Mitbestimmungsstreit: VW und Porsche kommen sich näher

In dem erbitterten Streit um die Mitbestimmung nach der geplanten Übernahme von Volkswagen durch Porsche ist nun doch eine Einigung in Sicht. Das teilte der Betriebsrat der Porsche Automobil Holding in Stuttgart mit.

In der Holding werden der Sportwagenbauer und der VW-Konzern zusammengeführt. Nach Einschätzung der Arbeitnehmervertretungen beider Unternehmen sei bei den von der IG Metall moderierten Gesprächen eine Verständigung über die Mitbestimmungsvereinbarung "in Sichtweite", hieß es in der Mitteilung vom Dienstag (16.12.).

Gerichtstermin vertagt

Der Holdingvorstand und die Betriebsräte von Volkswagen und Porsche hätten sich daher darauf verständigt, um eine Vertagung des für Freitag vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg angesetzten Beschwerdeverfahrens zu bitten. "Damit hätten alle Beteiligten Zeit gewonnen, um eine mögliche Einigung auszuverhandeln", hieß es weiter in der Mitteilung. Über die Inhalte der Gespräche sei Stillschweigen vereinbart worden. Wo ein Kompromiss liegen könnte, wurde nicht bekannt.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, der seit Montag auch dem Betriebsrat der Holding vorsteht, erklärte: "Wir hatten gestern eine gute konstituierende Sitzung mit guten Gesprächen." Und er fügte hinzu: "Auch in Sachen Mitbestimmungsvereinbarung sind (Porsche-Betriebsratschef) Uwe Hück und ich auf einem guten Weg." Hück ist im Betriebsrat der Holding Osterlohs Stellvertreter.

IG Metall als Schlichter

Die Initiative für den sich abzeichnenden Kompromiss, der in den vergangenen Wochen in intensiven Gesprächen vorbereitet worden sei, soll vor gut einem Monat von IG-Metall-Chef Berthold Huber ausgegangen sein, schreibt die "Stuttgarter Zeitung". Huber hatte sich schon seit langem mehrfach um eine Schlichtung des monatelangen und zuletzt völlig festgefahrenen Streits bemüht.

Knackpunkte waren dabei vor allem die Laufzeit sowie ein faktisches Vetorecht der Porsche-Belegschaft gegen eine Kündigung des Vertragswerks. Der VW-Betriebsrat sah außerdem die europäischen Standorte des Wolfsburger Konzerns nicht ausreichend berücksichtigt.

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dpa

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