehr unter Beweis stellen soll, wie weit das Projekt Autonomes Fahren gediehen ist.

Neben solchen Visionen gerät das Kerngeschäft nicht in Vergessenheit: Zwölf neue Modelle ohne Vorgänger hat Entwicklungsvorstand Thomas Weber in diesen Tagen bis 2020 angekündigt. So wird es erstmals ein Cabrio auf Basis der C-Klasse geben. Vorbote ist die geschlossene Version des Zweitürers, die im Dezember nächsten Jahres in den Handel geht. Das Mercedes C-Klasse Coupé tritt künftig deutlich selbstbewusster auf und grenzt sich mit einer scharfkantigen Optik stärker von der Limousine ab. In den Dimensionen legt es spürbar zu – 4,69 Meter Außenlänge bedeuten ein Plus von fast zehn Zentimetern. In der Breite sind es vier Zentimeter, die Höhe geht um einen Zentimeter zurück. Dadurch stehen die neuen Varianten flacher und gedrungener auf der Straße, was natürlich besonders für die AMG-Version ab 2016 gilt.

Technik der C-Klasse

Die Technik-Errungenschaften der Mercedes C-Klasse werden dabei weiter ausgerollt – sowohl für die beiden Zweitürer wie für den GLK-Nachfolger GLC, der gemäß der neuen Nomenklatur künftig seine Familienzugehörigkeit mit einem C als letzten Buchstaben zu erkennen gibt. Auch er legt in der Länge um rund zehn Zentimeter zu und verändert sich optisch weit radikaler als die Zweitürer. Der kantige Look weicht einer rundlichen Linienführung, die stark an die des Audi Q5 erinnert.

Und so, wie man in Ingolstadt an einem coupéartigen Ableger namens Q6 arbeitet, lässt Zetsche ein Mercedes GLC Coupé auflegen. Zudem bekommt auch die SUV-Familie eine Stereokamera, die für eine optimale Überwachung des Vorfelds in einem Bereich von bis zu 500 Metern sorgt. Insgesamt ermöglicht die Kombination aus Radar, Kamera und Ultraschall, die gesamte Umgebung des Autos zu scannen, Fußgänger rechtzeitig zu erkennen und den Wagen an Kreuzungen automatisch abzubremsen, falls sich unerwartet Querverkehr nähert.

Die Informationen des Head-up-Displays werden in die Frontscheibe übertragen, die Distronic Plus kann im Notfall selbsttätig bis zum Stillstand bremsen. Kurzum: Kaum ein anderer Hersteller hat zurzeit mehr Assistenzsysteme im Angebot. Einzig ein Trailer-Assist zum Rangieren von Anhängern, wie ihn VW jetzt beim Passat eingeführt hat, fehlt noch. Dafür startet der GLC bereits kurz nach der Markteinführung im Dezember 2015 als Plug-in-Hybrid, während diese Version der Mercedes C-Klasse ein ganzes Jahr auf sich warten ließ.

Neben der Neuordnung seiner SUV-Palette steht für Mercedes 2015 noch weit Größeres auf dem Programm – die Wiederbelebung des Maybach-Gedankens. Nicht in Form eines neuen Modells, sondern als Submarke, unter der künftig besonders luxuriöse Modelle positioniert werden sollen. Den Anfang macht der extralange S 600, weitere Varianten wie ein Luxusableger des GLE werden folgen.

Mercedes CLA Shooting Brake startet im März 2015

Auch das Angebot auf A-/B-Basis soll wachsen, um den Anforderungen an die CO2-Reduktion zu genügen. Schon im nächsten März startet der Mercedes CLA Shooting Brake, der sich konzeptionell am größeren CLS orientiert – mehr Nutzwert ohne ernsthafte Kombi-Ambitionen, denn eine dynamische Linienführung geht für Designchef Gorden Wagener klar vor maximale Raumausnutzung. Trotzdem wächst das Kofferraumvolumen von 470 auf 495 Liter.

Das Motorenprogramm übernimmt die neue Variante mit der großen, auf Wunsch elektrisch betätigten Heckklappe von der Limousine. Hier wie da stehen also drei Diesel (109, 136 und 170 PS) sowie drei Benziner (122, 156 und 211 PS) zur Wahl. Darüber rangiert noch der CLA 45 AMG mit 360 PS und serienmäßigem Allradantrieb, während die 4Matic ansonsten nur optional zu haben sein wird.

