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Messe eCarTec in München

Verband rechnet mit 4,5 Millionen E-Autos

Zero Motorcycles Zero X, Elektromotorrad, E-Motorrad Foto: Zero Motorcycles 21 Bilder

Die Messe eCarTec rund um das Thema Elektromobilität findet vom 19. bis zum 21.10. in München statt. Während die Bundesregierung das Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 ausgegeben hatte, rechnet der Bundesverband eMobilität in Deutschland sogar mit bis zu 4,5 Millionen E-Autos.

18.10.2010

Nach dem Marktstart der ersten Elektroautos rechnen Experten schon bald mit einer boomenden Nachfrage in Deutschland. Statt des von der Bundesregierung ausgegebenen Ziels von mindestens einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020 dürften es eher 4,5 Millionen werden, sagte der Geschäftsführer des Bundesverband eMobilität, Frank Müller, der Nachrichtenagentur dpa. "Wenn die Fahrzeuge erstmal auf der Straße sind, wird es eine Art Dominoeffekt geben." Anfangs dürfte das Elektroauto dabei vor allem als Zweitwagen für die Stadt gefragt sein.

Elektroautos mit enormem Kostenvorteil

Für die Fahrzeuge sprächen die vergleichsweise günstigen Mobilitätskosten, sagte Müller. "Wir haben bei einem Elektroauto im Schnitt eine Kostengrößenordnung von 2,50 bis 3,00 Euro auf 100 Kilometer. Da wird niemals ein Benzinauto hinkommen." Im Gegenteil: Der Unterschied dürfte noch größer werden, weil der Benzinpreis weiter steigen werde. Bei einem günstigen Diesel lägen diese Kosten bei 6 bis 10 Euro, beim Benziner noch deutlich darüber.
 
Hinzu komme, dass Strecken von weniger als 50 Kilometern Länge einen Großteil der Autofahrten in Deutschland ausmachten. "Im Winter haben Benzin- und Dieselfahrzeuge, da sie auf dieser kurzen Strecke nie richtig warm werden, noch einen deutlich höheren Verbrauch als das, was immer in der Presse kommuniziert wird." Bei Elektroautos gebe es dagegen deutlich weniger Schwankungen, auch wenn der Verbrauch durch das Einschalten der Heizung bei Kälte etwas steige.

E-Autos sollen mit Ökostrom betrieben werden

Die Marktentwicklung muss nach Überzeugung von Müller Hand in Hand gehen mit der Verbreitung erneuerbarer Energien. "Jeder Elektroautobesitzer sollte nach unserer Meinung wirklich zwingend Ökostrom nutzen beziehungsweise seinen eigenen Strom von seiner Photovoltaikanlage", forderte Müller. Die ersten Nutzer befolgten dieses "ungeschriebene Gesetz" auch bereits. Entscheidender Vorteil der Fahrzeuge sei aber vor allem, dass sie nahezu emissionsfrei seien. Anhand des gängigen Strommixes lasse sich zwar ein CO2-Ausstoß von etwa 70 Gramm pro Kilometer für Elektroautos errechnen. "Aber das wichtigste ist doch, dass der urbane Bereich, wo die Menschen leben, ohne Ausstoß von Schadstoffen von den Fahrzeugen ist."
 
Um breitere Erfahrungen mit Elektroautos und der dafür nötigen Infrastruktur zu sammeln, mahnte Müller auch für Deutschland eine Förderung an. In Ländern wie Italien, Frankreich, Holland und Dänemark werde der Marktstart unterstützt, sie dürften einen großen Vorsprung bekommen, wenn Deutschland nicht nachziehe. Deshalb sollte die Politik über eine Förderung für etwa 100.000 Fahrzeuge nachdenken, "um hier auf dem gleichen Level wie unsere europäischen Nachbarländer zu liegen".

Deutsche Autohersteller müssen beim Thema E-Auto aufholen

Aber auch die Autohersteller müssten die Entwicklung mit deutlich größeren Stückzahlen vorantreiben. Sie hätten schon deutlich früher Testmodelle in größerer Zahl in die Spur schicken müssen, sagte Müller. "Hier muss die Industrie stark nachholen, um wirklich auf ein internationales Level zu kommen wie die Japaner, wie die Franzosen, die ab 2011 größere Stückzahlen von Elektroautos produzieren." Hier sieht Müller auch einen Grund für die Zurückhaltung der Bundesregierung beim Thema Förderung: Sie habe vermutlich nicht wieder wie im Falle der Abwrackprämie vor allem Fahrzeuge aus dem Ausland mit Steuergeldern unterstützen wollen.

Auszeichnung für innovative und nachhaltige E-Mobilität

Im Rahmen der eCarTec in München wird bereits zum zweiten Mal der eCarTec Award ausgelobt. In sechs Kategorien kürt eine Jury die innovativsten und nachhaltigsten Projekte, Produkte und Technologien aus dem Bereich der Elektromobilität. Neben der Kategorie der Elektro-Autos sowie der Elektro-Motorräder werden auch Preise in den Bereichen Elektro-Nutzfahrzeuge, Antriebstechnologien, Speichertechnologien sowie Energie und Infrastruktur ausgelobt. Ein Sonderpreis winkt für das nachhaltigste Mobilitätskonzept, etwa eines Unternehmens oder einer Gemeinde.

Welche Fahrzeuge und Konzepte im vergangenen Jahr den eCarTec Award abräumen konnten, sehen Sie in unserer Fotoshow.

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