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Mercedes-Zukunft

Neue S-Klasse als Schrittmacher

Foto: Schulte-Nextline 21 Bilder

Mercedes erneuert bis 2007 die Palette von der S-Klasse bis hinunter zum Smart Fortwo. Detail-Infos zum neuen Flaggschiff, dem Coupé-Ableger CL, den Facelifts von E-Klasse und SL sowie zum G-Modell-Nachfolger GL.

25.04.2005

Die nächste S-Klasse, 3,3 Zentimeter länger und mit 70 Millimeter mehr Radstand versehen, schlägt stilistisch neue Wege ein: mächtig, statusbewusst, mit breiten Kotflügeln und hohem Heckabschluss à la Maybach.

Das Gute vorweg: Die elektrohydraulische SBC-Bremse, bei der die Druckerzeugung auch für normales Bremsen über einen Druckspeicher erfolgt, kommt nicht zum Einsatz. Mercedes weiß bereits seit zwei Jahren, dass man hier einen technologischen Overkill produziert hat. Die gleichen Funktionen wie Trockenbremsen der Scheiben bei Nässe, Hillhold-Funktion als Anfahrhilfe am Berg und automatisiertes Stop-and-go können künftig von den neuen ESP-Generationen mit verstärkten Pumpen übernommen werden.

Das Sicherheitskonzept Pre-Safe wird dagegen fortgeführt und soll in der zweiten Generation eine Art erweiterter Schutzmantel für die Passagiere darstellen, indem es bei drohender Gefahr vorbeugend reagiert. Das Schließen des Schiebedachs, das Straffen der Gurte und das Fixieren des Fahrers in einer optimalen Sitzposition beherrschte schon das alte System. Nun schließen sich zusätzlich automatisch die Seitenscheiben.

Dadurch soll zum einen das Herausschleudern aus dem Auto verhindert und zum anderen die Wirkung der seitlichen Kopfairbags verbessert werden. Beim optionalen Multikontursitz blasen sich außerdem die Stützpolster in den vorderen Sitzkissen und Rückenlehnen auf.

In Vorbereitung befinden sich zudem ein automatisch ausfahrender Knieschutz, der die Beifahrer-Beine bei einem Aufprall schützt, sowie erweiterte Stützfunktionen der Türinnenverkleidungen und der B-Säulen. Die Entwickler träumen außerdem davon, dass Fahrer und Beifahrer ihre persönlichen Kenndaten wie Größe, Gewicht, Geschlecht, Alter und Krankheiten eingeben können, damit sich zum Beispiel die Airbags individuell aufblasen. Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik.

Zum Verkaufsstart im Herbst 2005 gibt es den Bremsassistent Plus, der mit erweiterter Radartechnik arbeitet. Hier wird bei Aufprallgefahr die nötige Bremskraftunterstützung berechnet, wobei nun auch schon bei einem leichten Tritt aufs Pedal der Bremsdruck optimiert wird. Bislang war ein reflexartiges Treten des Pedals notwendig.

2006 folgt das Nachtsichtgerät Night Vision, das mit zwei Kameras neben dem Innenspiegel sowie Infrarotlampen in den Scheinwerfern arbeitet und Hindernisse bei Nacht erkennt, die der Fahrer nicht sehen kann.

Von der Mercedes-Sicherheitstechnik profitiert dann auch der nachfolgende Verkehr. Statt eines Bremslichtes sendet die S-Klasse bei einer Notbremsung ein auffällig rotes Warnsignal, das vier Mal schneller blinkt als herkömmliches Warnblinklicht. Dadurch soll sich der Anhalteweg des Hinterherfahrenden aus Tempo 100 um mehr als eine Wagenlänge (5,5 Meter) verringern.

Neue V6- und V8-Turbodiesel - Keine F1-Nase für den SL

Im Fahrwerksbereich bleibt Mercedes bei der bewährten Technik: Der Kunde hat die Wahl zwischen Luft- und aktiver Federung (Active Body Control). Beide Systeme sollen in Kombination mit der direkter ausgelegten Lenkung dafür sorgen, dass aus dem Dampfer S-Klasse ein wendiges Motorboot wird.

Den Fahrer entlasten soll ein neues Bedienkonzept inklusive zentralem Dreh-Drücksteller. Den Verkauf des neuen Modells, das in allen Dimensionen wächst, startet Mercedes im September mit den Benzinern S 350 und S 500. Anfang 2006 folgt der 320 CDI, einige Monate später der neue 400 CDI. Das Zwölfzylinder-Topmodell S 600 kommt zusammen mit dem Nachfolger des CL-Coupés erst 2006. Der CL soll erstmals bei der Eröffnung des neuen Mercedes-Museum in Stuttgart-Untertürkheim im Mai 2006 gezeigt werden.

Mit dem Modellwechsel zieht in die S-Klasse auch eine neue Generation von V6- und V8-Dieselmotoren ein. Der Sechszylinder, erstmals im aktuellen C 320 CDI angeboten, hat mit 225 PS immerhin 21 PS mehr als das Vormodell und mit 510 Nm ein eindrucksvolles Drehmoment. Freilich legt der V8 nochmal eine Schippe drauf. Er leistet künftig 314 statt 260 PS, auch das Drehmoment hat kräftig zugelegt und erreicht beim Achtzylinder künftig 730 Nm, 170 Nm mehr als bislang.

