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Mini Clubmann mit Wohnwagen Cowley

Power-Camping auf der Nordschleife

Mini Clubmann Cooper SD mit Cowley, Seitenansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Der Mini Clubman Cooper SD mit Einachs-Trailer Cowley könnte Rennstrecken rocken. Wir und die Nordschleife sind Zeugen. Einfach traumhaft.

29.08.2012 Jörn Thomas

Cowley hat Angst. Vielleicht haben wir gestern Abend etwas zu laut gesprochen, vielleicht war das Wohnzimmerfenster ein Stück zu weit geöffnet. Jedenfalls hat Cowley im Schein der Straßenlaterne vorm Haus mitgehört, was da auf ihn zukommt. Dabei hat er sich erst gefreut, der 3,47 Meter lange einachsige Wohnkokon in Tropfenform. Denn mit rotem Lack, schwarzen Rallyestreifen und Mini-Emblemen liegt er optisch ganz auf der Linie des Mini Clubman Cooper SD.

Cowley hat gedacht: Wie schön, es ist ein Diesel - sogar mit Automatik -, und sich geruhsam in seine Torsionsfedern gekuschelt. Was sollte ihm da schon passieren? Vielleicht ein kleiner Ausflug auf die Schwäbische Alb, an den Bodensee, maximal in den großen Ferien an die Adria. Gemütlich über den Brenner zockeln, das würde ihm gefallen. Doch dann drangen diese Wortfetzen an seine Schiebefenster. Trailer Challenge, Testfahrt, Nordschleife. Seine 15-Zöller versteinern, die Deichsel schlackert verängstigt, das Wasser in seinen Kanistern droht vor Schreck zu gefrieren. Hatzenbach und Wehrseifen, Karussell und Hohe Acht statt Urlaubstörn mit Camperglück.

Mini-Wohnwagen Cowley ist kein Aprilscherz

Der Mini-Camper Cowley hat sich getäuscht. Wie manch anderer, der bereits das Caravan-Outing von Mini am 1. April für einen Scherz hielt. Dabei ist Cowley real. Erfunden in den USA, montiert in Europa, verkauft in Deutschland. Leicht und kompakt mit praktischer Kunststoffhülle und aufklappbarer Küchenzeile im Heck. Zyniker schelten ihn Hundehütte, Liebhaber säuseln Knutschkugel. Innen holzgetäfelt, taugt er als rollende Blockhütte, Kuschelhöhle auf 1,90 mal 1,50 Meter, im Schein einer Liebesschmonzette, die vom ausfahrbaren Bildschirm des DVD-Players flimmert, changiert schwarze Seidenbettwäsche.

Cowley hat spekuliert auf softe Musik und wachsweiche Popcorn-Schnulzen mit Julia Roberts oder Meg Ryan. Doch nichts davon. Im Cowley-Kino läuft - wenn überhaupt - Italian Job, Bullitt, Le Mans oder Drive. Männer, Schweiß, Motoröl. Passend zur Mini Trailer Challenge (MTC), die die verblichene Mini Challenge beerben könnte. Eine zukunftsorientierte Rennserie, die Premium und Individualität nachhaltig in den Motorsport fokussieren würde. Ökonomisch und ökologisch, wie MTC-Ingenieurin Andrea Slampka erläutert. Deshalb Diesel vorn und Trailer hinten. Neben dem Renneinsatz, bei dem Windschattenduelle, Ausbremsmanöver und Hochgeschwindigkeitsdrifts durch den Anhänger fahrerisch anspruchsvoller und für den Zuschauer erlebbarer werden, ist so ein Gespann kostengünstig. Es entfallen teure Übernachtungen, Hospitality und Boxenmieten, Platz für Luder gibt es notfalls auch.

Mini-Camper Cowley hat alles dabei

Der Mini-Camper Cowley hat nämlich alles dabei: Frisch- und Abwassertank, Außendusche, Kühlbox, Zweiflammen-Gasherd, Staufächer. Da beginnt das Vergnügen schon auf der Anreise - und hält auch neben der Piste weiter vor. Dort kümmert sich die Solaranlage um unabhängige Stromversorgung, die neben Innen- und Außenbeleuchtung auch die Klimatisierung über einen Ventilator betreibt.

Cowley hat aber auch echtes Pistentalent, wie unsere exklusive Nordschleifenfahrt zeigt. Vorab, bevor die Nummer in Renn-Serie gehen könnte. Das Gespann wäre gerüstet. So verkneift sich Cowley neurotisches Schlingern und Pumpen, tunnelt mit seinen 1,67 Meter Höhe gekonnt den Seitenwind und windschlupft dank Tropfenform so talentiert, dass auf abgesperrter Strecke die Höchstgeschwindigkeit deutlich über den erlaubten 100 km/h liegen könnte.

Auf dem Weg durch Hatzenbach und Hocheichen schafft diese Folgsamkeit genug Vertrauen, um die folgende Hochgeschwindigkeitspassage und den Sprung am Flugplatz mit Gaspedal am Bodenblech in Angriff zu nehmen. Der Zweiliter-Diesel nölt nur kurz, arrangiert sich schnell mit seinem 440-Kilogramm-Gast und zieht ihn mit Hilfe seiner 305 Newtonmeter problemlos selbst knackige Steigungen hinauf.

Kein Lastwechsel-Thrill, lieber weiche, saubere Linien

Als es ins schnelle, kurvige Bergabstück über Kallenhard Richtung Wehrseifen und Breidscheid geht, wird auch klar, warum Mini für die Challenge zum langen Clubman gegriffen hat: Er liegt wegen des längeren Radstandes stabiler als der zweitürige Hatch oder gar das hibbeligere Coupé. Mit einer halben Tonne an der Deichsel sehnen sich nicht mal Gasköpfe nach Lastwechsel-Thrill, proben lieber die weiche, saubere Linie. Und das Gespann aus Cowley und Mini Clubman Cooper SD schafft sie. Okay, manchmal hopst Cowley ein klein wenig über die Unebenheiten, ansonsten spurt er selbst dann, wenn ihn der übermütige Pilot über Kerbs und Rattersteine zerrt. Am Wippermann nimmt er Schwung mit, bevor die überraschten Zuschauer am Brünnchen im Außenspiegel verschwimmen. Spätestens jetzt ist Cowley locker, seine Reifen warm, der Clubman war sowieso motiviert.

Als die beiden die Döttinger Höhe hinaufströmen, die Nürburg im Abendlicht lange Schatten wirft, ist Cowleys Angst verflogen - er wäre bereit für die Trailer Challenge. Einziges Problem: Cowley hat alles nur geträumt.

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