Jetzt kostenlos herunterladen

In unserer neuen auto motor und sport BOXX stellen wir die besten Tests, Reportagen und Hintergründe zu Sammlungen vor.

Völlig neu aufbereitet mit großen Bilder, tollen Videos, ausführlichen Daten. Ohne Werbung.

Probieren Sie es gleich aus!

Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mitfahrt in der neuen Mercedes S-Klasse (2017)

Assistenzsysteme - neue Limousine fährt fast allein

Mercedes S-Klasse Erlkönig Foto: Stefan Baldauf 52 Bilder

2013 hatte Mercedes die neue S-Klasse mit einer großen Gala im Airbus-Auslieferungszentrum im Hamburg enthüllt. Nun steht das Facelift der Baureihe W222 an, das im Herbst 2017 auf den Markt kommen wird.

22.03.2017 Holger Wittich, Patrick Lang 6 Kommentare

Mit dem für das Frühjahr 2017 vorgesehenen Facelift, nimmt die S-Klasse von Mercedes wieder Abstand zur E-Klasse. Das liegt natürlich nicht nur an einigen Design-Auffrischungen, sondern vor allem an der Technologie. Wir durften im Prototyp der neuen S-Klasse mitfahren und uns selbst ein Bild vom Stern-Flaggschiff machen.

Der Luxusliner verarbeitet in seinen intelligenten Assistenzsystemen neben dem Sensoren-Input jetzt auch das Kartenmaterial aus dem Navigationssystem. Das bedeutet, dass die S-Klasse nun "weiß", wann eine Kurve kommt und welchen Radius diese hat. Ist das Distronic-System (aktiver Abstandsregler) aktiv, orientiert sich die Geschwindigkeit beim Abbiegen dann nicht am Vordermann, sondern an der Kurve selbst. Wobei nochmals nach Fahrmodus unterschieden wird. Ist der Fahrer im Sport-Modus unterwegs, geht es etwas flotter um die Biegung.

Mercedes S-Klasse fährt vorausschauend

Für einen Radius von bis zu acht Kilometern hinterlegt das System Datenmaterial im Arbeitsspeicher und übernimmt Geschwindigkeitsanpassungen vor und nach dem Abbiegen oder in einem Kreisverkehr (hier muss übrigens selbst gelenkt werden). Das Betätigen des Blinkers reicht als Impuls des Fahrers. Die Pedale werden damit künftig nur noch sehr langsam abgenutzt, denn gebraucht werden sie nur noch selten. Auf der 52-Kilometer-Testrunde im Prototyp ging es durch Ortschaften, Baustellen, über Autobahnen und Landstraßen. Insgesamt wurden die Pedale auf der Fahrt weniger als zehnmal berührt.

Die Hardware der Assistenzsysteme ist die selbe, wie in der aktuellen E-Klasse. Neu sind die Algorithmen, mit denen das System die unterschiedlichen Informationsquellen verarbeitet und zusammenbringt. Eine abwärtskompatible Update-Lösung für ältere Modelle wird es dennoch nicht geben. Ab der kommenden S-Klasse werden die Assistenzsysteme nach und nach auch in weiteren Baureihen Verwendung finden, wenn diese ihre Facelifts erhalten.

Mercedes S-Klasse ErlkönigFoto: Stefan Baldauf
Ob die Bezeichnung "Arbeitsplatz" hier noch zutrifft? Schließlich arbeitet das Auto ja ziemlich viel von selbst.

Das Auto mit dem Blinker steuern

Auf der Autobahn genügt nun ebenfalls die Blinkerbetätigung; den Spurwechsel übernimmt dann das Auto, sofern die angepeilte Spur frei ist. Wenn dort andere Autos im Weg sind, merkt sich die S-Klasse den Befehl für 10 Sekunden und wechselt, sobald sie ausreichenden Freiraum registriert. Andernfalls muss der Fahrer den Vorgang erneut via Blinker starten. Den Vortrieb regelt die S-Klasse ganz nebenbei natürlich auch noch, und zwar im Bereich von 0 bis 210 km/h. Nettes Detail: Bei Ortsschildern bremst das Auto so ab, dass genau auf Höhe des Schildes 50 km/h auf dem Tacho stehen. Am Ortsausgang wird schon kurz vor dem Schild hochbeschleunigt. Übernehmen kann der Fahrer jedoch jederzeit selbst.

