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Michael Dezer ist ein Autonarr

Auto-Schatzkammer im Trump-Tower

Autonarr Michael Dezer Foto: press-inform 30 Bilder

Kein Schild, keine Hinweistafel und daher auch keine Besucher. Die Autosammlung des Michael Dezer in einem der unzähligen Hochhäuser zwischen Miami Beach und Fort Lauderdale ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse von Südflorida. auto motor und sport hat es gelüftet.

20.04.2010

Multimilliardär und Immobilienmogul Donald Trump kennt selbst in Europa jedes Kind. Auf der Halbinsel Sunny Isle, geben sich in der Luxuswohnanlage der Trump Towers nördlich von Miami Beach die Schönen und Reichen die goldene Klinke in die Hand.

Immobilien-Tycoon mit Autoleidenschaft

Unter ihnen auch der israelisch-stämmige Immobilien-Tycoon Michael Dezer. "Als ich vor Jahrzehnten aus Israel in die USA kam, hatte ich nichts", erzählt der braun gebrannte Sonnyboy mit einem breiten Grinsen, "seither habe ich für mich den amerikanischen Traum verwirklicht. Autos sind dabei meine absolute Leidenschaft - und Motorroller."
 
Die Autosammlung des Michael Dezer ist keine wie jede andere. Jahrzehntelang sammelte Dezer bevorzugt amerikanische Cabrios und Luxuslimousinen aus den 40er, 50er und 60er Jahren. Irgendwann waren die Garagen und Stellflächen seiner unzähligen Immobilien voll. So eröffnete in Downtown Manhattan auf Höhe der 11. Straße in einem Hochhaus eine Autoausstellung der besonderen Art. Im "Dezerland" gab es auf fünf Etagen automobile Preziosen zu bestaunen.

Eigene Etage für die Autosammlung

Als Dezer New York Anfang der 90er Jahre den Rücken kehrte, nahm er seine Autos kurzerhand mit nach Florida. Als er hier in einem der Trump Tower nördlich von Miami Beach in ein Zehn-Millionen-Appartment zog, kaufte er neben dem Luxusappartment kurzerhand noch die zweite Etage und funktionierte diese zu seinem ganz privaten Spielzimmer mit Autos und Rollern aus den letzten fünf Jahrzehnten um.
 
Doch die vermeintlichen Lieblingsstücke wurden immer zahlreicher; schließlich war die Sammlung im Laufe der Zeit auf über 700 Fahrzeuge und 300 Motorräder und Roller angewachsen. "Knapp 100 seiner liebsten Autos stehen mittlerweile hier im Trump Tower," erzählt Brian Grams, guter Geist und Leiter der Dezer Collection, "ist in der letzten Zeit sehr voll hier geworden." Das ist gelinde untertrieben, denn durch die engen Gänge kann man sich oftmals nur mit Tippelschritten seitwärts fortbewegen, so voll gestellt ist die Etage. Autos, Roller, Musikboxen, Plakate, Figuren und jede Menge Filmrequisiten – das ist die Welt von Michael Dezer.

Die jüngste Liebe gilt den Microcars
 
Der ist auch mit fast 70 autoverrückter denn je – und das bereits seit seiner frühesten Kindheit. "Ich habe auch Autos geklaut," erzählt Dezer ohne Reue, "damals in Israel das war eine verrückte Zeit. 1956 wurde ich einmal erwischt und mein Vater musste mich auslösen." Diese Verrücktheit hat sich Dezer bis heute bewahrt. Auch wenn er im Tagesgeschäft meistens mit einer grünmetallicfarbenen Vespa über Sunny Isle knattert, nimmt er mit getunten Rolls-Royce- oder Mercedes-Modellen an Gumball-Rennen auf der ganzen Welt teil. "Mein erstes echtes Auto war ein 53er Plymouth, den ich für 40 Dollar gekauft habe", erinnert sich Dezer, "lange Zeit hatte ich in meiner Sammlung insbesondere Oldsmobile und bis Ende der 80er fast alle Cadillacs.

