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Mit Vollgas durchs Dorf - 80 Jahre Sachsenring

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Seit Mai 1927 finden auf dem Sachsenring Rennen statt; am 7./8. Juli wurde mit einem Riesenaufgebot an Zeitzeugen das 80. Jubiläum gefeiert. Und Mitte Juli 2007 war der Ring Schauplatz des mittlerweile zehnten Motorrad-Grand-Prix der Neuzeit.

09.08.2007 Eberhard Kittler Powered by

Keine Frage - der Sachsenring ist eine der ganz großen Traditionsrennstrecken Deutschlands. Begonnen hat alles am 26. Mai 1927, als Rennleiter Paul Berger vor 130.000 Zuschauern für ein Rudel mutiger Motorradfahrer das erste Badberg-Viereckrennen startete. Die Naturrennstrecke südlich der heutigen Autobahn A4 war knapp neun Kilometer lang, führte über Landstraße mit Vollgas-Geraden und abenteuerlichen Kurven - und ging mitten durch zwei Ortschaften: Hohenstein-Ernstthal, Geburtsort des Indianer-Romanschriftstellers Karl May, und Oberlungwitz. 1928 ging die zweite Auflage über die Bühne, die aber von 40 schweren Unfällen überschattet war. Denn die Strecke war wirklich alles andere als ungefährlich - nur wahre Könner konnten sich auf dem Sachsenring behaupten.

Die großen Zeiten in den 30er-Jahren

Zu dieser Zeit wurden hier die Großen Motorrad-Preise von Europa ausgetragen. Ewald Kluge, "Schorsch" Meier, Karl Gall, Walfried Winkler, aber auch James Guthrie und die schnellen Italiener Serafini und Pagani auf DKW, BMW, Moto-Guzzi, Gilera und Norton zogen ein Riesenpublikum an: Die Fans verfolgten begeistert, wie ihre Stars zwischen Badberg, Queckenberg und Heiterem Blick den Maschinen die Sporen gaben.

1939 fand das letzte Rennen statt, dann überschattete das Kriegsgeschehen alles andere. 1949 sollte es weitergehen, hatten doch die Organisiatoren um den Hohenstein-Ernstthaler Kulturbund ungeachtet aller widrigen Begleitumstände wieder ein Rennen ausgeschrieben. Bis zu einer Viertelmillion Menschen kam künftig zu diesen Wettbewerben, bei denen damals noch Starter aus Ost und West dabei waren. Neue schnelle Männer bestimmten das Geschehen – Walter Zeller, Edgar Barth, Heiner Fleischmann, Hans Stuck, Kurt Ahrens und viele andere. Auch Radrennen wurden hier ausgetragen, weit über die Region hinaus bekannte Sprinter wie Bernhard Eckstein und "Täve" Schur sorgten 1960 hier für eine nie gekannte Begeisterung.

1990 kam die Schließung als Rennstrecke

Ab 1961 fanden auf dem Sachsenring wieder Motorrad-Weltmeisterschaftsläufe statt. Elf Jahre lang kam die Weltelite in die Region nördlich des Erzgebirges, unter ihnen Giacomo Agostini, Phil Reed, Jim Redman, Luigi Taveri, Dieter Braun und Angel Nieto. Ab 1973 rannten nur noch Autos und Motorräder aus den Ostblockstaaten, die Zuschauerzahlen gingen zurück. Dennoch - guter Sport wurde auch weiterhin geboten. 1990 kam das Aus für die Strecke, nachdem bei einem letzten Rennen drei Tote zu beklagen waren.

Auferstanden neben den Ruinen

Auf Initiative lokaler Institutionen und des ADAC entstand dann ein Verkehrssicherheitszentrum, aus dem 1996 mit großem Aufwand eine 3,7 Kilometer lange Rennstrecke erwuchs. Mit dem alten Sachsenring, der heute nur noch teilweise zu befahren ist, hat sie fast nichts mehr gemein - abgesehen vom alten Start-und Ziel-Haus und natürlich von der Begeisterung der Macher und Fans. Im Folgenden wurden hier wieder Motorradrennen gefahren, vor 60.000 bis 100.000 begeisterten Zuschauern - und seit 1998 ist der Sachsenring erneut Austragungsort des Motorrad-Grand Prix, mit Zuschauerzahlen jenseits der 200.000.

Schon eine Woche vor dem 2007er-GP traf sich hier alles, was einst und heute Rang und Namen hat(te): Im Rahmen der großen Jubiläumsfeier wurden zwei Tage lang Demonstrationsläufe mit historischen und aktuellen Zwei-, Drei- und Vierrädern gefahren - und viele, viele Stars kamen extra dafür nach Sachsen. Das Ganze wurde umrahmt von einer Ausstellung von Fahrzeugen, die hier Triumphe feierten - darunter auch die erfolgreichen Trabant-, Wartburg-, Lada-, Skoda- und Melkus- Rennwagen der DDR-Zeit.


auto motor und sport- Verkehrssicherheitszentrum am Sachsenring

Das Verkehrssicherheitsszentrum am Sachsenring führt nach entsprechender Voranmeldung täglich Sicherheitskurse für Motorrad- und Autofahrer durch. Einzelteilnehmer, die in Gruppen von maximal zehn Personen geschult werden, zahlen für einen achtstündigen Lehrgang wochentags 152,85 Euro und am Wochenende 173,37 Euro.

Informationen:

Am Sachsenring 2
09353 Oberlungwitz
Tel.: 03723-65 33 0
www.sachsenring.de

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