Schauen Sie sich den Mietvertrag vor der Unterschrift ganz genau an. Verlangen Sie gegebenenfalls eine deutsche Ausfertigung der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und der Mietkonditionen. Besonders wichtig ist, dass im Mietpreis ein kompletter Vollkaskoschutz enthalten ist. Achten Sie darauf, wie hoch die Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung ist. Darf nur derjenige das Fahrzeug fahren, der es gemietet hat, oder dürfen auch Frau oder Kinder den Mietwagen steuern? Versteckte Kosten gibt es an allen Ecken und Enden.
Höhe der Schadensersatzansprüche kann variieren
Kommt es zum Unfall im Ausland, ist das juristische Theater meist unvermeidlich. Generell gilt das Schadensersatzrecht des Landes, in dem der Unfall stattgefunden hat. Anders sieht es aus, wenn irgendwo auf dem Erdball zwei Deutsche in einen Unfall verwickelt werden. Hier gibt das deutsche Recht den Ton an. Problematisch wird es jedoch dann, wenn der Unfallverursacher einen ausländischen Mietwagen steuert. Denn: Die Höhe der Schadensersatzansprüche nach deutschem und ausländischem Recht sind oft grundverschieden. Obwohl der Mietwagen generell haftpflichtversichert war, muss der Unfallverursacher einen großen Teil der Entschädigung aus der eigenen Tasche bezahlen. Einige der überregionalen Mietwagenanbieter füllen mittlerweile diese Lücke. Falls der lokale Versicherer den Schaden nicht nach deutschem Recht reguliert hat, springt die Vermietungsfirma selbst in die Bresche. Also nachfragen, ob der Mietwagen entsprechend abgesichert ist.
Versteckte Kosten
Viele Anbieter wollen einen kräftigen Aufschlag dafür, wenn jemand unter 21 oder 25 Jahren ein Fahrzeug mietet. Andere versteckte Kosten gibt es zum Beispiel bei der Abholung des Fahrzeugs. Steht der Wagen am Flughafen ist oft eine Flughafengebühr von bis zu 20 Prozent fällig. Gleiches gilt, wenn das Fahrzeug an einer anderen Stelle als übernommen, wieder abgegeben wird. Aufpassen sollte man auch bei der Betankung. Normalerweise muss der Urlauber für die erste Tankfüllung üppig bezahlen. Bei der Rückgabe wollen einige Anbieter die Unwissenheit der Urlauber ausnutzen und bestehen darauf, dass das Auto voll betankt wieder abgegeben wird.
Zustand des Autos prüfen
Werfen sie vor der ersten Fahrt einen Blick auf das Innere und Äußere des Fahrzeugs. Sind bereits Beschädigungen am Fahrzeug, so lassen sie dies unbedingt im Mietvertrag festhalten. Ansonsten schaut man bei Rückgabe des Fahrzeugs unter Umständen in die Röhre und muss für einen Schaden aufkommen, den man selbst nicht verursacht hat. Gerade bei einigen günstigen Anbietern kommen Qualität und Ausstattung mitunter zu kurz. Noch vor der Anmietung sollte der Urlauber einen kritischen Blick auf das Fahrzeug werfen. Sauberkeit allein sagt nichts über den Zustand des Fahrzeugs aus - und zahlreiche Mietwagen werden aus Kostengründen nur sehr nachlässig gewartet. Auch ohne besondere technische Kenntnisse entlarvt ein genauer Blick zumindest schlechte Reifen, zu wenig Bremsflüssigkeit oder fehlendes Kühlwasser. Wer unsicher ist, sollte an der nächsten Tankstelle einen Stopp beim freundlichen Tankwart machen.
Laufleistung als Indikator für Probleme
Gibt es Anlass für Beanstandungen, bleibt nur ein Weg: Das Auto schleunigst zurück zur Vermietung und ein anderes, intaktes Fahrzeug verlangen. Indiz für den schlechten technischen Zustand des Fahrzeugs kann die Laufleistung des Autos sein. Mietwagen haben meist eine Laufzeit von 18 bis 24 Monaten, ehe sie wieder verkauft werden. In dieser Zeit kommen rund 35.000 bis 45.000 Kilometer zusammen. Tipp: Hat das Fahrzeug mehr als 20.000 Kilometer auf dem Buckel, sollte man etwas genauer hinschauen.
Doch auch auf die Fahrzeugausstattung sollte der Urlauber achten. Wer sich auf Kreta über einen Renault Twingo für 25 Euro am Tag freut, sucht bei sommerlichen Temperaturen nicht selten den Schalter für die Klimaanlage vergebens. Selbst im hochsommerlichen Spanien gibt es Mietwagen der unteren Preisklassen zum Teil noch immer ohne die zwischen April und Oktober dringend notwendige Kühlung.
Sicherheitscheck ist unvermeidlich
Wichtiger noch ist das Thema Sicherheit: Oftmals fehlen in den Mietwagen erforderliche Sicherheitsausstattungen wie ABS oder Airbags. Nützliche Ausstattungsdetails wie ein Radio oder eine Servolenkung bleiben in den günstigen Klassen oftmals ebenfalls außen vor. Wer kleine Kinder hat, sollte sich zudem bereits frühzeitig erkundigen, ob der Auto-Verleiher Kindersitze im Programm hat. Sonst kann es vor Ort ein böses Erwachen geben. Die Preise für einen Kindersitz oder einen Dachgepäckträger liegen je nach Anbieter zwischen drei und fünf Euro am Tag. Ebenfalls zu empfehlen: ein Navigationssystem. So ist der Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit garantiert kein Problem.
Was es bei Reisen innerhalb Europas außerdem zu beachten gibt, finden Sie hier.






