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Mini JCW Coupé Endurance beim 24h-Rennen

Rennzwerg verschafft sich Respekt

Mini John Cooper Works Coupe Endurance, Frontansicht, Nürburgring Foto: Rossen Gargolov 35 Bilder

Ein „kleines“ Abenteuer der besonderen Art mit dem Mini JCW Coupé Endurance. Dass ein Werk die Bühne des legendären 24h-Rennens am Nürburgring nutzt, um den Serienanlauf eines neuen Modells mit einem Rennerfolg zu stützen, ist weder ungewöhnlich noch neu. Dass der Rennwagen Monate vor dem Serienauto an den Start geht indes schon.

26.08.2011 Anja Wassertheurer Powered by

Manchmal möchte man aus der Haut fahren – die studierten Wetterfrösche und -propheten allesamt an die Wand klatschen. Schön sollte es beim 24h-Rennen am Nürburgring sein und trocken, zumindest am Samstag und Sonntag. Und nun das: andauernder Nieselregen bei herbstlichen sieben Grad Celsius. Typisch Eifel sagen die Einen, Blut und Wasser schwitzen die Anderen.

Sicher – in einem rund 265 PS starken Fronttriebler mit Differenzialsperre und sequenziellem Hollinger-Getriebe lässt sich bei diesen Bedingungen gegen die hinterradgetriebene Konkurrenz mit 400 und mehr PS prinzipiell Boden gut machen. Aber Spaß macht das im Mini JCW Coupé Endurance dennoch nicht. Schließlich ist die Ansage des mehrmaligen deutschen Superbike-Meisters Udo Mark, heute Technischer Koordinator der Mini Challenge, klar: Die Zielankunft der beiden brandneuen, mit ihrem leistungsgesteigerten 1,6-Liter-Turbo-Serienmotor im direkten Vergleich zwar nur mäßig motorisierten, dafür mit 960 Kilogramm aber auch federleichten Mini John Cooper Works Coupé Endurance ist Pflicht.

Respektabler 95. Startplatz im Mini JCW Coupé Endurance

„Wir wollen die Mini JCW Coupé Endurance rollen sehen – für die Fans, 24 Stunden lang.“ Angesichts solcher Vorgaben wird die Ehre des Start-Turns schnell zur Last. Es ist nass – noch, soll aber abtrocknen. Regenreifen sind vorerst die richtige Wahl. Aber wie lange? Der für ein Auto dieser Leistungsklasse in Anbetracht des Konkurrenzumfeldes herausgefahrene 95. Startplatz ist brillant, wurde aber von einem veritablen Mini-Kenner, seines Zeichens Stammpilot der Mini Challenge, aus dem Hut gezaubert.

Die Jungs kennen sich aus mit dem kurzen Radstand und dem bei abnehmendem Füllstand des Tanks sukzessive leichter werdenden Hecks des Mini JCW Coupé Endurance. Du aber hast gerade einmal zwei Runden mit dem kleinen Wildfang absolviert. (Selbst-)Zweifel sind da – keine Frage. Ist doch der Grat zwischen Held und Trottel an Tagen wie diesen doch besonders schmal. Zwei Stunden vergehen zwischen dem Öffnen der Boxengasse, das den Weg in die Startaufstellung freigibt und dem endgültigen „Go“ für die Aufwärmrunde.

Getümmel auf der Strecke nach dem Startschuss

Die Zeit klebt wie Kaugummi auf dem dunkel schimmernden Asphalt. Es ist kalt, die Füsse klamm. Doch dann – endlich! – das erlösende Signal: fünf Minuten. Es geht ins Auto. Die Schuhsohlen werden trockengewischt, die Gurte festgezurrt. Ein letztes „Toi, Toi, Toi“ des Teams, dann ist der Startpilot auf sich gestellt. Gelegenheit zur Klausur: „Du hältst dich raus, gehst defensiv an die Sache ran. Mit deinen Starterfahrungen ist es nicht allzu weit her, das Flügel-bewehrte Mini Coupé für dich noch ein ziemlich unbekanntes und zudem recht quirliges Wesen. Also Gemach.“

Kaum ein Blick für die die Strecke flankierenden, Fähnchen schwenkenden und jubelnden Fans, Konzentration auf das Wesentliche: Die Reifen brauchen Temperatur. Döttinger Höhe – der Adrenalinpegel steigt. Heftiges Hin- und Herwedeln hilft die Nervosität im Zaum zu halten. Das Grid-Schild, Hohenrain-Schikane! Das Feld beschleunigt, Gischt spritzt auf. Da – das Schwesterauto mit der Nummer 147 ganz rechts an der Boxenmauer – hinterher! Oder doch nicht? Gott ist das voll hier. Wenn ich jetzt rüberziehe, um hinterherzupreschen, wer weiß, wen ich dann übersehe? Denk an deine Marschroute! Defensiv fahren, lass die anderen erst einmal ziehen. Zusammengezählt wird am Schluss. 

