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Mini trotzt der Finanzkrise

Foto: BMW 21 Bilder

Mini-Chef Wolfgang Armbrecht spricht im Interview mit auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht über das neue E-Mini-Projekt, die vierte Baureihe und weitere Zukunftspläne der Lifestyle-Marke.

15.11.2008 Harald Hamprecht

Wie stark trifft Mini die Finanzkrise?
Armbrecht: Die makroökonomische Entwicklung der letzten Monate ist an keinem Hersteller spurlos vorbeigegangen. Auch nicht an Mini. Viele Märkte sind im Vergleich zum Vorjahr gravierend zurückgegangen. Gleichwohl registrieren wir ein anhaltendes Interesse an kleineren Fahrzeugen. Mini wächst in vielen Märkten entgegen dem jeweiligen Marktrend weiter und bleibt zugleich die am schnellsten wachsende Premiummarke weltweit. Als wir im Jahr 2001 mit dem neuen Mini begannen, verkauften wir rund 50.000 Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr waren es über 220.000 Einheiten.

Wo werden Sie dieses Jahr abschließen?
Armbrecht: Wir werden so lange wie möglich unseren Grundsätzen folgen, immer genau ein Fahrzeug weniger anzubieten, als das Kundeninteresse gerade erfordert. Mini bleibt ein Erfolg des "Pulls", also der Nachfrage. In den ersten neun Monaten haben wir 185.000 Autos weltweit verkauft, ein Plus von zwölf Prozent im Vorjahresvergleich. Und wir setzen alles daran, dass vergleichbare Zuwächse auch für das Gesamtjahr gelten.

Ist Ihre Kapazität im Werk Oxford nicht auf 240.000 beschränkt?
Armbrecht: Unsere Kapazitäten sind flexibel angelegt. Wir können in England bis auf 260.000 Einheiten gehen - sofern es das Kundeninteresse erfordert. Dazu planen wir weitere Kapazität mit unserem Partner Magna in Graz in Österreich. Dort könnte dann eine vierte Produktlinie platziert werden. Mini kann also jederzeit erforderliche Nachfrage abdecken.

Wie blicken Sie in das Jahr 2009?
Armbrecht: Entscheidend werden vor allem die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sein und hier, wie zügig es gelingt, die aktuell erkennbaren Tendenzen nachhaltig umzukehren. Für Mini selbst sind wir zuversichtlich: Das Mini Cabriolet kommt neu auf den Markt und wir feiern Geburtstag: Mini wird 50 Jahre alt. Ende Mai erwarten wir dazu alle Mini-Fans im Geburtsland der Marke, in England. Das wird ein großer Aufschlag. Zudem hat die Marke es ja immer wieder verstanden, besondere Ereignisse auch auf der Produktseite zu würdigen. Lassen Sie sich überraschen ...

Was dürfen wir von Mini im nächsten Jahrzehnt erwarten?
Armbrecht: Die Mini-Familie wird weiter wachsen. Beim Absatz haben wir mittelfristig 300.000 Fahrzeuge im Visier. Auf dem Pariser Automobilsalon haben wir einen Ausblick auf das vierte Mitglied in unserer Produktfamilie gegeben: den Mini Crossover. Das Fahrzeug dreht sich sehr eng um die Zahl Vier: vier Türen, vier Sitze, Vierradantrieb und um die vier Meter Länge.

Mit nur vier Litern Verbrauch?
Armbrecht: Das bieten wir heute schon: Der Mini Cooper D verbraucht zum Beispiel nur 3,9 Liter auf 100 Kilometern - bei einer Leistung von 110 PS. Das Fahrzeug ist im Markt verfügbar - übrigens auch mit den Efficient Dynamics-Techniken wie etwa Start-Stopp-Funktion oder Bremsenergie-Rückgewinnung. Wir bieten eine Reihe moderner Umwelttechniken, die serienmäßig in jedem neuen Mini verbaut sind. Speerspitze dieses Programms ist der neue Mini E.

Was erhoffen Sie sich von den 500 Elektro-Minis, die auf der L.A. Auto Show Ihre Weltpremiere feiern?
Armbrecht: Das ist die bisher größte Flotte von Elektrofahrzeugen mit Lithium-Ionen Akkus überhaupt. Wir geben diese Fahrzeuge gleich nach der L.A. Auto Show in Kundenhand - um weitere Erfahrungen auf diesem Gebiet zu sammeln. Uns interessiert wie der Kunde den Mini E nutzt und was für ihn an diesem Fahrzeug besonders wichtig ist. Der Kunde kann sich via Internet bewerben und wird dann den Mini E für maximal ein Jahr leasen. Nach dem Jahr werden wir alle Ergebnisse sorgfältig auswerten - und dann über nächste Schritte entscheiden. Das Ganze ist also Zukunft zum Anfassen.

Abschlussfrage: Wo können Sie sich eine Kooperation zwischen Mini und Alfa Romeo vorstellen?
Armbrecht: Ja - wir haben ein Memorandum of Understanding mit Fiat unterzeichnet. Konkret geht es um die Untersuchung von möglicherweise gemeinsam zu fertigender Systeme und Komponenten für zukünftige Fahrzeuge. Was wir dort tun, muss letztendlich zu unseren Marken passen und betriebswirtschaftliche Vorteile bringen. Eine Win-Win-Situationen also für beide - das ist es, was wir wollen.

      


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