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Messebericht Retromobile mit Auktion

Mein erstes Mal in Paris

Stand auf Retromobile Foto: Kai Klauder 29 Bilder

Zum ersten Mal bei der Retromobile in Paris: Messehallen, tausende Besucher, unzählige Fahrzeuge und eine Auktion - für den Motor Klassik Praktikanten Christian Soja war ausgerechnet die noble Retromobile (1. bis 5. Februar 2012) ein erster Einstieg in die Klassiker-Szene. Hier seine Eindrücke.

15.02.2012 Christian Soja Powered by

Am Freitag, den 3. Februar, machte ich mich in Begleitung des Online-Redakteurs Kai Klauder in einem kleinen Ford Fiesta auf den Weg zur Retromobile nach Paris. Dort fällt als erstes auf, dass nirgendwo in der Stadt Plakate auf die sechs Tage dauernde Messe hinzuweisen scheinen - für die  größte Klassikermesse Frankreichs wird in der Öffentlichkeit wenig Werbung gemacht. Umso erstaunter bin ich, als wir die Hallen der Messe schließlich betreten.

Falsch gedacht

Unzählige Aussteller und ein vielschichtiges und bunt gemischtes Publikum werden hier von den Klassikern angezogen. Und im Gegensatz zur üblichen Meinung trifft sich hier nicht nur eine illustre Gesellschaft, sondern eine Mischung aus Enthusiasten, Interessierten, Kennern der Szene und natürlich auch sichtlich betuchtes Klientel. Offensichtlich ist auch, dass ein Großteil der Besucher das H-Kennzeichen-Alter kräftig überschritten hat

Von wenig Platz und nostalgischem Flair

Die Messe erstreckt sich über zwei Hallen, was zunächst vergleichsweise wenig erscheint. Messestände sind in den Hallen der Retromobile aber in großer Anzahl vorhanden. Aufgrund der begrenzten Fläche fällt die Größe der einzelnen Stände deshalb meist überschaubar aus. So ist es keine Seltenheit, dass manche  Stände teilweise mit nicht mehr als einem Schriftbanner und einem Stehtisch bestückt sind, an dem eine Person steht und beispielsweise einen Club vertritt.

Trotzdem haben die Aussteller den Großteil der Stände in liebevoller Kleinarbeit hergerichtet. Viele zeitgenössische Details, wie beispielsweise Kleidung, die von vielen Standbesitzern getragen wird, zahlreiche Vitrinen mit Modellautos und unzähliges Zubehör für Sammler und Bastler zaubern ein ganz besonderes nostalgisches Flair in die Messehallen.

Gerade diese besondere Stimmung, vergleichbar mit einer Mischung aus Technik Museum Sinsheim und Flohmarkt, beeindruckt mich sehr und gibt mir das Gefühl, als wäre ich geradewegs in die Vergangenheit eingetaucht und würde mich nicht in Messehalle 2.3 in Paris befinden. Das Schwelgen in der Vergangenheit ist für viele Besucher sicher ein wichtiger Grund, die Messe besuchen und erleben zu wollen.

Hartnäckige Franzosen und Highlights der Messe

Ein anderer Punkt ist, dass Franzosen auch bei Klassiker-Messen nicht allzu viel Wert auf Internationalität zu legen scheinen. Dies wird an den meisten französischen Ständen deutlich, die  Informationen in der Regel hartnäckig in der Landessprache präsentieren.  Da die Messe aber eine internationale Ausrichtung haben soll, kann man an diesem Punkt Kritik ansetzen.

Die Höhepunkte der diesjährigen Retromobile sind laut Veranstalter der  50. Geburtstag des Ferrari GTO, die Youngtimer-Sonderschau, eine Amphibienfahrzeug-Sonderausstellung mit historischen Amphibienfahrzeugen mehrerer Epochen sowie die Auktion historischer Automobile von Artcurial, die noch zu meinem Highlight im Rahmen der Retromobile werden soll. Beeindruckt bin ich auch davon, dass neben zahlreichen Clubs, Magazinen und Händlern viele große Automobilhersteller auf der Messe vertreten sind. Hier fällt auf, dass die Stände deutlich größere Dimensionen haben und teilweise Ähnlichkeiten mit den Messeständen der IAA aufweisen.

