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Mille Miglia 2011

Gipfeltreffen der Oldtimer

05/11 2011 Mille Miglia Storico Foto: Hans-Dieter Seufert 47 Bilder

Ein erleseneres Oldtimerfeld als auf der Mille Miglia gibt es nirgendwo auf der Welt: Über 300 klassische Automobile trafen sich am Wochenende zu der rund 1.600 Kilometer langen Rallye durch Italien.

16.05.2011 Birgit Priemer

Offiziell ist es seit einem Unfall im Jahre 1957 keine Rallye mehr – inoffizielles ist es aber eines der härtesten Oldtimer-Rennen der Welt: Wenn sich über 300 Raritäten zum Start am Donnerstabend in Brescia treffen, dann beginnt eine materialmordende Schlacht über drei Tage und rund 1.600 Kilometer. Mehr als drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht sind nicht drin, und so wirken alle Teilnehmer beim Veranstaltungsende Samstagnacht müde und erleichtert zugleich.

Die Sieger stammen wieder aus Italien

Giordano Mozzi und seine Gattin Stefania Biacca hatten in ihrem Aston Martin Le Mans (Baujahr 1933) hingegen allen Grund, ausgelassen zu feiern: Sie schafften den Gesamtsieg und gingen so als Gewinner aus einem ganz engen Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Ferrari-Brüdern Bruno und Carlo im Bugatti T37 (1927) sowie den Argentiniern Claudio Scalise und Daniel Claramunt (Alfa Romeo 6C 1500 GS (1933) hervor.

Starkes Teilnehmerfeld mit vielen Promis

Doch die Mille Miglia ist längst nicht mehr eine rein italienische Veranstaltung. Auf der Teilnehmerliste fand sich viel Prominenz aus Wirtschaft, Motorsport und Filmgeschäft. Neben Ex-Formel 1-Pilot Mika Häkkinen nahm der Neffe des legendären Rennfahrers Juan Manuel Fangio im Mercedes 300 SLR Platz, Schauspieler Jürgen Prochnow war in einem Aston Martin DB2 von 1950 zu sehen und Mr. Bean-Darsteller Rowan Atkinson wurde in seinem BMW 328 Mille Miglia neben BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson von den Fans regelrecht belagert.

Besonders prominent waren auch die deutschen Marken vertreten: Daimler schickte Entwicklungsvorstand Thomas Weber und Personalvorstand Wilfried Porth ins Rennen, bei Porsche griff der neue Chef Matthias Müller ins Lenkrad des 550 Spyder, bei BMW lenkten Entwicklungschef Klaus Draeger mit, und bei VW ließ es sich der neue Produktionsvorstand Michael Macht nicht nehmen, mit einem VW 1/1 durchs Feld zu fräsen. Mit dem auf rund 80 PS erstarkten Käfer, nur rund 600 Kilogramm leicht, fuhr sich der Rallye-Debütant viele Achtungserfolge ein, denn vor ihm war kein Ferrari oder Porsche sicher: "Kompliment, das ist eine starke Show", rief ein französisches Team aus ihrem Gordini T24 S und verließ ihren Supersportwagen, um Michael Macht in seinem Käfer persönlich abzuklatschen.

Materialmordende Schlacht

Die Mille zehrt an den Kräften – nicht nur bei den Menschen, auch beim Material: auto motor und sport-Chefredakteur Bernd Ostmann schied mit defekter Hinterachse an seinem BMW 328 aus, Porsche-Chef Matthias Müller hatte Probleme mit dem Getriebe und VW-Vorstand Macht musste seinen kleinen Flitzer am Freitagabend mit Kupplungsproblemen stehen lassen. Wer im Rennen blieb, konnte eine traumhaft schöne Strecke bei strahlendem Sonnenschein genießen, die dieses Mal durch den Zwergenstaat San Marino vorbei an katholische Nonnen mit BMW-Fähnchen nach Rom führte, wo das Teilnehmerfeld am Freitagabend ein Corso durch die Altstadt fuhr. Der Samstag führte dann über Siena und Florenz zurück nach Brescia – über 16 Stunden reine Fahrtzeit ohne eine nennenswerte Pause. Keine  Frage: Mille Miglia zu fahren ist ein Erlebnis – und zwar in jeder Hinsicht.

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