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Mercedes SLR Stirling Moss: Purismus-Renner mit 650 PS

650 PS aus acht Zylindern, eine Leichtbau-Karosserie aus Karbon und die Garantie auf Sturmfrisuren: Der Mercedes SLR Stirling Moss bildet den Abschluss der SLR-Baureihe. Start des puristischen, 892.500 Euro teuren Roadsters ist im Juni 2009.

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Namensgeber für das letzte SLR-Modell ist die lebende Rennfahrerlegende Stirling Moss. Der Brite bestritt in den 1950er Jahren mit dem legendären SLR zahlreiche Rennen und siegte unter anderem bei der Targa Florio und der Mille Miglia im Jahr 1955. Bis heute hält Sir Stirling Moss den Rekord für die Wettfahrt von Brescia nach Rom und zurück: Er bewältigte die 1.600 Kilometer in zehn Stunden, sieben Minuten und 48 Sekunden, was einem Stundenmittel von knapp 158 km/h entspricht - auf öffentlichen Straßen wohlgemerkt. Der Schlüssel zum Sieg war neben dem pfeilschnellen Mercedes 300 SLR auch eine neue Renntechnik, die Moss erstmals einführte: Sein Beifahrer Denis Jenkinson las Moss detaillierte Informationen zum Streckenverlauf vor. Bis heute hat sich das sogenannte Gebetbuch des Beifahrers als vorausschauendes Auge der Rallyepiloten bewährt.

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Reminiszenz an das Überauto der 50er Jahre

Der aktuelle SLR Stirling Moss ist eine Reminiszenz an diese glorreiche Zeit und an das Überauto der Fünfziger Jahre, den 300 SLR. Mit diesem Fahrzeug trugen sich in den 50er Jahren neben Moss auch so namhafte Fahrer wie Karl Kling und Juan Manuel Fangio in die Siegerlisten nahezu aller Rennen ein. Im neuen Extrem-Renner aus dem Hause Mercedes bläst den Insassen heftiger Gegenwind ins Gesicht. Denn der SLR Stirling Moss verzichtet auf Windschutz- und Seitenscheiben. Auch ein Dach sucht man vergebens.

Lediglich zwei Abdeckungen aus Karbon, die sogenannten Tonneau Cover, schützen bei Bedarf gegen Witterungseinflüsse von oben. Der Pilot wird zum Herr des Windes, kann er doch die Intensität des Sturms im Cockpit mit dem Gaspedal variieren. Von der lauen Sommerbrise während der sonntäglichen Flanierfahrt bis hin zum Auge des Orkans bei flottem Autobahn- oder Rennstreckentempo sind alle Facetten atmosphärischer Luftbewegungen abrufbar. Möglich macht dies der von einem Kompressor zwangsbeatmete V8, der den exklusiven Silberpfeil in unter 3,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 katapultieren soll. Tempo 300 soll die Tachonadel nach nur 26 Sekunden anzeigen. Die Höchstgeschwindigkeit beziffert Mercedes nonchalant mit 350 km/h. Damit ist der offene Zweisitzer dreizehn km/h schneller als die geschlossene 722 Edition. Ein Vollvisierhelm dürfte bei diesem Tempo von Vorteil sein, denn lediglich zwei minimalistische Abweiser stellen sich mutig in den Wind.

Keramikbremsen und 200 kg Mindergewicht

A propos Rennstrecke: Abstecher auf selbige dürften im SLR kein Problem darstellen. Denn die Keramikbremsanlage sollte mehrere schnelle Runden ohne Murren verkraften. Nicht zuletzt dank des um rund 200 Kilogramm geringeren Gewichts im Vergleich zum normalen SLR McLaren.

Ein komplett geschlossener Unterboden sowie ein großer Diffusor am Heck sollen den Anpressdruck des Silberpfeils erhöhen. Zusätzlich kann der Pilot die so genannte Airbrake manuell aufstellen, um den Anpressdruck zu erhöhen. Diese stellt sich bei Bremsmanövern oberhalb von 120 km/h automatisch auf und verleiht dem SLR Stirling Moss zusätzliche Stabilität.

