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Mit dem Fiat 500 um die Welt

Foto: Bev und Lang Kidby 57 Bilder

Etwas verrückt sind sie schon, Lang und Bev Kidby – und das müssen sie auch sein. Ende Mai 2007 starteten sie in Australien auf ihre Welttour. Als Expeditionsgefährt wählten sie einen fast serienmäßigen Fiat 500, Baujahr 1969. jetzt sind sie in Hamburg gelandet. Doch von Anfang an:

21.06.2007 Powered by

„Das GPS sichert die Ehe“

Die Kidbys kauften den 500 F vor sechs Monaten mit einem montierten Motor des späteren 500 R, installierten einige Zusatzinstrumente für die bessere Überwachung des Motors und „for the safety“, wie Lang betont, baute er bequemere Sitze mit integrierten hohen Nackenstützen ein.

Zwei weitere Features des Cinquecento sind ein GPS und ein von Lang Kidby in drei Tage langer Handarbeit geflochtene Weidenkorb auf der Motorhaube. Das Flechten habe er in der Grundschule gelernt, erklärt er mir und die Notwendigkeit für das GPS auch: „Es ist nicht für die Navigation, sondern um die Ehe zu schützen – denn immer wenn ein Ehepaar zusammen in einem Auto sitzt und eine Karte ins Spiel kommt, gefährdet das die Beziehung“ – wie wahr.

Ich treffe Lang in der Werkstatt „Il Motore“ von Torsten Hanenkamp in Rellingen bei Hamburg. Hier lässt er einige Teile reparieren und nach den ersten 12.000 Kilometern einen „Basic-Check“ machen. Wie er auf Torsten und hierher gekommen ist, frage ich ihn. „Ich habe ein paar Freunde in Fiat Clubs in Europa. Und als ich sie nach einem Experten fragte, nannten mir alle Torsten.“ So ist er morgens angekommen und hat sich mit Torsten und dessen Team an die Arbeit gemacht.


Materialmordend: Russlands Straßen

Auf den russischen Straßen hat der kleine 500er mit seinem Radstand von 1840 mm doch etwas gelitten, auch wenn er immer mit eigener Kraft weitergekommen ist. So scherte die Verzahnung der linken Antriebswelle ab und der rechte vordere Achsschenkelbolzen sprang heraus. Beides wurde in Russland provisorisch geschweißt.

Doch hier bei Torsten Hanenkamp soll der Fiat 500 für die nächsten zwei Drittel der Tour gerüstet werden. Am besten mit Originalteilen. Das ist nicht ganz unproblematisch, denn der rechtsgesteuerte Australier benötigt andere Teile als seine linksgesteuerten Brüder. „Bei dem Umlenkbock der Lenkung mussten wir die Buchsen auspressen und durch neue austauschen.“, erklärt Hanenkamp, „ansonsten war aber nur wenig zu tun.“ Neben der erwähnten Antriebswelle musste die rupfende Kupplung und ein hinteres Radlager getauscht werden. Vorsorglich wurde das Ventilspiel kontrolliert, die Kopfschrauben nachgezogen und die Krümmerdichtung gewechselt – das war’s schon. Für Hanenkamp nicht überraschend, legte seine Frau doch mit ihrem Fiat 500 im letzten Jahr etwa 40.000 Kilometer zurück. Die Arbeiten sind dank des einfachen Aufbaus schnell zu erledigen – der Profi braucht für den Motorausbau nur 15 Minuten.

Hoffnungslos überladen

Offiziell beträgt die maximale Zuladung des Fiat 500 in Deutschland 280 Kilogramm. Lang Kidby erklärt mir, dass er die Zuladung auf rund 900 Kilogramm „aufgestockt“ hat – ohne Veränderungen am Fahrwerk. Dabei zeigen die beiden Erfindungsreichtum, um in dem Auto „ohne Gepäckraum“ wie mot in Heft 8 aus dem Jahr 1960 schreibt, die komplette Weltreiseausrüstung unterzubringen.

Statt der hinteren Sitzbank zimmerte Lang eine Box für die wichtigsten Utensilien, die er nun „schmuggelt“, wie er sagt. Die hinteren Radhäuser wurden durch die Blinkeröffnungen mit Utensilien beladen und der besagte Weidenkorb samt ebenfalls selbstgefertigtem Gepäckträger bietet geschätzte 40 Liter zusätzliches Gepäckvolumen.

Unter der Kofferraumklappe ist ja bekanntlich bei dem 500er wenig bis gar kein Platz. Neben dem 20-Liter-Tank führen die beiden noch ein Kanister mit zehn Litern extra mit. Mit den 30 Litern Sprit erreicht der Flitzer eine Reichweite von rund 600 Kilometern – der Durchschnittsverbrauch legt bei fünf bis 5,5 Litern, und das auf den zum Teil katastrophalen Straßen in Russland.


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