Lebenszeichen sollte er ohnehin von sich geben, sonst endet die Fahrt mitten auf der Strecke. Ein Lenkimpuls, ein Streichen über die Touch-sensitiven Tasten am neugestalteten Lenkrad oder die Betätigung der Pedale gilt für das Distronic-System als ein solcher Impuls. Andernfalls warnt die S-Klasse zunächst optisch im Display, dann akustisch. Greift der Fahrer nicht ein, bremst der Benz bis zum Stillstand und setzt automatisch einen Notruf ab. Bei Tempo 60 abwärts wird zudem die Warnblinkanlage aktiviert.

Ein wacher Geist ist gefragt

Die neue Mercedes S-Klasse kann also vieles ganz allein erledigen. Das Nickerchen am Steuer bleibt trotzdem noch ein Tagtraum. Erstens, weil der Fahrer nach wie vor die Hauptverantwortung der Straßenverkehrs-Teilnahme trägt und zweitens, weil es immer noch Situationen gibt, die einen menschlichen Eingriff erfordern. Ein Beispiel: Sie fahren auf eine Ampelkreuzung zu, Ihre Ampel zeigt rot, aber Sie sind der erste in der Schlange. Dann müssen Sie manuell abbremsen, denn die Ampelstellung erkennt selbst die Mercedes S-Klasse noch nicht.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Facelift Mercedes S-Klasse bekommt neues LED-Licht

Das Design des Luxusliners wird marginal modifiziert. Die größte Änderung zeigt sich an der Front. Dort prangen die neu gestalteten Scheinwerfer, die mit drei LED-Streifen daher kommen.

Erlkönig Mercedes S-Klasse FaceliftFoto: Stefan Baldauf
Trotz der Tarnung sind die neuen Scheinwerfer-LED-Elemente gut zu erkennen.

Außerdem wird die neue Mercedes S-Klasse die neueste Generation der Multibeam-LED-Scheinwerfer tragen. Dieses System erlaubt es dem Fahrer, permanent mit Fernlicht zu fahren – je nach Verkehrssituation werden einzelne LED-Einheiten abgeschaltet, um zum Beispiel den Gegenverkehr nicht zu blenden. Des Weiteren werden über das System Fußgänger am Straßenrand oder Tiere besonders hervorgehoben. Modifiziert werden bei der Modellpflege auch die Stoßfänger vorne und hinten.

Gestensteuerung wie beim 7er

Während sich das Äußere des Mercedes S-Klasse im Zuge des Facelifts kaum ändert, legen die Mercedes-Ingenieure und -Designer im Innenraum kräftiger Hand an. Das große Display wird ein wenig größer ausfallen, der Rahmen entfällt. Außerdem dürfen die Insassen in Zukunft per Gestensteuerung die Features zum Beispiel des Infotainmentsystems bedienen können. Neu gestaltet wird auch das Touchpad auf der Mittelkonsole. Hier reagiert man auf ein entsprechendes System in der neue 7er-Reihe von BMW.

Mercedes S-Klasse ErlkönigFoto: Daimler
Blick ins neue Cockpit.

Neben kleineren Änderungen bei den Designs und womöglich der Sitze, greift der Fahrer in der neuen S-Klasse in ein dreispeichiges Lenkrad, wie es schon vom S-Klasse Coupé bekannt ist. Offensichtlich hat die Zwei-Speichen-Version der aktuellen S-Klasse ausgedient. Auch die Motorrange der Mercedes S-Klasse wird beim Facelift überarbeitet. Neu im Luxusliner ist der Reihensechszylinder-Diesel mit Biturboaufladung und 340 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 700 Nm.

