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Mini-Chef Armbrecht

"Mini ist klassenlos, cool und delicious"

Foto: BMW AG 113 Bilder

Mit Mini-Chef Wolfgang Armbrecht sprach auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht über die Aktivitäten zum 50. Geburtstag der Marke, über das baldige Produktionsjubiläum von 1,5 Millionen neuen Minis sowie über die Elektro-Aktiväten.

04.06.2009 Harald Hamprecht

Herr Armbrecht, in Silverstone haben Sie vergangenes Wochenende die Feierlichkeiten für 50 Jahre Mini gestartet und das größte Mini-United-Festival aller Zeiten gefeiert. Was waren die Erfolgsfaktoren?
Armbrecht: Mini United basiert auf vier Erfolgsfaktoren: Da ist ganz klar die Plattform-Funktion für die weltweite Mini-Community. Wir hatten Fans und Mini-Clubs, die sogar den Weg aus der Ukraine, aus den USA oder aus Thailand nicht scheuten. Mini-Freunde aus 40 Nationen sind mit ihren etwa 10.000 Minis vorgefahren. Und dann waren da tolle Motorsport-Action im Rahmen der Mini-Challenge, die Ausstellung von mehr als 900 historischen Minis und das große Entertainment-Moment. Mini United konnte sich mit europäischen Festivalstandards messen.

Ihren Händlern haben Sie einen Tag vor dem Mini United-Treffen in Silverstone in London zusammen gerufen. Wozu?
Armbrecht: Wir haben etwa 1.800 Geschäftspartner aus 65 Märkten nach London geladen, um ihnen das Modellprogramm der kommenden 18 Monate zu präsentieren. Dies war das größte Partnertreffen, das die BMW Group bisher an einem Tag durchgeführt hat. Und die Stimmung für Mini war grandios. Unsere Händler freuen sich auf die neue vierte Baureihe, den Mini Crossover und auf das, was wir darüber hinaus noch präsentieren konnten. Klar war auch, dass der Ausbau der Produktfamilie auf Händlerseite entsprechende Investments nachziehen muss. 900 Teilnehmer haben dann noch das Wochenende in Silverstone drangehängt.

In Silverstone haben Sie zwei Sondermodelle gezeigt. Welche Erwartungen haben Sie dafür?
Armbrecht: Das sind Modelle für den Mini-Connaisseur. Neue Farben, neue Materialien, hochwertige Technik und tolles Design. Das ist Individualisierung auf höchstem Niveau. Der Aufpreis beträgt etwa 5.000 Euro - also sicher keine reinen Volumenmodelle. Aber das war auch nicht unser Ziel. Uns ging es um Hochwertigkeit für den Mini-Fan. Die Produktion ist deshalb auch auf das Geburtstagsjahr limitiert.

Nach Informationen von auto motor und sport wird der 1,5 millionste neue Mini wird in drei Wochen in Oxford von Band laufen.
Armbrecht: Ja, und wir sind stolz darauf, diese Marke nach nur acht Jahren seit Relaunch  erreicht zu haben. Denn damit bestätigt sich erneut, dass wir nach der Übernahme im Jahr 1994 den richtigen Weg gegangen sind. Die Substanz der Marke ist geblieben. Wir haben sie behutsam neu interpretiert und sie stärker im Premiumsegment verankert. Gleichwohl blieb die Markenaura, der Respekt vor dem Marken-Erbe: Mini ist klassenlos, chic, begeisternd und einfach "cool". Mary Quant, die inzwischen 75 Jahre alte Erfinderin des Mini-Rocks, hat dies anlässlich Mini United einfach toll auf den Punkt gebracht: Für sie sind die Marke und ihre Modelle einfach "delicious". Und kommendes Jahr starten wir in eine neue Ära - mit dem Mini Crossover. Zudem werden wir dieses Jahr auf der IAA im September einige weitere Ideen für unsere Zukunft präsentieren.

