Die neue Pullman-S-Klasse ist wahrlich ein Riesenschiff - 6.356 Millimeter lang, um genau zu sein. Der Radstand liegt bei 4.315 Millimeter, das sind noch einmal über ein Meter mehr, als in der Langversion der sondergeschützten S-Klasse. Hinzu kommt ein Zwölfzylinder-Biturbo-Triebwerk mit 5.513 ccm Hubraum, einer Leistungsausbeute von 517 PS und 830 Nm Drehmoment.
Im Heckabteil finden vier Passagiere in vis-à-vis angeordneten Sitzen mit Massagefunktion Platz. Sie sind durch eine Trennwand vom vorderen Teil der Limousine abgeschottet. Von der Klimaanlage bis hin zum Infotainment-System mit 19-Zoll-Flachbildschirm und Digital-TV ist hier alles auf High-Tech getrimmt. Darüber hinaus lässt sich die Karosserie pneumatisch um etwa 40 Millimeter anheben, was einen noch bequemeren Zugang ins Passagierabteil ermöglichen soll.
Und der Pullman wäre keine standesgemäße Staatskarosse, würde er seine Insassen nicht vor terroristischen Angriffen der heftigsten Art schützen. Der Höchstschutz B6/B7 ist die geprüfte Widerstandsklasse, die sogar Gewehrprojektile und Handgranatensplitter vor dem Eindringen in das Passagierabteil abhalten soll. Zudem hat der S 600 Pullman Guard Reifen mit Notlaufeigenschaften, einen selbstdichtenden Tank und eine Feuerlöschanlage mit an Bord.
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Die Pullman-TraditionAls Pullman-Versionen wurden ursprünglich Reisezugwagen mit luxuriöser Großraumeinrichtung bezeichnet, die von der amerikanischen Pullman Palace Car Company gefertigt wurden. Bereits das erste Mercedes-Benz Automobil, das 1928 ab Werk zum Sonderschutz-Fahrzeug aufgebaut wurde, war eine lange Pullman-Version des Typs 460 Nürburg (W 08). Ihm folgten der 770 K, der unter anderem dem japanischen Kaiser Hirohito standesgemäßen Schutz bot. Schließlich übernahm der legendäre Mercedes-Benz 600 für annähernd dreißig Jahre die Rolle als Staatskarosse. Weitere sondergeschützte Pullman-Ausführungen des Mercedes-Benz S-Guard folgten ihren berühmten Vorläufern.
Schutzversionen gibt es aber auch für andere Mercedes-Baureihen: Auch die E- und G-Klasse gibt es ab Werk als gepanzerte Versionen (siehe Tabelle unten). Trotz aller Schutzmaßnahmen und der Zusatzrüstung an Türen, Rückwand, Seitenteilen, Fahrzeughimmel und Stirnwand sollen die Mercedes-Benz Guard-Modelle aber fahrdynamisch ihren Serienversionen in nichts nachstehen.
Aktuelle Mercedes Guard-Versionen im Überblick
| Fahrzeug | Schutzumfang | Motor | PS | Nm | km/h* |
|---|---|---|---|---|---|
| E 320 CDI | Hochschutz (B4) | V6 | 224 | 540 | 240 |
| E 350 | Hochschutz (B4) | V6 | 272 | 350 | 240 |
| E 500 | Hochschutz (B4) | V8 | 388 | 530 | 240 |
| S 420 CDI | Höchstschutz (B6/B7) | V8 | 320 | 730 | 210 |
| S 600 | Höchstschutz (B6/B7) | V12 | 517 | 830 | 210 |
| S 600 Pullman | Höchstschutz (B6/B7) | V12 | 517 | 830 | k.A. |
| G 500 | Höchstschutz (B6) | V8 | 388 | 530 | 160 |
| G 500 | Höchstschutz (B7) | V8 | 388 | 530 | 160 |
* begrenzt wegen Bereifung, Stand: September 2008
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