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Micro Machines V4

Foto: 4Players.de 7 Bilder

Codemasters scheint Gefallen daran gefunden zu haben, bekannte Spieleserien der Vergangenheit wiederzubeleben: Nachdem sie mit Sensible Soccer 2006 dem Fußball-Klassiker von einst ein wenig ruhmreiches Comeback beschert haben, werden mit Micro Machines V4 die knuffigen Miniflitzer aus dem verdienten Ruhestand geholt. Sind die Duelle immer noch ein Garant für gehobenen Multiplayer-Spaß?

30.06.2006


Sie flitzen wieder

Bereits auf dem NES sorgten sie Anfang der Neunziger für viel Spaß vor der Mattscheibe und haben diesen Ruf seitdem auf allen möglichen Plattformen vom PC bis zur PlayStation gefestigt: die Micro Machines. Mit V3 traten die Miniflitzer das letzte Mal auf der PSOne auf und rechtfertigten dort wie kaum ein anderes Spiel die Anschaffung eines Multi-Taps, um sich mit vier Spielern gleichzeitig auf dem Bildschirm die Extrawaffen um die Karosserien zu feuern oder die Konkurrenten von der Strecke zu rempeln. Einen ähnlichen Spaßfaktor bot nur noch Circuit Breakers – ein Titel, der ebenfalls von SuperSonic Software stammt, die auch für das aktuelle Micro Machines V4 verantwortlich zeichnen.

Bekanntes Spielprinzip

Am bekannten Spielprinzip hat sich nichts geändert: Noch immer rast ihr mit maximal vier Spielern über liebevoll designte Kurse, die euch unter anderem durch Küchen, Museen, Dachrinnen oder eine Hühnerfarm führen und teilweise mit interaktiven Elementen aufwarten können. So gilt es z.B. bei einem Rennen über den Billardtisch heranrollenden Kugeln auszuweichen, während ihr euch bei der Tour am Strand vor fiesen Krebs-Klauen in Acht nehmen müsst. Zwar sehen die thematisch abwechslungsreichen Kurse besser aus als im Vorgänger, doch hätte trotzdem wesentlich mehr drin sein können - die meisten Texturen fallen arg pixelig oder matschig aus. Die PSP muss sogar auf manche Objekte verzichten, die den Kulissen der anderen Versionen Leben eingehaucht haben: Wo auf PS2 und PC z.B. noch putzig animierte Vögel am Streckenrand rumhüpfen, herrscht auf dem Handheld tote Leere. Richtig übel wird es jedoch bei den „Hauptdarstellern“: Es ist löblich, dass Codemasters einen Fuhrpark von über 700 Fahrzeugen zur Verfügung stellt, zu denen Muscle-Cars, Sportwagen und sogar Nutzfahrzeuge und flotte Dragster gehören. Wenn die kleinen Flitzer aber den Eindruck erwecken, als wären sie nur ein Block mit vier Rädern dran, lässt das eine gewisse Liebe zum Detail vermissen, die V4 gut gestanden hätte. So aber hinterlassen die Boliden einen insgesamt enttäuschenden Eindruck, obwohl sie sich zumindest durch ein unterschiedliches Fahrverhalten in der jeweiligen Klasse auszeichnen.

Simple Raserei mit Kameraproblemen

Die Kontrolle fällt auf allen Plattformen simpel aus: Im Prinzip gebt ihr immer nur Vollgas und driftet anschließend durch die herannahenden Kurven. Nur vor tiefen Abgründen solltet ihr das Fuß vom Gas nehmen oder bremsen. Generell habt ihr die Mini-Autos auf allen Plattformen gut unter Kontrolle – nur auf der PSP fiel die Eingewöhnungszeit etwas länger aus und es ging für mich bei den rasanten Fahrten gerade in der Anfangsphase öfters mal den Abgrund neben der Strecke hinunter. Am besten steuert es sich eindeutig mit einer PC-Tastatur, wobei ihr auch mit dem Joypad die Wagen gut über die Kurse dirigiert. Allerdings hat Micro Machines V4 mit dem gleichen Problem zu kämpfen wie die Kollegen von Sensible Soccer: der Kamera. Zwar ist es ihr Ziel, das Geschehen durch Zoomen dynamisch einzufangen, doch zeichnet sich das Resultat eher durch eine ärgerliche Unübersichtlichkeit aus anstatt den optimalen Durchblick zu liefern. Das Problem ist, dass dem Führenden zu wenig von der voraus liegenden Strecke gezeigt wird – vor allem, wenn die Kamera extrem weit heraus- oder hereinzoomt. So könnt ihr euren Micro-Racer oft nur dann auf der Strecke halten, wenn ihr den Kurs bereits verinnerlicht und jede Kurve im Gedächtnis habt. Daneben sorgen aber auch unnötig hektische Bewegungen der Kamera für kurzzeitige Desorientierung, die Kickern von Sensible Soccer 2006 bekannt sein dürfte. Einen Tick besser fährt es sich meiner Meinung nach mit der Klassiker-Kamera, die fester fixiert ist als das dynamische Pendant und ebenfalls in den Optionen gewählt werden kann.

Schwankende KI & fiese Waffen

Micro Machines V4 bietet euch drei Spielmodi: Kampf-Pokal, Rennen und Zeitrennen. Dabei geht es vor allem im Wettkampf zur Sache: Hier gilt es, die Konkurrenten entweder durch pure Waffengewalt, Rempelattacken oder schlichtweg Geschwindigkeit zu schlagen. Denn wer vorne liegt und es schafft, dass andere Fahrer dem weiter scrollenden Geschehen nicht hinterher kommen, sichert sich schnell und einfach wichtige Punkte. Doch ihr selbst müsst ebenfalls aufpassen, nicht dem Scrolling zum Opfer zu fallen, wenn ihr hinten liegt. Und das passiert schnell, wenn ihr zu viele Treffer einstecken müsst, denn die Mini-Boliden verfügen über ein mehrstufiges Schadensmodell. Wenn ihr nur noch auf zwei Rädern durch die Gegend wackelt, gestaltet sich die Aufholjagd schwierig. In diesem Fall könnt ihr nur auf das Gesundheits-Upgrade hoffen, das euer Wrack wie von Zauberhand wieder repariert. Bei den meisten Extras handelt es sich jedoch um Waffen, mit deren Einsatz ihr eurer Schadenfreude wieder freien Lauf lassen könnt: Legt hinterhältige Bomben, hetzt zielsuchende Raketen auf den Vordermann oder grillt ihn mit dem Flammenwerfer; haut andere Fahrer mit einem montierten Hammer zu Klump oder bearbeitet die Rivalen mit Maschinengewehr, Plasma-Kanone oder Elektro-Schocks. Auch wenn man Innovationen im V4-Waffenarsenal vermisst, sorgt es immer noch für Spaß und ist für fiese Aktionen gut.


  • Für PC (auch: NDS, PS2 und PS3)
  • Spieltyp: Arcade-Racer
  • Release: 30. Juni 2006
  • 4Players-Test: 66 Prozent Gesamtergebnis

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