Vier Baugruppen sind für den enormen Kraftzuwachs maßgeblich verantwortlich: Das Common-Rail-Einspritzsystem mit bis zu fünf Einspritzungen (zwei Vor-, eine Haupt- und zwei Nacheinspritzungen), modifizierte Zylinderköpfe für einen besseren Ladungswechsel, optimierte Ladeluftkühlung und zwei Garrett-Turbolader mit strömungsgünstiger variabler Turbinen-Geometrie. All diese Maßnahmen sollen außerdem den Verbrauch und die Abgasqualität verbessern. Die Stickoxid-Emissionen, die den Diesel immer wieder in die Kritik bringen, konnten um die Hälfte reduziert werden.

Mit Partikelfilter erfüllen die großen CDI-Motoren die Euro 4-Abgasgrenzwerte ohne Probleme. Für die Rußbeseitigung ist der Filter nicht auf ein Additiv angewiesen, und seine Lebensdauer wird wohl weit mehr als 200.000 Kilometer betragen. Selbst die nächstschärfere Euro 5-Norm ab 2010 soll der aus Aluminium gegossene, 265 Kilogramm schwere V8 in der nächsten Ausbaustufe erfüllen können. Bei beiden Motoren müssten dafür dann Brennraumform und Einspritzelektronik weiter optimiert werden.

Zurück zu den Modellen. 2006, jenes Jahr, zu dessen Ende auch der C-Klasse-Nachfolger erstmals gezeigt wird, steht bei Mercedes zunächst im Zeichen von zwei wichtigen Facelifts: E-Klasse und SL werden überarbeitet. Die wichtigste Botschaft: Die SBC-Bremse wird auch hier aus dem Programm genommen. Die E-Klasse kommt optisch nur in den Genuss kleiner Modifikationen (Kühlergrill mit verstärkten Lamellen, Frontschürze mit dreiteiligem Lufteinlass, neues Rückleuchtenlayout), was bei Mercedes im Rahmen der Modellpflege üblich ist.

Überraschender ist die Tatsache, dass der SL nicht, wie lange geplant, eine neue Front mit Formel 1-Nase bekommt. Stattdessen wird er nur nach klassischem Muster überarbeitet. Trotz eines zurzeit nur dürftigen Verkaufserfolges soll sein Lebenszyklus um zwei Jahre bis 2012 verlängert werden. Dass Mercedes nach den Misserfolgen in der Formel 1 bei den Serienautos damit nicht mehr mit der Rennoptik kokettiert, ist ein Indiz dafür, dass auch der nächste SLK ein anderes Gesicht bekommen wird.

GL-Klasse künftig aus den USA – Smart Fortwo bleibt zweisitzig

Abschied nehmen heißt es 2006 vom guten alten G, der künftig die Bezeichnung GL-Modell trägt und wie M- und R-Klasse im US-Werk Tuscaloosa vom Band läuft. Auch die Tage des Kastenrahmens sind vorbei. Die neue Karosserie ist selbsttragend und soll trotzdem sehr verwindungssteif sein. Das Urgestein der Offroader war auch in puncto Fußgängerschutz längst nicht mehr auf dem Stand der Technik. Der Nachfolger erfüllt mit einer neuen Karosseriestruktur diese Ansprüche.

Gegenüber seinem Bruder M-Klasse (4,78 Meter) misst der GL in der Länge 30 Zentimeter mehr. Die Breite ist mit 1,91 Metern gleich. Den serienmäßig mit Luftfedern bestückten Allradler gibt es für die Fahrt ins schwere Gelände mit zweistufigem Verteilergetriebe sowie manuell oder automatisch zuschaltbaren Mittel- und Hinterachs-Differenzialsperren (100 Prozent).

Optisch wirkt er martialischer als die M-Klasse und bekommt innen einen robusteren Look, wobei der Automatik-Wählhebel auch hier hinter dem Lenkrad angeordnet wird. Für Dampf unter der Haube sorgt AMG: Hier ist wie bei seinen Brüdern der 6,3-Liter-V8-Sauger mit 476 PS geplant.

Nichts für den kleinen Smart Fortwo, der in der Neuauflage ab 2007 die schwer angeschlagene Marke retten soll. Der Cityflitzer bleibt definitiv ein Zweisitzer und bekommt keinen dritten Stuhl dazu, er wächst aber in der Länge um 14 Zentimeter auf 2,64 Meter und wird auch in den USA angeboten. Den Längenzuwachs braucht Smart, um die strengeren Crash-Vorschriften zum Fußgängerschutz zu erfüllen, doch auch das Gepäckabteil profitiert.

Die Kraftübertragung erfolgt wieder auf die Hinterräder, wobei der Dreizylinder mehr Leistung und ein modifiziertes Getriebe bekommt.

Das Konzept der Tridion-Zelle zeigt auch der Nachfolger. Sie wird vor allem im Bereich zwischen Seitenscheibe und Heckfenster viel breiter – auch als Ausdruck der neuen Designphilosophie. Der Smart wirkt längst nicht mehr so verspielt, sondern bekommt Ecken und Kanten. Schluss also mit den runden Schürzen und auch mit dem Styling-Gag des vertikal angeordneten Türgriffs.

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