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Mini One und Rolls-Royce Ghost

Der Minimalist und seine Exzellenz

Mini One, Rolls-Royce Ghost, Seitenansicht Foto: Wolfgang Groeger-Meier 5 Bilder

Okay, fürs britische Empire lief es zwischenzeitlich etwas unrund. Doch nun haben die Automarken unter anderem mit deutscher Hilfe wieder ordentlich Fahrt aufgenommen. Heraus kommen dabei charakterstarke Statements in ganz unterschiedlichen Kategorien, ablesbar am Beispiel von Mini und Rolls-Royce.

15.08.2013 Jörn Thomas

Das Stanzen von Fahrpedalen in Auslegware zählt zu den beliebtesten Metaphern im Automobiljournalismus. Buchstäblich tief beeindruckend ist das flauschige Eintauchen in den Widerstand aus Druckpunkt und Hochflorteppich jedoch nur in einem Rolls-Royce – selbst im Einstiegsmodell Ghost, was zu gleichen Teilen an der Qualität der Auslegware sowie der Potenz des Motors liegt.

Im überschaubaren Modellprogramm der feinen BMW-Tochter unterhalb des majestätischen Phantom angesiedelt, richtet sich der Ghost mit seinen knapp 260.000 Euro Grundpreis an den gesunden Mittelstand unterhalb der oberen Zehntausend. Also an alle, denen die über 400.000 Euro des Phantom vielleicht doch einen Hauch überzogen erscheinen. Zumal es selbst beim Einsteigermodell weder signifikant an Außenlänge (5,40 Meter) noch Leistung (570 PS) mangelt. Dargeboten von einem Motor, der seine aktuelle Gefühlslage primär mittels einer Leistungsreserveskala dokumentiert. Deren schwarze Nadel lungert im Alltag vorzugsweise an der 80-Prozent-Marke herum; wer sie mittels kräftigeren Gasgebens Richtung 50 Prozent nötigt, hat sein Punktekonto augenblicklich im Dispo.

Rolls Royce-Motorleistung mehr als ausreichend

Was kaum verwundert, schließlich befanden die Verantwortlichen das Aggregat aus dem BMW-Topmodell 760i für wenig würdevoll, worauf sie den V12 flugs um 0,6 Liter aufbohrten. Früher gab Rolls-Royce die Leistung mit "ausreichend" an, heute müsste es "sehr gut" heißen. Die 570 PS und 780 Nm des V12-Biturbo sind ein längsbeschleunigender Imperativ, zumal sie mit der nötigen Gelassenheit und Diskretion via Achtgangautomatik an die Hinterräder fließen. Wer tatsächlich im Hochflor gründelt, bekommt es mit Schmetterlingen im Bauch zu tun. Wenn man ihn reizt, ist der Ghost dank Adaptivfahrwerk samt Wankstabilisierung zu überraschender Dynamik fähig. Vergleichbar mit der Reaktion von Kanzler Kohl auf einen Eierwerfer, damals 1991 in Halle.

Doch zurück zum Angenehmen, etwa den Fond des Rolls-Royce mit der opulenten Beinfreiheit, den verstellbaren Sitzen und dem per Dreh-Drücksteller befehligten Infotainment samt Bildschirmen. Die Portale schwenken nach hinten, zum Schließen genügt ein Knopfdruck, und sie fallen ins Schloss wie Schleusentore. Kurz: An Status herrscht kein Mangel, wofür auch die aufrechte Front mit dem charakteristischen Kühler plus Figur sorgt, die erfolgreich einen Bogen um einen Windkanal gemacht zu haben scheint.

Mini halten ihr Versprechen

Diese natürliche Autorität wird höchstens partiell von US-Sprechgesangsartisten gefährdet, die sich gern einen weißen Rolls mit verchromtem 25-Zoll-Radsatz vor die Villa stellen. Hierzulande begnügen sich Musikanten wie Bushido und Co mit Porsche Panamera ("Panamera Flow") oder BMW ("Frank White jagt euch mit dem BMW"). Wobei die Marke das passende Stichwort liefert: für Mini, die andere Briten-Marke im Schoß der Münchner Mutter. Lass einzelne Motzkis über das engagierte Marketing schimpfen – die Mini-Modelle halten, was sie versprechen.

Schon der One als normaler Zweitürer mit seinem 98-PS-Benziner und einer exzessfreien Ausstattung bringt alles mit, was ein Mini braucht. Die Räder in den äußersten Ecken, eine straffe, jedoch nicht absurd harte Federung plus eine präzise, nicht zu leichtgängige Lenkung. Herrn Issigonis, Schöpfer des Ur-Mini, würde es gefallen, wie der 3,72-Meter-Derwisch um die Ecken zischt. Am Fahrwerk haben sie nicht gespart: Wo einst Hydrolastic-Bälge prellten, führt heute eine Multilenker-Hinterachse. Und ein Ende der erfolgreichen Mini-Saga ist nicht abzusehen.

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