Michelin-Historie: Auf den Spuren des Michelin-Männchens

Michelin

Wer kennt es nicht? Das etwas fülligere kleine Männchen, das so manchen Rettungsring am Körper trägt. Im Jahr 1889 wurde Michelin gegründet, seit 1898 gibt es den Repräsentanten Bibendum. Lesen Sie hier die Firmengeschichte des Unternehmens.

Die Geschichte des Reifenherstellers Michelin beginnt mit einer Reifenpanne eines Fahrradfahrers, der sich selbst nicht zu helfen weiß und in die Fabrik der Gebrüder Edouard und André Michelin kommt. Edouard Michelin repariert den kaputten englischen Luftreifen und entdeckt bei der Probefahrt das Potenzial dieser Art von Reifen. 1891 lässt Michelin den demontierbaren Fahrrad-Reifen patentieren.

Michelin Historie: "Eclair" erstes Auto mit Luftreifen

Nur wenige Jahre später folgt aus dem Hause Michelin das erste Auto mit Luftreifen. Gemeinsam mit Peugeot baute man den "Eclair". Schon damals setzen die Michelin-Brüder auf PR und Marketing. Mithilfe von Geschwindigkeitsrekorden und mehreren Rennsiegen auf Michelin-Reifen, wirbt man für die Qualität der Michelin-Produkte. Nur logisch, dass ein Michelin-Maskottchen her muss - Bibendum war geboren. Edouard Michelin leitete sein Aussehen von einem Reifenstapel ab.
 
Neben der Produktion von Reifen hat Edouard Michelin aber auch eine zweite Leidenschaft: das Reisen. Mit dem Auto fährt er immer wieder durch die Gegend. Weil er weiß, dass Autofahrer nicht nur Reifen brauchen, sondern auch brauchbares Kartenmaterial und Informationen gibt Michelin 1900 den ersten Guide Rouge Michelin heraus. Darin steht zu Beispiel, wie ein Autofahrer sein Auto reparieren kann, wo er Verpflegung bekommt oder Nachrichten per Post, Telegraph oder Telefon schicken und empfangen kann.

Guide Michelin: Auch das Reisen ist für die Gebrüder Michelin sehr wichtig
 
Das Unternehmen Michelin expandiert in die folgenden Jahren innerhalb Europas und in den USA. Das Stammwerk im französischen Clermont-Ferrand beschäftigt im Jahr 1906 4.000 Mitarbeiter. 1908 produziert Michelin den ersten Zwillingsreifen für Autobusse und Lkw. Daneben nehmen die Reisen weiter einen hohen Stellenwert ein. Im gleichen Jahr gründet André Michelin das "Routenplanungsbüro", bei dem ein Austausch von Reiserouten stattfindet.
 
Während des ersten Weltkriegs baut Michelin Flugzeuge, kehrt dann aber schnell wieder zur Reifenproduktion zurück. Es wird der erste Niederdruckreifen von Michelin präsentiert und der erste grüne Reiseführer sowie der Michelin-Stern für gutes Essen außerhalb der französischen Hauptstadt eingeführt.

Michelin-Historie: Der erste Radialreifen ist ein Meilenstein der Firmengeschichte
 
Im Jahr 1930 erhält Michelin das Patent auf einen Reifen mit einvulkanisiertem Schlauch. Weitere Innovationen wie ein Niederdruckreifen mit 1,5 bar, ein Niederquerschnittsreifen und der Stahlgürtelreifen folgen. 1946 bedeutet der erste Radialreifen einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung, der von vielen Reifenherstellern Mitte der 50er Jahre übernommen wird. Das erste Werk in Deutschland eröffnet 1931 in Karlsruhe.
 
Im Jahr 1969 zählt Michelin bereits weltweit 81.000 Mitarbeiter, 43.000 außerhalb Frankreichs. Der Radialreifen feiert seine Feuertaufe mit dem Einsatz in der Formel 1. 1979 gewinnt Ferrari mit Michelin-Reifen den Weltmeistertitel. 1990 schließt sich Michelin mit dem Reifenhersteller Uniroyal-Goodrich Tire Company zusammen und gilt als größter Reifenhersteller. Gleichzeitig hat Michelin schon den Umweltaspekt im Auge. 1992 kommt der erste "Grüne Reifen" auf den Markt, der mit weniger Rollwiderstand Kraftstoff sparen soll. Kein Grund, 2001 nicht wieder in die Formel 1 zurückzukehren. 2005 und 2006 ist Michelin Reifenpartner des Formel 1-Weltmeisters Fernando Alonso.

Portraits Reifenunternehmen
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Bianca Leppert

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