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Mini-Chef

"Mini wird noch wichtiger für den Konzern"

Foto: BMW AG 12 Bilder

Mit Zuwächsen im zweistelligen Prozentbereich stellte Mini in den vergangenen Jahren eine positive Ausnahme unter den Herstellern dar. Im Interview mit auto motor und sport erklärt Chef Wolfgang Armbrecht nun, wie man diese Entwicklung auch in Zukunft beibehalten will.

20.05.2008

Herr Armbrecht, Sie verantworten seit dem 1. April die Geschäfte bei Mini. Wo setzen Sie Ihre persönlichen Schwerpunkte?
Ambrecht: Ich sehe mich selbst als Fachmann für Marketing und Vertrieb. Vor allem die Erfahrungen, die ich zuletzt in der Niederlassungswelt gemacht habe, kann ich jedem Marketingexperten nur ans Herz legen: Hut ab vor den Leistungen im Vertrieb. Meine Schwerpunkte lauten deswegen ganz schlicht Profitabilität, Markenwert und Volumen.

Was bedeutet das im Detail?
Ambrecht: Dass wir unseren Absatz bei Mini seit dem Jahr 2001 von 20.000 Einheiten auf zuletzt 222.000 Einheiten mehr als verzehnfacht haben, ist eine Erfolgsgeschichte, die wir auf jeden Fall weiter fortschreiben wollen. Dazu müssen wir die Marke auch neuen Zielgruppen näher bringen. In den Segmenten der VW Polo- und Golf-Klasse wollen wir auch in Zukunft stärker mitspielen. Gleichsam soll Mini profitabel bleiben. Das Renditeziel von acht bis zehn Prozent, das Norbert Reithofer für den Konzern genannt hat, gilt natürlich auch für die Marke Mini.

Wie wollen Sie das Wachstum gestalten?
Ambrecht: Nun, der nächste große Sprung wird mit dem Crossover kommen, der bei unserem Partner Magna Steyr gefertigt wird. Wir können dort so viele Fahrzeuge bauen, wie der Markt verlangt. Insofern wird diese Partnerschaft das zweite Kapitel einer erfolgreichen Zusammenarbeit - nachdem Magna schon den BMW X3 für uns produziert hat. Weitere Wachstumsimpulse gehen von der Kraft der Marke und der zusätzlichen Entwicklung des Handels aus.

Wo liegt die Kapazität in Ihrem Stammwerk Oxford?
Ambrecht: Mini ist nach wie vor eine Marke mit einer hohen Begehrlichkeit. Unsere Produktionskapazität liegt weiterhin unter der Nachfrage. Die Kapazität erreicht dieses Jahr in Oxford 240.000 Einheiten.

Vergangenes Jahr verbuchten Sie 222.000 Verkäufe. Mit 240.000 Verkäufen würden Sie 2008 erstmals seit Jahren nur ein Absatzwachstum im einstelligen Prozentbereich erzielen.
Ambrecht: Weltweit gibt es keine Marke, die sich so wie wir von Jahr zu Jahr im zweistelligen Prozentbereich steigern konnte. Dies wird nicht immer so weitergehen. Andererseits schauen wir doch erst einmal, wie sich das Jahr entwickelt. Wir werden sicher wieder signifikant wachsen. Und sollte das Resultat zum Jahresende doch deutlich über 240.000 Einheiten liegen, freuen wir uns natürlich.

Wieso sind Sie so schwach in China, dem weltweit größten Wachstumsmarkt, unterwegs?
Ambrecht: Wieso schwach? In China verbuchten wir im Jahr 2007 einen Absatz von 2.200 Einheiten. Das ist gegenüber Vorjahr etwa eine Verdoppelung. In den ersten drei Monaten 2008 haben wir zum Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von wiederum 107 Prozent erzielt. Und auch im Gesamtjahr wollen wir signifikant wachsen. Natürlich sind wir hier spät in den Markt eingestiegen und leiden unter hohen Importzöllen. Trotzdem sind wir mit diesem Geschäft recht zufrieden.

Ist mit einer lokalen Montage von Mini in China zu rechnen?
Ambrecht: Nein. Mit unseren Standbeinen Oxford und bald auch Graz sehen wir uns mittelfristig gut aufgestellt.

Wie erfolgreich ist die jüngste Variante, die Sie auf den Markt gebracht haben, Ihr Kombi?
Ambrecht: Unser Clubman sollte ursprünglich rund fünfzehn Prozent des Gesamtabsatzes ausmachen. Dieses Ziel haben wir schon jetzt überschritten. Es gibt keinen Markt, in dem der Clubman nicht heute schon ein Fünftel des Absatzes ausmacht. In München ist gar jeder dritte verkaufte Mini ein Clubman.

Wie reagieren Sie auf die drastische CO2-Diskussion?
Ambrecht: Kleine Fahrzeuge spielen eine immer größere Rolle. Mini wird daher noch wichtiger für den Konzern. Wir gehen davon aus, dass der Anteil und die Bedeutung am Konzernportfolio noch einmal massiv wächst. Wir werden insofern einen signifikanten Beitrag dazu leisten, dass der Konzern 2012 rund 1,8 Millionen Fahrzeuge verkaufen will.

Was heißt das konkret?
Ambrecht: Wir prüfen derzeit alle Möglichkeiten, wie wir unsere Flotte weiter dynamisch und umweltfreundlich gestalten können. Unter der Klammer "Minimalism", also dem Mini-Äquivalent zu Efficient Dynamics, möchten wir alle negativen ökologischen Effekte minimieren. So übernehmen wir aus dem Konzern etwa Start-Stop-Systeme oder die Bremsenergie-Rückgewinnung - im Grunde alle Themen, die für die Marke Sinn machen.

Ihr Wettbewerber Smart testet gerade einen Elektroantrieb in London - und bietet ein Modell mit nur 88 Gramm CO2/km. Was ist bei Mini denkbar?
Ambrecht: Es reicht nicht nur aus, über Lösungen zu reden oder sie als Showcars zu präsentieren. Wir wollen unseren Kunden kurzfristig Lösungen für den Alltag bieten. Vergangenes Jahr haben wir rund 50.000 Mini mit dem Minimalism-Paket ausgestattet. Dieses Jahr werden es rund 130.000 Fahrzeuge sein, also mehr als die Hälfte. Und dabei handelt es sich mitnichten um rollende Verzichtserklärungen.

Trotzdem braucht auch der BMW-Konzern ein Zero-Emisssion-Auto, um im wichtigen US-Markt mitspielen zu können. Wird ein solches Fahrzeug für den BMW-Konzern von Mini kommen?
Ambrecht: Hierzu gibt es noch keine Entscheidung.

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