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Mercedes SLK 55 AMG auf der Route 66

V8 in Teilzeitarbeit

Mit dem Mercedes SLK auf der Route 66 Foto: press-inform 40 Bilder

Mit dem Mercedes SLK 55 AMG geht es mit offenem Verdeck 4.000 Kilometer durch acht Bundesstaaten und drei Zeitzonen - auf der bekanntesten Straße der Welt.

03.11.2011 Stefan Grundhoff

Die Schlacht um das automobile Amerika wurde 1953 entschieden. Als das erste Highway-Teilstück zwischen Tulsa und Oklahoma City aufmachte, war es um die lebendige Route 66 geschehen. Bis heute ist die historische Traumstrecke von Chicago bis nach Santa Monica die bekannteste Straße der Welt.

Wie könnte es anders sein, ist man auf der Route 66 standesgemäß mit einem Achtzylinder unterwegs. Doch auch auf der Mutter aller Straßen haben sich die Zeiten geändert. V8-Power ist auch heute noch selbstverständlich; aber bitte zeitgemäßer denn je. Der Mercedes SLK 55 AMG ist genau das richtige Auto für die knapp 4.000 Kilometer lange Strecke, die Eindrücke aus dem Herzen der amerikanischen Nation bietet, wie kein anderer Weg vom Osten in den Westen des Flächenstaates. Der Mercedes SLK 55 AMG ist für die erwartet sonnenreiche Langdistanz ideal, weil sich selbst im Herbst große Teile der Route von Chicago nach Santa Monica mit offenem Dach zurücklegen lassen. Morgens kann es dagegen schon einmal empfindlich kalt werden. Schnee und Temperaturen von unter 0 Grad Celsius sind keine Seltenheit, während es tagsüber leicht über 30 Grad heiß sein kann.

8,4 Liter Normverbrauch mit dem Mercedes SLK 55 AMG

Wie es sich für eine Coast-to-Coast-Tour gehört, gibt es im stärksten aller SLK-Modelle nicht nur edles Leder und einen bulligen Auftritt, sondern auch acht Zylinder. Der 5,5 Liter große Sauger verzichtet im Gegensatz zu den AMG-63er-Modellen von E-, S- und CLS-Klasse auf eine doppelte Turboaufladung, will mit seiner Zylinderabschaltung jedoch V8-Power ohne Reue bieten. 422 PS, 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h sind daher insbesondere in den USA weniger interessant als ein in Aussicht gestellter Normverbrauch von 8,4 Litern auf 100 Kilometern.

Auf der 4.000 Kilometer langen Route durch acht Bundesstaaten, drei Zeitzonen, auf Highways und Landstraßen soll der SLK 55 AMG vor seinem Marktstart zeigen, was er kann - und wie zeitgemäß ein Achtzylinder heute ist. Wo könnte man das besser testen, als auf der Route 66?

Es waren harte Jahre für Nancy und Kevin. "Mein Mann hat seinen Job in der Ölindustrie verloren und auch bei mir sah es alles andere als gut aus, als ich vor die Tür gesetzt wurde", erzählt Nancy mit leicht melancholischem Unterton, "da haben wir uns entschieden, Michigan zu verlassen und uns den Traum von einem Motel auf der Route 66 zu erfüllen." Das Blue Swallow Motel in Tucumcari / New Mexiko hat eine bewegte Geschichte. Im Jahre 1939, zu Hochzeiten der Route 66, wurde es wie hunderte anderer Herbergen an der Straße erbaut; von W.A. Huggins. Bis in die 60er Jahre war es eines der beliebtesten Motels auf der nicht enden wollenden Straße von Ost nach West. Dann kam die Interstate Nummer 40, die nur ein paar hundert Meter südlich am Ort vorbeiläuft. Tucumcari und das Blue Swallow Motel wurden ebenso von ihrer Lebensader abgetrennt, wie unzählige andere Orte. Bard, San Jon, Montoya, Newkirk oder Cuervo sind nur einige davon. "Wir haben aktuell zwölf Zimmer. Einfach eingerichtet mit WLan, Dusche, TV und allem, was man so braucht", erzählt Nancy, als sie die Tür von Apartment Nummer fünf öffnet.

Auf Route 66 fast nur noch Touristen unterwegs

Das Auto parkt der Übernachtungsgast direkt vor dem Zimmer oder in der Garage daneben. So waren die Motels entlang der Route 66. Die Zimmer kosten heute 59,99 Dollar mit einem, 69,99 Dollar mit zwei Betten. Nancy: "Die meisten unserer Gäste kommen nicht aus den USA; dafür aus England, Australien, Deutschland oder Schweden. Viele bleiben nur eine Nacht. Doch vielen gefällt es bei uns und sie hängen eine zweite Nacht dran. Es werden immer mehr." Geöffnet: 365 Tage im Jahr, denn die Route 66 schläft nie - so tot sie bisweilen auch scheinen mag.

