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Mercedes

Sportlich in die Zukunft

Foto: Schulte-Nextline 19 Bilder

Mercedes bastelt an einer sportlicheren Strategie, die künftig schon bei einem kleinen Coupé auf A-Klasse-Basis beginnt und über den modifizierten SL bis hin zu einem Flügeltürer reicht.

14.02.2008

Wer bei Mercedes ein Sportabzeichen erwerben will, muss bislang tief in die Tasche greifen: Die Ikone SL gibt es erst ab 85 145 Euro, und wer im SLK flott vorankommen möchte, kommt um die Sechszylinder nicht herum - macht mindestens 41.858 Euro für den SLK 280. Ein Segment, das also eher ein Fall für Besserverdiener der Profiliga als für durchschnittlich bezahlte Amateure ist. Doch die Zeiten ändern sich.

Breitensportler erobern immer mehr die Golfplätze dieser Welt und zeigen wenig Neigung, dort mit den Basisversionen des Hauses Mercedes vorzufahren: Eine A-Klasse schindet auf Parkplätzen vor 18-Loch-Anlagen genauso wenig Eindruck wie vor einem Gestüt mit edlen Rennpferden. Ein Sprintstar wie der Audi S3 oder ein Gipfelstürmer vom Schlage eines BMW 135i schon eher - aber beiden hat Mercedes im Moment nichts entgegenzusetzen.

Neuauflage der A- und B-Klasse

Da trifft es sich gut, dass mit der Neuauflage der A- und B-Klasse ein Paradigmenwechsel ansteht: Die bisherige Sandwichbauweise wird bei der nächsten Generation 2011 wegen ihrer kostenintensiven Produktionsform aufgegeben und durch eine konventionelle Frontantriebsplattform mit quer eingebauten Motoren ersetzt. Die Passagiere erklimmen dann nicht mehr eine hohe Sitzposition, die besonders bei der älteren Klientel bequem ankommt, sondern logieren in engen Sportsitzen nur wenige Zentimeter über dem Fahrbahnboden. Auch vom variablen Raumangebot gilt es sich zu verabschieden.

Den Nachfolger prägt in der Vier-Meter-Klasse eine ganz andere Handschrift: Flach und sportlich zugeschnitten, soll er BMW 1er und Audi A3 nicht einmal auf Augenhöhe begegnen, sondern sogar eine Stufe darunter agieren: Zudem hat Mercedes erkannt, dass sich auch im Segment darunter zunehmend Premiumpreise erzielen lassen und bereitet einen kleinen Sportwagen vor, auf den höchstens Audi ab 2010 mit einem entsprechenden Ableger des neuen A1 auf Basis des VW Polo kontern könnte. Woher die Plattform kommt, darüber machen die Vorstände nach langen Verhandlungen mit VW, Fiat und BMW nur vage Andeutungen.

Kooperationspartner gesucht

Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier: "Wir sind in der Lage, das Segment aus eigener Kraft zu belegen. Aber es ist besonders hart umkämpft, deshalb könnten uns Kooperationspartner im Bereich der Komponenten helfen, hier die Skaleneffekte zu erhöhen. Deswegen führen wir hier weitere Gespräche." Fest steht, dass die Achsen Eigenentwicklungen des Hauses sind. Aber für die Dieselmotoren werden zumindest für Komponenten Kooperationspartner gesucht, während die Benziner mit einem Leistungsspektrum von 122 PS im A 160 bis 204 PS im A 230 von der C-Klasse übernommen werden.

Auch die enge Positionierung von A- und B-Klasse zueinander wird es nicht mehr geben. Insgesamt sechs Varianten bis hin zum Cabrio standen zur Diskussion, vier davon werden künftig zum Portfolio zählen: das Einstiegs-Sportcoupé A-Klasse, der VW Touran-Konkurrent B-Klasse, ein davon abgeleiteter SUV mit Designanklängen an den neuen GLK und als Topmodell ein viertüriges Coupé im Stil des erfolgreichen großen Bruders CLS. So kann auch Otto Normalverbraucher künftig etwas vom Flair der großen weiten Welt schnuppern. Und für ihn wird sich die Angebotsvielfalt unter dem Daimler-Dach noch vergrößern.

Smart plant Viertürer

Denn auch die Marke Smart soll nach all den Irrungen und Wirrungen der Vergangenheit wieder wachsen: Dem zweisitzigen Fortwo wird mit der Nachfolge-Generation ein Viertürer folgen - diesmal nicht auf einer Mitsubishi-Plattform mit Frontmotor, sondern als Viersitzer mit Heckmotor und -antrieb, der auch eine Antwort auf den von VW geplanten Up darstellt.

Mercedes-Produktionschef Rainer Schmückle: "Wir lassen uns von den Erfahrungen der Vergangenheit nicht entmutigen." Gut so, denn auch die Händler fordern schon lange wieder eine weitere Baureihe. Zudem macht der erfolgreiche Feldversuch eines rein elektrobetriebenen Smart noch auf Basis des Vorgängers im Innenstadtbereich von London den Verantwortlichen Mut, mit einer solchen Variante eine Antwort auf die anhaltende CO2-Diskussion zu geben. "Auch den neuen Smart wird es als Elektroauto geben", so die Ankündigung von Daimler-Forschungs- und Entwicklungschef Thomas Weber.

CLC als Lückenbüßer

Dem neuen CLC bleibt da nur die Rolle des Lückenbüßers: Die Produktion des kostengünstigen Einstiegsmodells in die C-Klasse-Welt läuft in diesen Tagen im Werk Brasilien an und übernimmt die Nachfolge des C-Sportcoupés. Wenn aber das A-Klasse-Coupé 2012 an den Start geht, wird diese Variante ersatzlos gestrichen. Bis dahin bedient sich der CLC aus Kostengründen der Technik der früheren C-Klasse, wird aber optisch stark geliftet und mit aktualisierten Motoren ausgerüstet. Der Verkauf startet im Mai zu Preisen ab 28.113 Euro für den CLC 180 K, Spitzenmodell ist der CLC 350 (272 PS). Die beiden Diesel bringen es künftig auf 122 PS (200 CDI) und 170 PS (220 CDI).

Die neue Variante trägt den Grill der aktuellen Avantgarde-Version und bietet ein Infotainmentsystem mit farbigem Bildschirm, DVD- oder Festplattennavigation sowie Multimedia-Interface.

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