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Messerundgang IAA 2013

Irgendwie überkreuz

Messerundgang IAA 2013 Markus Stier Foto: Markus Stier 41 Bilder

Alles ist auf dieser IAA Alles ist heute elektrisch, mindestens Hybrid und vor allem Crossover. Es gibt keine simplen Kombis mehr, keine Vans und keine Geländewagen. Aber Autos fanden sich auf dem Messerundgang dann doch jede Menge.

10.09.2013

"Das ist die beste IAA aller Zeiten. Jetzt gibt es echte Elektroautos", sagt Schapur. Schapur ist Journalist aus Indien und lässt seit Jahren keine große Messe aus. Er erinnert sich auch noch an die IAA vor sechs Jahren, als die Hersteller einige Autos anpinselten, und sie irgendwie blue oder green nannten. "Das war ja alles Schwindel, jetzt kann man ja wirklich Elektro-Autos kaufen."
 
Tatsächlich herrscht plötzlich große Euphorie. Wiegelten die deutschen Magnaten zuvor immer ab und sprachen beim Elektroauto von Irrweg oder allenfalls Nischenmodell, sind nun alle begeistert. Der Porsche 918 mit Hybridantrieb hat die Nordschleife in 6:57 Minuten umrundet, das ist der ultimative Beweis, dass Hybride nicht nur öde Sparbüchsen sind, sondern sexy Raketen, die beim Ampelstart den schnöden Benziner einfach stehen lassen. Die neue Mercedes-S-Klasse hat daher nicht mehr nur vorn eine große Klappe, sondern hinten noch eine kleine, um wie an der Motoryacht am Bootsheck den Ladestecker anzuschließen.

Über der S-Klasse thront die GLA-Klasse. Die ist ein SUV, oder ein Crossover? Und wo ist eigentlich der Unterschied? Also gut, die Räder sind ein bisschen größer, aber die Sitzposition nicht allzu sehr, die Karosse eher ein Coupé mit vier Türen. Aber eine Halle weiter ist auch nicht mehr alles super. Der Yeti, eines der markantesten Gesichter aus dem VW-Konzern, hat jetzt eine Skoda-Allerweltsvisage. Wo wir gerade dabei sind: Der Skoda Rapid Spaceback sieht eigentlich aus wie eine Neuinterpretation des Audi Sportback. Ist das jetzt Verbal-Crossover, oder Fiuschen (Es muss natürlich Fusion heißen. Anm. d. Red.).
 
Und dann stehen wir vor noch eine Halle weiter vor der Fusion aus Audi R8 und Giugiaro Parcour. Der war der Renner von Genf, ein scharfkantiges Gerät mit Riesenrädern. Ein Auto, wie man es als Sechsjähriger von Matchbox unbedingt haben musste. Mit dem Audi-Design hat er verloren, andererseits wäre er als Giugiaro nie wirklich auf die Straße gegangen. Der Audi unter dem Namen Nanuk hat immerhin eine Chance, und er sieht immer noch so scharf aus, dass gar der ebenfalls echt steile Sport Quattro plötzlich irgendwie unsportlich aussieht.

Durcheinander im Crossover

Crossover herrscht auch bei den Klassen. Wer gestern noch Premium war, macht heute einen auf Volksnähe und umgekehrt. So findet sich unterm Dach des Rolls Royce Wraith ein Himmel voller Sterne. Die gleiche hübsche LED-Idee findet sich auch im Opel Adam. Umgekehrt ist der Bentley-Stand gebaut wie in Leder gesteppte Hutschachteln. Aber gesteppte Karos finden sich heutzutage auch im Ford Vignale. Ford, die Marke der Kassenpatienten will jetzt auch auf Privatversicherung machen mit Sonderbehandlung für Käufer der künftigen Vignale-Baureihe.
 
Opel dagegen legt eine Studie namens Monza auf, die länger ist als ein S-Klasse-Coupé. Nicht schön, aber immerhin eindrucksvoll. BMW zum Beispiel hat eigentlich nichts. Der i3 ist jetzt ein Serienauto, was besonders Schapur freut, und auch beim i8 haben die Bayern die Plexiglashülle gegen Lackiertes getauscht. Ansonsten haben wir den X5 längst gesehen. Wenn es etwas Besonderes gibt, dann die Piste, die die Messebauer mitten durch die Halle gebaut haben, und auf der die Journalisten nach einer Weile Schlange stehen, über den Köpfen der anderen nahezu lautlos durch den Raum gleiten können.
 
Apropos lautlos: Dass diese IAA wirklich anders ist, und Schapur recht hat, sieht man daran, dass auf der Straße jetzt Obacht gilt. Der unbedachte Reporter, der einfach auf die Straße latscht, weil er mit seinem Gehirn noch crossover liegt über die Frage, wieviel Sport eigentlich im VW Sportsvan steckt, wird in diesen Tagen ansatzlos überfahren, weil die meisten Shuttle-Autos auf dem Gelände selbstredend elektrisch durch die Gegend schleichen.

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