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Mille Miglia

1000 Mal geträumt

Mille Miglia 2008 Foto: Mille Miglia 50 Bilder

Am Ende waren dann doch alle recht zufrieden und irgendwie auch beruhigt: Kaum eine Mille Miglia war mit so viel Spannung erwartet worden wie die 26. Auflage im vergangenen Jahr - schließlich war es die erste unter der Regie des neuen Konsortiums ATI, bestehend aus den Einzelorganisationen MAC-Events, Meet Communicazione und Sanremorallye.

12.05.2009 Hans-Jörg Götzl Powered by

Doch spätestens auf der zweiten Etappe von Ferrara nach Rom gaben altgediente Mille Miglia-Veteranen wie der Schweizer Axel Marx Entwarnung: "Unterwegs merkt man praktisch keinen Unterschied zu früher."
 

Einmal Rom und zurück

Das ist auch gut so, denn das dreitägige 1000-Meilen-Rennen von Brescia nach Rom und zurück hat zwar seine kleinen und größeren Schwächen, doch die gehören nun einmal dazu bei einer Veranstaltung, deren Atmosphäre und Zauber nach wie vor unerreicht sind. Wer nur einmal während der Fahrzeugabnahme auf der Piazza Vittoria oder Piazza Loggia in Brescia in einem Cafe saß, während in wenigen Metern Abstand ein Vorkriegs- Alfa vorbei bollert, der ist der Magie der Mille Miglia hoffnungslos verfallen. Und einen Rennsportwagen der fünfziger Jahre von Ferrari oder Maserati in einem Museum zu bewundern ist das Eine - von einem dieser bis zu 280 km/h schnellen Monstern auf der Landstraße überholt zu werden, erzeugt eine ungleich gröbere Gänsehaut.
 
Die haben Teilnehmer und Zuschauer oft schon vorher, denn erfahrungsgemäß ist ein kräftiger Regenguss beim Start eher die Regel als die Ausnahme. Doch keine Bange: Ein dreitägiger Dauerregen kommt bei der Mille Miglia so gut wie nie vor. Anreisen sollte man bereits am Mittwoch, an dem auch die Fahrzeugabnahme beginnt. Das wiederum ist der größte Unterschied zu früher: Während die Abnahme einst am Donnerstagmorgen begann und im Prinzip daraus bestand, dass die Piloten ihre Klassiker stundenlang kreisförmig durch Brescia und die Zuschauermassen bis zur Piazza Vittoria schoben, wo sie endlich ihre Startnummern erhielten, präsentiert sich das Prozedere heute in zwei voneinander getrennten Gruppen.
 
Die Papier- und technische Abnahme sowie das Anbringen der Nummern erfolgt nun am Mittwoch und Donnerstagmorgen in den neuen Messehallen von Brescia, die leider nicht öffentlich zugänglich sind. Anschließend steuern die Fahrer ihre Autos am Donnerstag ab 8.30 Uhr zur Piazza Loggia im Zentrum, wo die Autos nacheinander auf einer Rampe vorgestellt werden. Danach parken die 380 MM-Fahrzeuge, zum Teil nach Marken aufgereiht, auf den benachbarten Plätzen der Innenstadt.

Kaum Zeit zum verschnaufen - die Mille Miglia gehört zu den härtesten Oldie-Rallyes

Das Ganze besitzt nun nicht mehr den anarchischen Charme der frühen Jahre, hingegen ist reichlich Zeit, die Autos in allen Details zu genießen und zu fotografieren. Spätestens um 17.30 Uhr donnern, brummen und brüllen die Motoren wieder los, denn dann geht es zum traditionellen Abendessen im Mille Miglia-Museum in der alten Benediktinerabtei Sant' Eufemia della Fonte an der Ausfallstraße Richtung Gardasee. Als Ausgleich für das Zuschauerverbot in den Messehallen ist der Zugang zum Museum nicht gesperrt - wer schon immer mal entspannt mit Fahrern wie Prinz Leopold von Bayern plaudern wollte, hat hier die beste Gelegenheit.
 