Nach auto motor und sport-Informationen handelt es sich dabei unter anderem um die Studie eines zweisitzigen Mini-Roadsters?
Armbrecht: Lassen Sie sich überraschen.

Wie läuft der Absatz dieses Jahr an?

Armbrecht: In Deutschland haben wir von Januar bis April etwa 10.000 Einheiten verkauft - das liegt auf Vorjahresniveau. Weltweit lag das Minus bei 20 Prozent und der Absatz bei etwa 80.000 Einheiten.

Was peilen Sie für das Gesamtjahr an? Werden Sie den Vorjahresabsatz von 30.000 Einheiten in Deutschland und 232.000 Einheiten weltweit halten können?
Armbrecht: Prognosen sind derzeit extrem schwierig. In Deutschland profitieren wir ein wenig von der Umweltprämie. Etwa 3.000 Minis wurden mit ihrer Hilfe verkauft. Auch weltweit sind wir mit zukünftigen Einschätzungen zurückhaltend. Wir erschließen weiterhin neue Märkte, wie zuletzt Brasilien oder Panama. Oder etwa Argentinien. In China haben wir in den vergangenen Jahren regelmäßig eine Verdoppelung unseres Absatzes erreicht mit zuletzt 3.200 Fahrzeugen - auch für 2009 bin ich hier zuversichtlich. Inwieweit neue Märkte Rückgänge in den bestehenden Märkten ausgleichen, werden wir sehen.

Werden Sie in Anbetracht des weltweiten Abschwungs Stellen bei Mini abbauen müssen?

Armbrecht: Nein. Unsere Kernmannschaft bleibt weiter stabil. Das gilt auch für das Werk Oxford und seinen Kern von etwa 3.000 Mitarbeitern.

Wird die Marke Mini dieses Jahr einen positiven Beitrag zum Ergebnis der BMW Group liefern?
Armbrecht: Natürlich.

Die USA waren 2008 erstmals ihr größter Markt mit 54.000 Verkäufen, gefolgt von Großbritannien (49.000) und Deutschland (30.000). Wird sich an dieser Rangordnung dieses Jahr etwas ändern?
Armbrecht: Nein, bisher stimmt diese Reihenfolge. Wir sehen derzeit im Markt viele Trends. Einer ist für uns besonders wichtig, nämlich der Trend zum kleinen und kompakten Automobil.

Brauchen Sie nicht auch einen Hybrid-Antrieb gerade beim Crossover?

Armbrecht: Nein, unser Motorenprogramm deckt die Anforderungen unserer Kunden - auch in ökologischer Hinsicht. Nehmen Sie nur den Mini Cooper Diesel, der bei 110 PS nur 3,9 Liter verbraucht und damit 104 g CO2 pro Kilometer ausstößt. Das ist Benchmark. Interessanter ist da schon der Elektroantrieb.

Wie läuft Ihr E-Mini-Großversuch?
Armbrecht: In den USA, in München und Berlin werden die Fahrzeuge derzeit ausgeliefert. Die ersten Kunden nutzen sie bereits. London wird ebenfalls bald folgen. In 12 Monaten können wir dann alle Ergebnisse auswerten und entscheiden, wie es weiter geht. Wir sind hier positiv und sehr zuversichtlich, denn sonst hätten wir ein solches Investment nicht getätigt.

Was kostet Sie denn der Spaß?

Armbrecht: Das ist ein Investment in unsere Zukunft. Einzelne Komponenten könnten Sie sich aber auch via konventioneller Wege oder durch das Internet zusammenstellen. Die Batterie kostet beispielweise bei unserem Lieferanten rund 20.000 Euro. Die Preise für einen Mini Cooper sind ebenfalls bekannt. Für Mini ist der Großversuch ein wichtiges Fenster in die Zukunft: für die nächsten 50 Jahre der Marke. Und die wollen wir doch wiederum kräftig feiern.

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