Sehen und gesehen werden

Neben den selbstverständlich vertretenen französischen Herstellern Renault, Peugeot und Citroën lassen es sich auch einige deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz und Porsche nicht nehmen, auf der Messe Präsenz zu zeigen. So zelebriert Mercedes-Benz den 300 SL und erinnert an historische Siege in Le Mans, während Porsche neben historischen Fahrzeugen auch den neuen 911 zur Schau stellt.

In einer anderen Ecke der Halle stellt das Auktionshaus Artcurial  auf einer großen Fläche einige der zur Auktion stehenden Motorräder und Automobile vor. Dies gibt potenziellen Käufern und Interessenten die Chance, sich vorab ein Bild von den Fahrzeugen zu machen. Der Bereich ist allerdings nur für die Presse und Interessenten zugänglich. Die später zur Versteigerung stehenden Objekte aus nächster Nähe sehen zu können, und zu wissen, dass gerade ein kleines oder auch großes Vermögen vor einem steht, ist schon ein sehr besonderes Gefühl. Die eigentliche Auktion soll dann um 19 Uhr in Halle 4.3 des Porte de Versailles Messezentrums in Paris beginnen - und ich darf dabei sein.

Impressionen von der Auktion

Beim Betreten der Auktionshalle fällt auf, dass sich die Veranstalter Mühe gegeben haben, einen passenden Rahmen für die Auktion zu schaffen. Neben der großen, schlicht gehaltenen Auktionsbühne ist der Auktionsraum mit Bildern ausgestaltet und vom Rest der Messehalle mit Tüchern in Farben des Auktionshauses abgetrennt worden.

Schon eine Dreiviertelstunde vor Auktionsbeginn füllt sich die Halle. Diesmal handelt es sich nun im Gegensatz zu den eigentlichen Messebesuchern offenbar vermehrt um gehobene Gesellschaft, die sich für die Auktion interessiert. Junge Leute sind nur wenige anwesend. Stattdessen fallen beim Blick durch die Reihen zahlreiche Damen auf, die mit teuren Pelzmänteln und Sonnenbrillen gekleidet sind, obwohl es in der Halle weder übermäßig kalt noch sonderlich hell ist. Bedingt durch die besondere Art der Gäste entwickelt sich ein sehr mondän wirkendes Ambiente.

Als um 19 Uhr die Auktion beginnen soll, ist die Halle bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt, und zahlreichen Leuten bleibt nichts anderes übrig als zu stehen. Schätzungsweise sind mehr als 1000 Teilnehmer zur Auktion gekommen, die aufgrund technischer Probleme mit einer halben Stunde Verspätung beginnt. Diese Zeit überbrückt der Veranstalter spontan mit einer Blaskapelle, die unter den Anwesenden gute Stimmung verbreitet. 

Geld scheint keine Rolle zu spielen

Als die Auktion dann gegen 19:30 Uhr  startet, ist es sehr interessant, zu beobachten, wie sich Leute während der Auktion verhalten. Einige bieten engagiert mit, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn sie den Preis eines Objektes durch das simple Anheben einer Hand gerade um 20.000 Euro erhöht haben, manche blättern durch den Auktionskatalog, einige telefonieren wild gestikulierend und wieder andere schauen einfach nur interessiert zu.

Mitzuerleben wie Oldtimer-Begeisterte, ohne eine Gemütsregung erkennen zu lassen, bereit sind, 4,5 Millionen Euro für einen Ferrari 250 GT California Spyder auszugeben, finde ich äußerst beeindruckend. Ein weiterer Gänsehautmoment entsteht auch, als einige der seltenen zum Verkauf stehenden Klassiker mit laufenden Motoren auf die Auktionsbühne gefahren werden. In diesem Moment har man das Gefühl, dass alleine der Motorsound für einige Mitbietende ein guter Grund ist, jetzt weit über das sich vorher gesetzte Budget hinaus investieren zu wollen.

Fazit

Der 3.Februar stand für mich ganz im Zeichen der Klassiker. Ob Retromobile oder Artcurial Auktion – jede Veranstaltung faszinierte auf ihre eigene Art. Jeder der sich für Klassiker interessiert, darf sich ein solches Event keinesfalls entgehen lassen.

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