Erst 2005 habe ich dann mit Microcars angefangen. Diese kleinen Dinger begeistern mich einfach." Mittlerweile hat er mehr als 100 Stück davon. Smart Fortwo, ZAP Xebra, ZAP Droll, Nevco Gismo, Acam Nica, HMV Freeway oder eine Fahrrad-Rikscha - Hauptsache klein und ungewöhnlich. Dezer hat sie alle.

Filmauto-Klassiker dutzendweise
 
Hier grinst eine Schaufensterpuppe im Marilyn-Monroe-Outfit aus einem violetten Cadillac, dort hat James Dean in seinem silbernen Porsche 550er Spyder lässig eine Zigarette im Mundwinkel. Fast 100 Filmautos haben mittlerweile Einzug gehalten in die Autosammlung. Der "General Lee" aus dem Streifen "Duke Brothers" steht genauso in der Halle wie der Herbie mit der legendären Startnummer 53 oder das Kleinflugzeug aus dem James-Bond-Film "Im Angesicht des Todes". Aber auch ein gelbgrauer Trabant, ein roter Citroen DS oder eines der originalen Filmautos aus dem US-Streifen "Starsky und Hutch" warten darauf, Einzug in die neue Ausstellung zu halten.
 
Trotzdem hat Dezer sein Herz mittlerweile an Klein- und Mikroautos verloren. "Die finden aufgrund der Vielzahl der Autos auch besser Platz", grinst der zukünftige Museumsdirektor Brian Grams verschmitzt. Die schönsten Stücke der Sammlung stehen im Trump Tower an der A1A. Hier können sie nur Michael Dezer und ein paar  Handvoll seiner Freunde bestaunen. Doch unweit des Prunkhochhauses baut Dezer in der 146. Straße gerade zwei Großhallen in ein Automuseum der besonderen Art um. Hier soll dann auch Publikum die Möglichkeit haben, die unterschiedlichsten Fahrzeuge aus der Dezer-Sammlung zu bestaunen. Neben den Ausstellungsstücken wird es ab Sommer 2010 einen kleinen Erlebnispark geben. Bowling, Minigolf und Partys umgeben von automobilen Einzelstücken - wo gibt es so etwas schon?

Bei Dezer kann man auch Autos kaufen
 
Wem das nicht reicht - im Gegensatz zu den meisten anderen Oldtimer-Sammler ist Dezer bereit, Fahrzeuge zu verkaufen. "Ist alles nur eine Frage des Preises. Einige sind mir nun einmal mehr ans Herz gewachsen als andere", erzählt er nüchtern. Der Edsel Pacer von 1958 ist für knapp 33.000 Dollar eine echte Rarität und das schwarze Puma Race Car von 1969 könnte auch in einem Bat-Man-Film die Hauptrolle gespielt haben. Für knapp 11.000 Dollar kommt er nach Hause in die eigene Sammlung. Das Filmauto Corbin Sparrow aus dem vorletzten Austin-Power-Film ist für 20.995 Dollar zu haben. Den Klassiker des DMC DeLorean gibt es bei für 25.000 Dollar – überaus gepflegt und mit gerade einmal 21.239 Meilen auf dem Tacho.
 
Michael Dezer: "Mit vielen Wagen und Motorroller, die ich über die Jahrzehnte gekauft habe, verbinden mich Erinnerungen. Davon trennt man sich natürlich nicht so leicht. In den späten 50er Jahren kreuzte der heranwachsende Autonarr mit dem Motorroller durch ganz Europa; besuchte dabei auch Städte wie München und Stuttgart. "Ich erinnere mich noch gut an das Oktoberfest mit Würsten und Kraut." Diese Liebe zu Motorrollern schleppt sich bis heute durch das Leben Immobilienmoguls. Neben den hunderten von Autos gibt es auch mehr als 300 Motorroller und Mopeds in der Sammlung. Als Michael Dezer im Herbst 1957 nach zweimonatiger Tour wieder zurück nach Israel konnte er noch einmal ausschlafen - am nächsten Morgen wurde er zum Wehrdienst einberufen.

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