Mercedes und McLaren streiten um SLR-Nachfolger
Die Beendigung der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und McLaren beim Bau des Supersportwagens SLR zum Ende kommenden Jahres hat zu einer erheblichen Belastung der Beziehungen beider Unternehmen geführt.
Wie auto motor und sport aus Unternehmenskreisen erfuhr, plant McLaren nun einen eigenen Nachfolger für den Mercedes SLR, was Mercedes-Benz auf jeden Fall unterbinden will. Mercedes-Benz ist derzeit mit 40 Prozent an McLaren beteiligt und plant seit langem eine Mehrheitsübernahme.
Ron Dennis und Königsfamilie von Bahrain wollen eigenen Sportwagen
So forcieren McLaren-Chef Ron Dennis und sein Partner Mansour Ojjeh, die jeweils 15 Prozent halten, sowie die Königsfamilie Bahrains, die mit 30 Prozent an McLaren beteiligt ist, den Plan eines SLR-Nachfolgers. Zwei Prototypen mit Mittelmotorkonzept, die an den Ferrari F 430 erinnern, fahren bereits auf der Teststrecke. Einer der Prototypen ist mit einem Zehnzylinder-Rennmotor bestückt, der in Deutschland gebaut wurde. Mercedes weigert sich jedoch, Motoren bereitzustellen und hat McLaren ultimativ aufgefordert, das Projekt einzustellen. Andernfalls würden die Zahlungen an McLaren gestoppt.
Die Fortsetzung der Sportwagenpläne hat großen Einfluss auf den Verkaufswert des Teams. Ohne das zweite Standbein ist McLaren ein gewöhnlicher Rennstall. Hintergrund des Streits sind die Pläne von Mercedes, die Mehrheit an McLaren zu übernehmen. Dennis fordert für seine Anteile einen Preis, der sich an den 115 Millionen Euro orientiert, die die Königsfamilie Bahrains 2007 für ihren 30-Prozent-Anteil bezahlt hat.

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