Eins ist klar: Leistung zählt bei Mercedes auch in Zukunft – davon zeugen der neue AMG GT (462 PS) und die schon für März 2015 anstehende S-Variante, die es auf 510 PS bringt. Auf der IAA knüpft dann das S-Klasse Cabrio an die seit 1971 unterbrochene Tradition großer Stoffdach-Viersitzer mit dem Stern an und steigt in die luftigen Höhen eines Bentley Continental GTC oder Rolls-Royce Wraith DHC auf.

B-Klasse kommt 2017 mit neuer Antriebsgeneration

Unterdessen soll ein Facelift die A-Klasse fit für ihre zweite Lebenshälfte machen. Hinter den Kulissen wird allerdings mit Hochdruck an der nächsten Frontantriebsgeneration gearbeitet, als deren erster Vertreter die B-Klasse Ende 2017 an den Start geht – auf Basis der intern MfA2 genannten Technikplattform. Um allen erdenklichen Anforderungen an Konnektivität und Multimedia gerecht zu werden, wird beispielsweise im Bereich des Armaturenbretts Bauraum vorgehalten. Allein die Integration eines vollwertigen Head-up-Displays kostet viel Platz.

Das Antriebskonzept für die Zukunft steht dabei auf drei Säulen: verbrauchsoptimierte Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybride und E-Varianten, die bis dahin induktiv geladen werden könnten. Klingt nach einem vernünftigen Plan, um Google und Co. in Schach zu halten. Zumal Mercedes nicht einfach nur Autos auf den Markt bringt, sondern sich intensiv Gedanken macht, wie Mobilität auch in Zukunft funktionieren könnte.

Mercedes ändert Nomenklatur

Der neue Maybach S 600 ist Auftakt einer Änderung in der Nomenklatur der Modelle und Antriebsbezeichnungen, die ab Anfang 2015 greift: M-Klasse-Fans müssen sich an den Gedanken gewöhnen, dass ihr Liebling fortan die Bezeichnung GLE trägt. Warum? Weil Mercedes mit dem letzten Buchstaben sozusagen die DNA verraten will: GLE auf E-Klasse-Basis, GLA auf A-Plattform, GLS (vormals GL) auf S-Klasse-Technik. Die viertürigen Coupés laufen unter CL plus Kernbaureihe, was im Falle des CLS, der seine Bezeichnung behält, nicht ganz sauber getrennt ist. Schließlich basiert er auf der E- und nicht der S-Klasse. Der SLK wird ab 2016 zum SLC (C-Klasse-Basis), nur G-Modell und SL sollen als Ikonen ihre Typenbezeichnung behalten. Vereinfacht wird die Antriebsbezeichnung – aus Bluetec wird d wie Diesel.

Mercedes lässt Maybach wieder aufleben

Der Maybach ist tot, es lebe der Maybach. Nicht als völlig eigenständiges Modell, sondern als Submarke. Schon ab Februar geht die lange S-Klasse als Mercedes-Maybach S 600 in den Handel, die Weltpremiere feierte er neue Maybach bereits parallel auf den Automessen in Los Angeles und Guangzhou (China). Die XXL-Version der S-Klasse unterscheidet sich durch ein nochmals üppigeres Platzangebot im Fond, denn gegenüber der normalen Limousine ist diese Variante 32 Zentimeter länger, gegenüber der ersten Langversion sind es 20 Zentimeter. Viel Platz zum Räkeln also, zumal es hier im Fond gleich zwei Liegesitze gibt. Die Interieurgestaltung mit Holz und Leder soll dafür sorgen, dass eine heimelige Lounge-Atmosphäre entsteht. Weiteres Unterscheidungsdetail zur normalen S-Klasse: ein kleines Dreiecksfenster hinten. Den Antrieb übernimmt der V12-Biturbo-Motor aus dem S 600, der aus sechs Litern Hubraum 530 PS Leistung und 830 Nm Drehmoment entwickelt.

Mercedes antwortet aufs Google-Auto

Eine gewaltige Flunder, die da in den letzten Tagen als Erlkönig abgeschossen wurde, obwohl sie doch erst am 5. Januar auf der Elektronikmesse in Las Vegas präsentiert werden sollte. Mit dem wohl über fünf Meter langen, von uns Projekt X genannten Showcar will Mercedes zeigen, wie sich der Innenraum ändert, wenn Autos künftig autonom fahren können.

Runde Sache

Google und Co. verdienen Respekt, doch wie wertvoll Daten sind, haben auch die deutschen Autohersteller erkannt. Insofern könnte ein Mobilitätskollaps gefährlicher werden als der Angriff der Internet-Giganten. Mercedes stellt sich den Herausforderungen und richtet die Marke für die Zukunft ganz neu aus: Besonders bei der Erforschung des autonomen Fahrens ist die Marke ganz vorne dabei.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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