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Mercedes-Zukunft

Umweltoffensive an allen Fronten

Mercedes SLK Foto: Schulte 15 Bilder

Umweltfloskeln sollen der Vergangenheit angehören: Mercedes senkt mit den Neuauflagen von C-Klasse und der Coupé-Variante konsequent den Verbrauch, bereitet Dreizylinder und Hybride vor und setzt außerdem auf noch mehr Sicherheit.

02.07.2009 Birgit Priemer

Das Auto ist knapp fünf Meter lang und trägt einen Stern auf der Haube. Es rollt lautlos aus
der Garage - in Stuttgart auf dem Killesberg oder in München-Bogenhausen. Der Fahrer wendet den schweren Wagen vor dem Haus und fährt ohne ein Motorengeräusch die rund fünf Kilometer lange Strecke in die Innenstadt. Shoppen, ein paar Dinge erledigen, weiter geht es Richtung Autobahn. Aber erst hinter dem Ortsschild ist es endlich da - das vertraute Brummen eines Diesels des Baumusters OM 651, der die Passagiere einer Mercedes S-Klasse des Jahres 2014 über Hunderte von Kilometern durch das Land trägt.

Rein elektrisches Fahren kommt

Die Vision vom elektrischen Fahren nimmt bei Mercedes immer konkretere Züge an: Der Nachfolger der aktuellen S-Klasse wird so konstruiert, dass ein bis zu 85 kW starkes Hybridmodul mit Lithium-Ionen-Batterie hineinpasst, die bis zu 30 Kilometer elektrisches Fahren ermöglichen soll. Den Anfang macht bereits Ende 2010 die Mercedes E-Klasse, deren Vierzylinder-Diesel mit einem 45 kW starken E-Motor kombiniert wird, der zumindest einige Kilometer Antrieb ohne Unterstützung des Verbrennungsmotors erlauben soll.

Daimler setzt auf Umwelttechnologie

Der Strategiewechsel ist rasant: Nachdem sich Mercedes jahrelang vorhalten lassen musste, bei Dieselpartikelfilter, Benzindirekteinspritzung und Hybridmodellen hinterherzuhinken, lässt Entwicklungsvorstand Thomas Weber in puncto Umwelttechnologie nun kein Feld mehr unbesetzt. Er gründet mit Partner Evonik eine eigene Batteriegesellschaft, um selbst Lithium-Ionen-Zellen fertigen lassen zu können, sucht den Schulterschluss mit dem amerikanischen E-Auto-Spezialisten Tesla und will die Batterietechnologie im Konzern ab 2012 großflächig vom Smart bis zu den Trucks ausrollen.

Auch die Mercedes C-Klasse kommt kurz nach ihrer Überarbeitung Anfang 2011 in den Genuss eines Hybridantriebs, der in Kombination mit dem neuen Vierzylinder-Diesel einen CO2-Ausstoß von 115 g/km ermöglichen soll. Zurzeit liegt er im Mercedes C 220 CDI Blue Efficiency (170 PS) bei 127 g/km.

Dreizylinder-Motoren für die Mercedes C-Klasse

Den Sparkurs unterstützen dann auch eine Start-Stopp-Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung und eine optimierte Aerodynamik. Die Benziner sollen in den Blue-Versionen mit Direkteinspritzung, Leichtlaufreifen und Schaltpunktanzeige im politisch korrekten Korridor von 130 g/km liegen. Verzicht auf Leistung bedeuten diese Maßnahmen nicht: Im Mercedes C 200 CGI stehen 184 PS zur Verfügung, im 250 CGI immerhin 204 PS, Spitzenmodell bleibt der Mercedes C 350 CGI mit 292 PS. Wermit weniger auskommt, kann künftig jedoch auf kleinere Triebwerke zurückgreifen: Mit dem Modellwechsel 2014 plant Mercedes die Einführung von Dreizylindern auch in der C-Klasse. Dabei dürfte es sich um hochaufgeladene 1,4-Liter-Motoren handeln, die rund 150 PS leisten. Genaue Eckdaten fehlen noch, denn zurzeit befindet sich die Marke noch auf der Suche nach einem Kooperationspartner, bei dem diese Motorengeneration eingekauft werden soll.

Mercedes S-Klasse-Automatik erhält acht Stufen

Auch die Automatik ist künftig kein reines Stallgewächs mehr: Hier entsteht in Gemeinschaftsarbeit mit ZF und BMW ein neues Achtstufengetriebe, das erstmals in der Mercedes S-Klasse ab 2012 und dann in allen weiteren Baureihen bis hin zur Mercedes C-Klasse für optimalen Schaltkomfort bei gleichzeitig möglichst wenig Reibungsverlusten sorgen soll - und somit für geringeren Verbrauch.

In Technik wird also weiterhin kräftig investiert, die Zahl der Varianten schrumpft dagegen: Nach dem Wegfall des CLK zugunsten eines E-Klasse-Cabrios und -Coupés beschränkt sich die C-Klasse auf Kombi, zweitüriges Coupé und den Roadster SLK, der erstmals als Selbstzünder im 250 CDI (204 PS) angeboten wird. Ein C-Klasse-Cabrio fällt dagegen der wirtschaftlichen Situation zum Opfer, das Einstiegscoupé CLC auf Basis der alten C-Klasse entfällt zugunsten einer entsprechenden Variante auf der nächsten A-Klasse-Generation.

Für alle Modelle bleibt neben der Umwelt die Sicherheit natürlich eines der beherrschenden Themen, und so gibt die Marke in diesen Tagen mit Bremsbag und aufblasbaren Sicherheitsgurten im Fond einen Ausblick, was in den nächsten fünf Jahren zu erwarten ist.

Auch kamerabasierte Assistenzsysteme halten in der Mittel- und Kompaktklasse Einzug: Die C-Klasse kommt künftig in den Genuss von Hilfsmitteln wie Spurhaltewarner und Fußgängererkennung per Infrarot. Das intelligente Lichtsystem sorgt für eine optimale Ausleuchtung von Landstraßen und Autobahnen, Müdigkeitssensoren ermitteln, ob der Pilot noch optimal in Form ist und warnt gegebenenfalls durch optische und akustische Signale.

Mercedes CL wird zum S-Klasse Coupé

Trotz düsterer Zeiten bleibt also viel Licht im Mercedes-Modellprogramm. Schon im nächsten Jahr wird der CL auf den neuesten Stand der Technik gebracht und in S-Klasse-Coupé umbenannt, auf dem Genfer Auto-Salon debütiert mit etwas Verspätung das E-Klasse-Cabrio, und die R-Klasse erhält ein für Mercedes-Verhältnisse ungewöhnlich umfangreiches Facelift mit komplett neuem Vorderwagen. Damit bekommt die schwer verkäufliche Mischung aus Van und Kombi allerdings ihre letzte Chance. Sollte sich der Absatz nicht positiver entwickeln, wird es keinen Nachfolger mehr geben.

Offroader auf Mercedes A-Klasse-Basis

Kein Grund zur Traurigkeit, denn mit M-Klasse und GL-Klasse ist das schrumpfende Segment der großen SUV dicht besetzt. Und jede nicht verkaufte R-Klasse bringt Mercedes dem Ziel näher, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Deshalb macht es mehr Sinn, einen kleinen Offroader auf Basis der nächsten A-Klasse anzubieten, den GLK ab 2012 mit Hybrid auszurüsten und den Smart als E-Auto auf den Weg zu bringen – ruhige Zeiten also, zumindest, was die Antriebsgeräusche angeht.

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