Die Formensprache erinnert an den legendären Rennsportfahrzeuge der 50er Jahre. Wie die aktuellen SLR und SLR Roadster trägt auch der Stirling Moss die markante, stark gepfeilte Front, die in eine schier endlose Motorhaube mündet. Zwei Hutzen hinter den Insassen fungieren als Überrollbügel. Die schwarz lackierten Lüftungsgitter auf der Motorhaube und an den Seiten greifen das Design des Urahn aus den 50ern ebenfalls auf. Standesgemäß geben nach vorn öffnende Flügeltüren den Zutritt zum exklusiven Windpark frei. Das Interieur aus Karbon, Aluminium und Leder bleibt dabei auf das Wesentliche beschränkt.

Bereits nahezu ausverkauft

Die Rennsportlegende Stirling Moss fährt übrigens bei jeder Ausfahrt im SLR mit: Alle 75 Exemplare tragen eine Aluminiumtafel mit der Signatur des schnellen Mannes aus London im Cockpit. Um die Exklusivität des SLR Stirling Moss noch weiter zu erhöhen, bleibt die rare Anzahl an Fahrzeugen im Übrigen nur treuesten SLR-Kunden vorbehalten. Trotz des saftigen Preises von 892.500 Euro sind bereits jetzt nahezu alle Fahrzeuge verkauft. Die Produktion des in Zusammenarbeit mit McLaren gefertigten Modells beginnt im Juni 2009. Im Dezember kommenden Jahres endet dann mit dem letzten produzierten Fahrzeug die Ära SLR. Vorerst.

Autor: Manuel Dohr
Misthaufen | 21.12.2008, 23:20 Uhr

@christian: ja sicher, du würdest dein geld natürlich spenden! klar! WER NICHT! lebenlang hart schuften, dann spenden! wach mal auf!

D | 21.12.2008, 18:33 Uhr

In der Tat, welch qualifizierte Kommentare über den Sinn und Zweck dieser Fahrzeuge. Kauft weiter Eure China-Importe beim Discounter und glaubt der Propaganda der Bildzeitung...

mathias | 20.12.2008, 21:14 Uhr

Dass die Beiträge in einem Aufruf zum Verbot von Reichtum gipfeln, war ja abzusehen. Franklin D. Roosevelt hat in einer der heutigen nicht unähnlichen Situation, den Spitzensteuersatz auf über 70% angehoben. Das hatte die Reichsten der Reichen beinahe vollständig dezimiert. Zusammen mit andern Reformen schaffte Roosevelt den amerikanischen Mittelstand.

Gut möglich, dass nun mit Barack Obama ähnliche Zeiten anbrechen. Aber selbst dann wird Reichtum nie vollständig dezimiert werden. Und so wird es auch in Zukunft die ein oder andere völlig sinlose Annehmlichkeit geben. Denken wir da an die Kunst, an hochstehendes Handwerk, oder Autos wie dem SLR McLaren Stirling Moss.

Mit den 75 Exemplaren dieses Modells wird das Projekt SLR McLaren zu einem würdigen Abschluss gebracht. Das tut niemandem weh, und doch hat Daimler vielleicht dem ein oder andern solventen Freund der Marke eine Freude gemacht – Kinder werden dieses Modell eines Tages mit grossen Augen im Mercedes-Museum bestaunen.

Christian | 20.12.2008, 13:53 Uhr

Ich frage mich immer wieder warum diese reiche Idioten nicht das Geld für was anderes stiften könnten als sich diese unn¨tzen Autos zu kaufen. Sollte verboten werden soviel Reichtum!

Islandhopper76 | 20.12.2008, 12:26 Uhr

Überflüssiges Automobil. Einen bauen, ab ins Museum damit und sich dann darum kümmern den Flottenverbrauch und CO2-Ausstoss der Daimlere-Konzernmodelle unter Kontrolle zu bringen.

Oder: Anstatt 750.000 Euro lieber gleich zwei Millionen pro Stück, der Kunde, der sich für so einen aufgepumpten Smart Crossblade interessiert, wird den Preis schon zahlen.

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