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Mercedes

Zetsche definiert Oberklassestrategie neu

Foto: Daimler-Chrysler 10 Bilder

Mercedes plant einen massiven Ausbau der Varianten beim Flaggschiff S-Klasse mit einem Luxus-Cabrio und der Neuauflage des legendären Pullmann. Auch eine Langversion der neuen E-Klasse wird nach Informationen von auto motor und sport gebaut.

01.12.2007

Daimler-Chef Dieter Zetsche will den Nachfolger der aktuellen S-Klasse, der 2012 auf den Markt kommen wird, in erheblich mehr Varianten präsentieren, um Absatz und Erträge zu steigern.

Während die aktuelle S-Klasse nur in drei Varianten verfügbar ist, nämlich mit kurzem und langem Radstand sowie als Coupe unter der Bezeichnung CL, soll ihr Nachfolger nach Informationen von auto motor und sport in bis zu sieben Varianten angeboten werden. Davon verspricht sich Konzernchef Zetsche erhebliche Skaleneffekte und eine gezieltere Kundenansprache. Zudem soll damit eine noch bessere Auslastung des Stammwerks Sindelfingen erzielt werden. Ein Sprecher wollte die Produktpläne nicht kommentieren.

Basis für den Maybach-Nachfolger

Geplant ist neben der Limousine ein Luxus-Cabrio nach Vorbild der Konzeptstudie Ocean Drive, die der Stuttgarter Hersteller auf der Detroit Motor Show im Januar 2007 präsentiert hatte. Konzernchef Zetsche will damit strategisch auf den Erfolg der VW-Luxus Marke Bentley reagieren. Das Modell soll nach internen Planungen jährlich rund 3.000 Mal verkauft werden. Zudem will Mercedes eine S-Klasse mit fast sechs Metern Länge anbieten und damit den historischen Pullmann wiederbeleben. Der Pullmann zielt dabei besonders auf die Märkte in Asien und im Mittleren Osten.

Die neue, lange S-Klasse-Plattform soll auch als technologische Basis für den Maybach-Nachfolger genutzt werden, der wie bisher in einer kurzen und einer langen Version geplant ist. Unklar ist noch, ob die S-Klasse mit kurzem Radstand zum Modellwechsel eingestellt oder als besonders sportliche Coupé-Variante positioniert werden soll – analog zum erfolgreichen E-Klasse Coupé CLS.

Aktuell wird die S-Klasse mit langem Radstand weltweit wesentlich stärker nachgefragt als die kurze Variante: Laut Angaben einer Mercedes-Sprecherin liegt der Absatzanteil der S-Klasse im XL-Format bei 70 Prozent. Endgültige Entscheidungen sollen im Laufe des ersten Halbjahrs 2008 fallen.

Fertigung im chinesischen Mercedes-Werk

Für die Modelloffensive im Luxussegment sprechen auch die weltweiten Absatzzahlen der aktuellen S-Klasse. Bis Ende Oktober verkaufte Mercedes nach Unternehmensangaben weltweit 91.300 Fahrzeuge, das sind mehr als BMW vom Siebener und Audi vom A8 zusammen absetzen konnten. Damit ist die Mercedes S-Klasse schon heute Weltmarktführer in ihrem Segment. Die CL-Klasse erreichte mit 9.200 Auslieferungen in den ersten zehn Monaten des Jahres eine neue Bestmarke.

Neuigkeiten gibt es auch beim Nachfolger der E-Klasse, der 2009 auf den Markt kommen wird: Die neue Limousine wird nicht nur um sieben Zentimeter wachsen, sondern zudem in einer 20 Zentimeter längeren Version auf den Markt kommen. Diese zweite Variante soll im chinesischen Mercedes-Werk nahe Peking gefertigt werden und zunächst nur in China verkauft werden. Ein Export aus dem asiatischen Wachstumsmarkt wird noch diskutiert.

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