Neue Sechszylinder mit elektrischem Zusatzverdichter für die Mercedes S-Klasse

Ebenfalls neu sind die Reihensechszylinder-Benziner, die neben herkömmlicher Turboaufladung auch mit einem integrierten Startergenerator sowie einem elektrisch angetriebenen Verdichter kommen. Erstmals wird das 48-Volt-Bordnetz eingeführt und Starter-Generatoren ersetzen die konventionelle Lichtmaschine und den Anlasser. Mercedes verspricht für die Benziner 408 PS und 500 Nm Drehmoment. Der Dreiliter-Reihensechszylinder-Diesel kommt in zwei Varianten mit 313 PS und 286 PS.

Die anderen Aggregate legen bei der Leistung zu und nehmen in Sachen Verbrauch und CO2-Emissionen ab. Für den Kraftschluss sorgt die Neungang-Automatik, die jedoch schon vor dem Facelift Einzug in die neue S-Klasse halten wird. Aufgefrischt wird auch der Hybridantrieb im S 500e. Hier ersetzt ein Reihensechszylinder mit 3,0 Liter Hubraum den bisherigen V-Motor. Eventuell kommt sogar ein Vierzylinder in Frage. Der neue Verbrenner wird mit einem leistungsstärkeren Elektromotor und der Neungang-Automatik kombiniert. Mehr leisten soll auch die Batterie der neuesten Generation. Auch in Sachen Ladeleistung legt Daimler nach. Hier soll das S-Klasse-Hybridmodell optional auch per Induktion mit bis zu 3,6 kW geladen werden können. Daimler setzt dabei auf Technologie von Entwicklungspartner Qualcomm.

Abgeleitet vom Maybach S650 Cabrio könnte auch die Maybach-Limousine zum 650er mit dem 630-PS-V12 geadelt werden.

Assistenzsysteme können mehr

Die neue Mercedes S-Klasse wird auch mit einem stark erweiterten Funktionsumfang der Fahrassistenz-Systeme an den Start gehen. Ausgestattet mit verbesserten Kamera- und Radarsystemen kann die neue S-Klasse künftig bis zu 250 Meter vorausschauen und das Verkehrsumfeld deutlich besser überwachen. Zu den neuen Funktionen zählen unter anderem ein aktiver Abstands-Assistent und ein aktiver Lenk-Assistent. Bei Kurven, Kreisverkehren oder Kreuzungen wird automatisch die Geschwindigkeit angepasst. Gesteuert wird das System per Kamera- und Navigationsdaten. Der Abstands-Assistent arbeitet im Tempobereich von 0 bis maximal 210 km/h und hält dabei nicht nur den Abstand zum Vorausfahrenden, sondern fährt auch abseits der Autobahn jetzt deutlich öfter automatisiert.

Mercedes S-Klasse ErlkönigFoto: Daimler
Die neue S-Klasse kann auf Knopfdruck überholen.

Zusätzlich wird der aktive Spurwechsel-Assistenten überarbeitet. Künftig reicht ein Antippen des Blinkerhebels, um die S-Klasse zum Spurwechsel zu animieren, wenn die Nebenspur frei ist.

Anzeige
Mercedes S 400 Hybrid, Frontansicht Mercedes-Benz S-Klasse ab 862 € im Monat Sixt Neuwagen: Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Mercedes S-Klasse Mercedes Bei Kauf bis zu 13,00% Rabatt Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Neuester Kommentar

Die S-Klasse verkauft sich so gut und viel wie Audi A8, BMW 7er und Panamera zusammen. Mit dem Facelift und vor allem den neuen Reihenmotoren wird der Abstand gewahrt und evtl. noch größer, nachdem der neue 7er floppt und der Audi A8 erst Ende 2017 kommt

alexanderhaydn 18. März 2017, 18:41 Uhr
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden