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Messerundgang Genf 2013

Die Guten, die Bösen und die weniger Schönen

Messerundgang Genf 2013 Markus Stier Foto: Markus Stier 25 Bilder

Das Schöne an der Diktatur ist neben kurzen Entscheidungswegen die absolute Abwesenheit von Widerspruch. Ein Rundgang über den Genfer Salon mit absolut willkürlichen Preisvergaben.

06.03.2013

Die Oscars sind in Hollywood gerade vorbei, und man muss wieder ein Jahr warten. Warum eigentlich? In Genf sind die roten Teppiche doch auch wieder ausgerollt, warum also nicht weitere Trophäen vergeben.
 
Das Motto des diesjährigen Salons ist irgendwie das gleiche wie im Vorjahr: Maximaler Qualm bei minimaler Emission. Das halten Sie für einen Widerspruch? Nicht, wenn ich die beiden Dinge von ganz verschiedenen Autos erledigen lasse. Da wäre der Lamborghini Veneno mit 750 PS, der mit seinen scharfen Karbon-Kanten den Bad Boy der Messe gibt und in einem Tarantino-Film am Ende gesprengt würde, und da ist das Einliter-Auto von VW. Der XL1 beweist, dass Sparmobile nicht immer aus dem Gruselkabinett entspringen müssen.

Alles nur geklaut

Den Versuch, maximale Masse mit größter Genügsamkeit unter ein Blechdach zu bringen, zeigt Cadillac mit dem Escalade. Wir würdigen diese tapfere Verzweiflungstat die Quadratur des Kreises zu schaffen mit einem Extra-Preis: dem goldenen Sisiphos.
 
Mit schwarzen Zierstreifen und rotem Dachspoiler hat die Turbo-Version der Mercedes A-Klasse eigentlich einen Sonderpreis für Ideenklau verdient, aber im politisch korrekten Hollywood darf sich Verbrechen am Ende nicht lohnen, deshalb geht der Abarth-Abklatsch leer aus. Ziemlicher Ideenklau herrscht auch bei Alfa. Der C4 ist ja gar nicht so ungelungen, wenn er nicht ein mäßiges Sequel des Lotus Elise wäre.
 
Es wimmelt in diesem Jahr von Hybrid und Elektro- und Plugin-Hybriden. Das ist ein bisschen unkreativ, vor allem, weil der Zuschauer die Karossen schon kennt. Es ist natürlich auch ein bisschen undankbar, wenn im September mit der IAA eine noch größere Schau ansteht und man noch ein bisschen was in der Hinterhand behalten will. 

SUV werden Mini

Ein weiterer, um sich greifender Trend sind Mini-SUV. Die gibt es von Fiat, genannt Trekking, ganz nett bei VW mit dem Cross Up und witzig mit einem hochbeinigen Adam Rocks mit Faltdach bei Opel. Der hübscheste "Möchtegern-Geländewagen" ist der Captur von Renault.
 
Die französische Konkurrenz von PSA hat dem wenig entgegenzusetzen, aber immerhin hat Peugeot mit einem futuristischen Motorrad und einem halb in Karbon, und halb in Kupfer gekleideten Sportwagen namens Onyx mal wieder einen echten Hingucker geliefert. Es gilt ja in intellektuellen Kreisen als schick, die Blockbuster zu verdammen, die Produktionen mit fettem Budget als kommerziellen Schund zu brandmarken, und die kleinen subtilen Independent-Projekte zu loben. Papperlapapp. Als Gewaltherrscher kann man sich mühelos über alle Moden und Konventionen hinwegsetzen. In diesem Sinne: Ehre, wem Ehre gebürt: Der beste Hauptdarsteller und Knaller der Messe ist eindeutig der Ferrari Enzo-Nachfolger LaFerrari, und das gleich zweifach in der männlichen Kategorie (der Enzo) und in der weiblichen (la macchina). Was für ein Geschoss. Und damit geben wir vom roten Teppich zurück ins Funkhaus. 

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