Tucumcari, in dem das von sehenswerten Neonröhren bei Nacht sanft illuminierte Blue Swallow Motel ebenso liegt wie ein paar Meter weiter das alt ehrwürdige Palomino Motel, hat ebenso wie fast alle Orte entlang der Route 66 auf den ersten Blick nicht viel zu bieten. Bei genauerem Hinsehen sieht das anders aus. Wer die Route 66 zurücklegt, sollte sich etwas mehr Zeit nehmen und hinter die so unterschiedlichen Kulissen dieser einzigartigen Straße schauen. Die Lebensader hat mehr zu bieten, als zerklüfteten Asphalt, verwahrloste Tankstellen und Motels, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Nachdem die Route 66 Ende der 50er Jahre ihrem Untergang durch die parallel gebauten Interstate-Autobahnen (I-55, I-44, I-40 und I-15) entgegensteuerte und spätestens in den 80ern drohte, in den ewigen Jagdgründen zu verschwinden, so fährt die Historic Route 66 seit ein paar Jahren wieder langsam bergauf. Dabei geht es nicht um die Handvoll geschlossener Tankstellen, die zu touristischen Zwecken als Fotospots auf Vordermann gebracht worden sind. Über und über mit Route-66-Devotionalien überdeckt, sind sie ein zweifelhaftes Zeugnis einer bewegten Zeit, in der Amerika mit V8-Power aus Pontiacs, Chevrolets, Cadillacs und Fords einer neuen Zukunft entgegen brabbelte.

Mercedes SLK 55 AMG arbeitet regelmäßig in Teilzeit

Heute ist es ein 422 PS starker Spaßroadster, der sich auf der Route 66 als besonders genügsam präsentiert. Selbst flottes Tempo am Rande des Erlaubten und ein regelmäßig geöffnetes Dach bringen den Durst nicht über die Neun-Liter-Marke. Ein kleines Infos-Display gibt technologisches Zeugnis davon ab, dass sich der Achtzylinder-Sauger regelmäßig in die Teilzeit-Arbeit verabschiedet. Vier statt acht Brennkammer reichen auf den langen Landstraßenpassagen weitgehend aus. Das gilt auch für die endlosen Steppenstrecken im westlichen Teil der Route. Kurz vorher vielleicht noch ein Besuch in Carthage, in einem der letzten geöffneten Autokinos, oder Stippvisiten in verschiedenen Route-66-Ausstellungen oder dem ein oder anderen Indianerreservat. Auf dem Straßenbelag prangt immer wieder das überdimensionale Route-66-Signet und es fliegen wie von Geisterhand beschleunigt verlassene Motels, Tankstellen und Restaurationen vorbei. Nicht nur Fleischliebhaber zählen mit Heißhunger die letzten texanischen Meilen bis nach Amarillo. Kaum zu glauben, dass in dem Steakhaus "The Big Texan" die größten Steaks über zwei Kilogramm auf die Waage bringen und aus dem betagten Boxensystem tatsächlich Tony Christie seine Amarillo-Hymne schmettert.

Wenn man den heruntergekommenen Ort Adrian, den offiziellen Mittelpunkt der Strecke, hinter sich gelassen hat, wird das Land noch weiter, als es vorher ohnehin schon war. Es geht vorbei an Ortschaften, die in den letzten Dekaden kaum Leben in sich trugen. Verlassen von seinen Einwohnern zeigen Dutzende geschlossener Tankstellen, dass die Gallone Kraftstoff hier an der amerikanischen Lebensader einmal weniger als 40 Cent kostete und Diesel ein Fremdwort war.

Mit voller V8-Power über die Passstraßen

Fast alles - aber eben nicht alles - entlang der Route 66 hat mit Autos zu tun. Ein frühabendlicher Abstecher zum Meteoritenkrater hinter Winslow in der Wüste von New Mexiko bietet nicht nur eine Rückschau auf 50.000 Jahre Erdgeschichte, sondern auch einen grandiosen Blick in die Umgebung. Bei gutem Wetter kann man von hier in nördlicher Richtung die Berglandschaften von Arizona sehen. Ein paar Stunden Fahrzeit später kann man den Mercedes SLK 55 AMG auf den Passstraßen Richtung Oatman, am Ausgang der Mojave-Wüste, einmal ganz anders genießen. Mit voller V8-Power und brabbelnden Saugersound geht es über den Sitgreaves Pass. Kurz danach kann man im allzu touristischen Oatman zwischen frei laufenden Eseln in die Goldgräberzeit eintauchen. Spätestens hier steht fest: keine andere Straße in der westlichen Welt hat derart viele Eindrücke zu bieten.

An der Pazifikküste in Santa Monica, nach rund 47 Stunden realer Fahrzeit und mit beeindruckenden Eindrücken im Gepäck, zeigt sich, dass der Mercedes SLK 55 AMG genau das richtige Auto für die Mutter aller Straßen war. Sonne, Schnee, Regen, Temperaturen von plus 35 bis minus 3,5 Grad Celsius, ein meist offenes Verdeck und ein flotter Galopp zeigen, wie effizient die Route 66 heute mit acht Zylindern zu bewältigen ist. Unter dem Strich zeigt der Bordcomputer 8,7 Liter. Durchschnittlich war der offene AMG-Zweisitzer dabei mehr als 60 Prozent der Fahrzeit im Teillastbetrieb mit vier Zylindern unterwegs.

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