Mercedes SLS AMG Roadster auf der IAA: Stoff-Mütze statt Flügel-Türen

Mercedes SLS AMG Roadster IAA

Mercedes präsentiert den offenen SLS AMG. 571 PS aus acht Zylindern laden ein zum Cabrio-Spaß. Wenn da nur der Preis nicht wäre. Mindestens 195.160 Euro kostet der SLS AMG Roadster. Marktstart ist im Herbst.

Bestellungen für den SLS AMG Roadster nehmen alles Mercedes-Händler jedoch bereits ab dem 1. Juni gerne entgegen. Dem breiten Publikum wird sich der Mercedes SLS AMG Roadster erstmals zu seiner offiziellen Weltpremiere auf der IAA im September zeigen.

Wandelbar bis 50 km/h, aber ohne Flügeltüren

Da der Mercedes SLS bereits in der Konzeptionsphase als Coupé und als Cabrio ausgelegt war, fallen die Änderungen im Chassisbereich des SLS AMG Cabrio gering aus. Um den Entfall des festen Dachs zu kompensieren, trägt der Mercedes SLS AMG Roadster im Schwellerbereich dickere Bleche und mehr Kammern, die Instrumententafel stützt sich zusätzlich am Windschutzscheibenrahmen und dem Mitteltunnel ab, eine Domstrebe versteift den Hinterbau des offenen Supersportlers. Das Gewicht des Chassis erhöht sich durch diese Maßnahmen nur um zwei auf 243 Kilogramm.

Derart in seinen Grundfesten gefestigt, darf der Mercedes SLS AMG Roadster sein dreilagiges Stoffverdeck auch während der Fahrt bis zu Tempo 50 öffnen und schließen. Die Verwandlung soll elf Sekunden dauern. Das Stoff-Kapperl mit der klassischen Z-Faltung und nahtlos eingespritzter Glasheckscheibe soll robust genug sein, um auch bei der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 317 km/h Haltung zu bewahren. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 soll in 3,8 Sekunden bewältigt sein.

Bei offenem Verdeck kümmert sich ein aufsteckbares Glas-Windschott um Ruhe im Cockpit. Das fest installierte Überrollschutzsystem sitzt auf einem Querträger hinter den Sitzen. Den Raum darunter füllt der Subwoofer des Soundsystems.

Auf den Ah- und Oh-Effekt der nach oben öffnenden Flügeltüren muss der Roadster allerdings konzeptbedingt verzichten. Die Türen des Mercedes SLS AMG Roadsters öffnen konventionell. Die Bügelgriffe sitzen am gewohnten Platz oben hinten in der Tür. Die Seitenscheiben sind rahmenlos ausgeführt.

Neues Fahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern

Als aufpreispflichtiges Extra debütiert im Mercedes SLS AMG Roadster das AMG Ride Control-Sportfahrwerk mit elektronisch geregelten Dämpfern. Der Fahrer kann zwischen "Comfort", "Sport" und "Sport plus" wählen. Zukünftig steht diese Option dann auch für den Flügeltürer zur Wahl.

Neu ist zudem das ebenfalls aufpreispflichtige Multimedia-System "AMG Performance Media". Es versorgt den Fahrer wie in einem Rennwagen mit allen wesentlichen Telemetriedaten wie Quer- und Längsbeschleunigung, zeigt Motordaten sowie Runden- und Sektorzeiten auf Rennstrecken an. Wer unterwegs im Internet surfen möchte, kann sich über einen mobilen Internetzugang freuen, der freilich nur im Stand nutzbar ist.

173 Liter Kofferraumvolumen im SLS Roadster

Das Kofferraumvolumen des Mercedes SLS AMG Roadster bleibt mit 173 Litern im offenen wie geschlossenen Zustand nahezu identisch mit dem des Coupés (176 Liter). Zur Serienausstattung zählen unter anderem AMG-Sportledersitze mit Sitzheizung, ein Glas-Windschott, eine Klimaautomatik sowie das Infotainment-System Comand APS.

Das aus anderen Mercedes-Roadstern bekannte Airscarf sorgt gegen Aufpreis auch im SLS Roadster bei wenig sommerlichen Temperaturen für einen warmen Luftzug am Nacken. Acht Airbags erhöhen die passive Sicherheit an Bord des Supersportlers.

Bekannte Antriebstechnik

Den Raum unter der langen Motorhaube füllt auch im Mercedes SLS AMG Roadster die aus dem Coupé bekannte Antriebstechnik. Der 6,2 Liter-V8-Motor leistet 571 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 650 Nm. Laut Mercedes soll der Roadster 1.660 Kilogramm auf die Waage bringen - 40 Kilo mehr als der Flügeltürer. Mit einem Leistungsgewicht von 2,9 kg/PS reiht er sich in der Riege der Supersportler weit vorne ein.

Im Mittel sollen 13,2 Liter durch die Brennräume des Achtzylinders fließen (CO2: 308 g/km). Der Mercedes SLS AMG Roadster nutzt jede Schubphase, um die Batterie aufzuladen. Beim Beschleunigen wird die Lichtmaschine entkoppelt, wodurch Kraftstoff eingespart werden soll.

Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, 317 km/h Höchstgeschwindigkeit

Geschaltet wird per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe AMG Speedshift mit vier Schaltprogrammen, welches in Transaxle-Bauweise direkt an der angetriebenen Hinterachse sitzt. Zur Wahl stehen der verbrauchsoptimierte "C-Modus", "Sport", "Sport Plus" sowie "Manuell". Je nach Fahrprogramm sorgt die automatische Zwischengas-Funktion für zusätzliche Gänsehaut. Mercedes verspricht Schaltzeiten von 100 Millisekunden. Für die bestmögliche Traktion soll die so genannte Race Start-Funktion in Verbindung mit einer mechanischen Differenzialsperre sorgen.

Das ESP verfügt über drei Stufen. Im so genannten "Sport Handling Mode" lässt es dem Piloten größere Freiräume, ist aber im Fall der Fälle zur Stelle. Wer das ESP gänzlich deaktiviert, sollte seinem Popometer vollauf vertrauen. Der elektronische Rettungsanker schaltet sich erst dann wieder automatisch zu, wenn der Fahrer kräftig auf die Bremse tritt. Die Kontrolle des Antriebsschlupfes erfolgt hingegen in allen drei ESP-Modi in Form von gezielten Bremseingriffen..

In Sachen Höchstgeschwindigkeit liegt der Mercedes SLS AMG Roadster mit abgeregelten 317 km/h gleichauf mit dem Coupé. Beim Preis geht die Schere dann jedoch etwas weiter auseinander. Hier hat der Roadster die lange Nase vorn:  Statt 186.830 Euro für das Coupé werden für den Roadster mindestens 195.160 Euro fällig.

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