Der Neue zitiert den Alten. Verbeugt sich auf unauffällige Weise vor ihm. Die kleinen Luftschlitze links und rechts, vorn am Kotflügel dezent im navarraroten Flankenschutz eingelassen, spiegeln wie ein Genmerkmal die charakteristischen Kiemen der Sportwagen-Legende wider.
Das Langzeittauto: Mercedes R 129
Der Neue ist, kaum zu glauben, seit seinem Debüt auf dem Genfer Salon 1989 auch schon 20 Jahre alt. Gefühlt wirkt er weit jünger, als es ein 300 SL Roadster 1977 je war. Beim Thema Unterhalt und Instandsetzung schlägt die große STunde des neuen Mercedes SL, ein zahm motorisierter R 129 stellt nicht mehr Ansprüche als ein Mercedes 300 E. Rost findet beim ersten Roadster aus Bremen nicht statt. Und die Elektronik mit ihren zahlreichen Steuergeräten nimmt allenfalls lange Standzeiten übel.
Es gibt nur einen echten SL - Das Urmodell
Trotzdem, beim 1989er SL prickelt nichts, keine Gänsehaut. 10.000 Euro kostet heute ein passabler 300 SL, so viel in Euro wie damals der Ur-SL-Roadster im Tal der Tränen. Anders dagegen der Mercedes 300 SL Roadster von 1957: Ein Dreh mit dem Zündschlüssel entfesselt jenes dumpfe Fauchen, das zwei kurze Gasstöße zu einem ruhigen sonoren Leerlauf disziplinieren. Es gibt eben nur einen wirklichen 300 SL. Pardon zwei, den Flügeltürer und den Roadster.
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