Kurz nach 19 Uhr macht sich in dem altehrwürdigen Innenhof Aufbruchstimmung breit, denn um 19.30 Uhr rollt wie immer der O.M. Superba mit der Startnummer 1 über die Rampe auf der Viale Venezia. Bis alle Fahrzeuge schließlich in die Nacht Richtung Desenzano verschwunden sind, vergehen gut zwei Stunden. Gegen Mitternacht werden die ersten im Etappenziel Ferrara erwartet, am Freitag geht es ab 8 Uhr weiter nach Rom, am Samstag ab 6.30 Uhr zurück nach Brescia. Gegen 22 Uhr erreichen die ersten Autos die Viale Venezia, auf der sie knapp 1000 Meilen zuvor gestartet sind, und der Zieleinlauf hat womöglich noch mehr Volksfestcharakter als der Start.
 
Wie viele Meilen man als Zuschauer unter die Räder nimmt, hängt von der persönlichen Kondition ab. Ein detaillierter Streckenplan mit allen Durchfahrtzeiten sowie die vollständige Teilnehmerliste finden sich in den Tageszeitungen Brescia Oggi und Giornale di Brescia. Einen groben Reiseplan sollte man indes vorher ausarbeiten, um rechtzeitig Unterkünfte zu bestellen.
 
Die Strecke hat sich im Vergleich zum Vorjahr in einigen Details geändert, vor allem zwischen San Marino und Rom sowie zwischen Reggio Emilia und Brescia. Die großen Klassiker wie die historischen Ortsdurchfahrten Verona, Ostiglia, Assisi, Radicofani, Pienza, Siena und Florenz sowie der berühmte Futa- und Raticosa-Pass aber stehen nach wie vor auf dem Streckenplan.
 
Somit bleibt unterwegs auch bei der Mille Miglia 2009 alles Wesentliche beim Alten. Irgendwie beruhigend.

Motor Klassik-Leser ist am Start

Bei unserem Gewinnspiel hat Daniel Kies aus Haag die Mitfahrt bei der Mille Miglia gewonnen. Er wird gemeinsam mit Motor-Klassik-Redakteur Michael Schröder auf einem BMW 328 an den Start gehen.

ZEITPLAN
 
Mittwoch, 13. Mai 2009 
9 - 20 Uhr: Dokumentenabnahme und technische Abnahme in der neuen Messe in Brescia
17 Uhr: Messe im Duomo Veccio, Piazza Paolo Vi
21 Uhr: Gala-Dinner
 
Donnerstag, 14. Mai 2009: 
7 - 12 Uhr: Dokumentenabnahme und technische Abnahme in der neuen Messe in Brescia
8.30 - 12 Uhr: Vorstellung der Teilnehmerfahrzeuge auf der Piazza Loggia in Brescia
8.30 - 15.30 Uhr: Ausstellung der Fahrzeuge auf verschiedenen Plätzen in der Innenstadt
17.30 - 21.30 Uhr: Abendessen im Mille Miglia-Museum
19.30 Uhr: Start auf der Viale Venezia in Brescia
24 Uhr: Ankunft des ersten Fahrzeugs in Ferrara
 
Freitag, 15. Mai 2009:
8 Uhr: Restart in Ferrara
12.30 - 15.30 Uhr: Mittagessen in Sansepolcro
19.45 Uhr: Ankunft des ersten MM-Autos in Rom
 
Samstag, 16. Mai 2009:
6.30 Uhr: Restart in Rom
11 - 14 Uhr: Mittagessen in Monte Riggiono (Siena)
22.15 Uhr: Zielankunft auf der Viale Venezia in Brescia
 
Sonntag, 18. Mai 2008:
11 Uhr: Siegerehrung im Teatro

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