Spielt das Wetter mit, läuft es auf der Strecke

Nach den ersten beiden Runden im Mini JCW Coupé Endurance kehrt Ruhe ein. Das Feld hat sich sortiert. Die Schaltung mit dem rechts auf Höhe des Lenkrads montierten Rauf/Runter-Hebel funktioniert super, Traktion und Gripniveau könnten besser kaum sein. Und wenn es doch mal eng werden sollte, steht ja noch das rennmäßig abgestimmte DSC parat. Wenn es nur nicht zu schnell abtrocknet! Die dunklen Wolken hängen immer noch tief. Ein allzu früher Wechsel auf Slicks könnte fatal sein. Es liegen noch immer Schauer in der Luft.

Kaum gedacht, kommt der Funkspruch aus der Box: „Harald hat eben auf Slicks gewechselt. Wie sieht‘s bei dir aus? Kommst du mit den Regenreifen noch klar?“ Chefmechaniker Lutz will wissen, ob und wann seine Jungs aktiv werden sollen. Ein kurzes Zögern nur, dann die Antwort: „Der Regen nimmt Richtung Pflanzgarten wieder zu. Es gibt noch ausreichend nasse Stellen zum Kühlen. Ich bleibe auf den profilierten Gummis.“ Fehlender Mut zum Risiko? Vielleicht. Schlussendlich aber die richtige Entscheidung.

Mut zu Regenreifen wird belohnt

Während etliche der optimistischeren Konkurrenten von der feuchten Strecke kreiseln, dreht das Mini JCW Coupé Endurance ungerührt seiner Bahn. Den Lohn der Angst erntet das für den Aufbau und Einsatz des Renn-Mini verantwortlich zeichnende Punkt Eins-Team in der Nacht: Nach gut zehn Stunden Renndauer hat der in der Zweiliter-Turbo-Klasse angetretene 1,6-Liter-Winzling den vierten Platz in der SP3T und Rang 49 im Gesamtklassement erobert. „Wenn das so weitergeht“, strahlt die 24-fache 24h-Teilnehmerin und Organisationschefin des Teams Traudl Klink, „dann fahren wir noch unter die Top 30.“

Dass eine gute halbe Stunde später kommt, was bei so viel Vorfreude kommen muss, kann man als Wink des Schicksal verstehen. Gegen fünf Uhr früh herrscht Aufregung in der Box: „Komm schnell, du musst ins Auto!“ „Was, jetzt schon, eine knappe Stunde früher?“ „Ja, ja – der Mini JCW Coupé Endurance kommt rein. Irgendwas stimmt nicht mit der Leistung.“ Erst noch Hoffnung: Vielleicht nur ein Relais? Dann traurige Gewissheit: Es hat den Lader erwischt. Die thermische Belastung im Triebstrang war denn doch zu groß. Die Mechaniker arbeiten fieberhaft und schnell, können den Absturz des Kraftzwergs im Klassement jedoch nicht aufhalten.

Ungeplante Reparaturen zerstören Traum von Top 30-Platzierung

Nach 24 Stunden sieht das Mini JCW Coupé Endurance mit der Startnummer 146 auf Platz 106 das Ziel. Das Schwesternauto folgt auf dem 118. Rang. Ironie des Schicksals: Der in der Startphase auf Öl entgleiste Mini mit der Nummer 147 lief nach dem frühen und leider auch langen Reparaturstop wie ein Uhrwerk. Dort bewies die in der Challenge bewährte Technik Stehvermögen. Frei nach dem Motto „hätte, wäre, wenn“ wäre bei der vorweggenommenen Jungfernfahrt des im Herbst auf der IAA debütierenden Mini Coupés also allerhand dringewesen, hätte der 1,6-Liter-Zwerg den 2,0-Liter-Turbo-Brennern ordentlich einheizen können. So aber ist der David den Beweis seiner Siegfähigkeit gegen Goliath erst einmal schuldig geblieben – für dieses Jahr ...

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