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Mitsubishi macht 2003 Millionen-Miese

Foto: Mitsubishi

Update ++ Der japanische Daimler-Chrysler-Partner Mitsubishi Motors erwartet wegen Rückschlägen in Nordamerika nach Vorjahresrekorden dramatische Verluste im laufenden Geschäftsjahr.

11.11.2003

Statt zuvor noch in Aussicht gestellter Gewinne wird nun zum Bilanzstichtag 31. März 2004 ein operativer Fehlbetrag von 45 Milliarden Yen (348 Millionen Euro) veranschlagt, wie Japans viertgrößter Autokonzern am Dienstag (11.11.) mitteilte. Netto dürfte ein Verlust von elf Milliarden Yen anfallen statt eines zuvor erwarteten Gewinns von zehn Milliarden Yen.

Hintergrund für den herben Dämpfer sind hohe einmalige Rückstellungen auf Kreditverluste sowie Absatzeinbußen in Nordamerika, dem für Japans Autobauer an sich gewinnträchtigsten Markt. Die Aktie stürzte daraufhin um 4,5 Prozent auf 232 Yen ab. Nach einem ursprünglich angepeilten operativen Gewinn von 90 Milliarden Yen hatte Mitsubishi (MMC) erst im Juli die Prognose auf 60 Milliarden gesenkt.

Kostensenkungen liegen über Plan

Dass nun stattdessen ein Verlust erwartet wird, bremst auch den eigentlich bis 2004 angesetzten "Turnaround"-Plan. "Das diesjährige negative Ergebnis in Nordamerika wird den Weg unseres Unternehmens zu in der Zukunft profitablem Wachstum verzögern, Mitsubishi aber nicht davon abbringen", sagte der deutsche MMC-Präsident Rolf Eckrodt. Nach einem operativen Verlust im ersten Halbjahr von 76,4 Milliarden Yen erwarte man in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres wieder einen Gewinn von 31 Milliarden Yen. Die Kostensenkungen lägen über dem Plan.

Die Gesamtjahresbilanz wird dennoch ausgerechnet vom Geschäft in Nordamerika verhagelt. Weil man riskante Kredite an Kunden vergab, die Probleme mit der Rückzahlung hatten, mussten einmalige Rückstellungen von 429 Millionen Dollar gebildet werden. Zudem ging der Absatz von 177.000 auf 150.000 Einheiten zurück, während die Kosten durch Kaufanreize (sales incentives) stiegen. Als Folge fiel dort im ersten Halbjahr ein operativer Verlust von 104 Milliarden Yen an.

Europa erstmals mit Gewinn

In Europa dagegen erwirtschaftete Mitsubishi Motors, an der Daimler-Chrysler mit 37 Prozent beteiligt ist, erstmals in seiner Geschichte einen Gewinn, und zwar von 15,2 Milliarden Yen, während der Verlust in Japan auf 20,6 (Vorjahr: 54,8) Milliarden Yen verringert und der Gewinn in Asien und dem Rest der Welt gesteigert werden konnte.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Eckrodt jedoch auch auf dem nordamerikanischen Markt wieder einen operativen Gewinn von 4,0 Milliarden Yen. Die im ersten Halbjahr notwendig gewordene Lagerreduzierung und die Kreditverlust-Rückstellungen seien einmalige Faktoren. Um die momentan schwierige Lage auf dem amerikanischen Markt zu korrigieren, würden "aggressive Gegenmaßnahmen" umgesetzt, versicherte Eckrodt.

Die Absatzprognose für die Region wurde auf 320.000 Einheiten gesenkt nach zuvor noch 340.000. Probleme bereitet auch nach wie vor der japanische Heimatmarkt. In Europa dagegen rechnet Mitsubishi Motors für das Gesamtgeschäftsjahr erstmals in der Geschichte des Unternehmens mit einem operativen Gewinn von 25 Milliarden Yen, nach einem Vorjahresverlust von 20,4 Milliarden Yen.

Kein Einfluss auf Daimler-Ergebnis

Der aus Tokio gemeldete Verlust von Mitsubishi Motors ist nach Angaben von Daimler-Chrysler in Stuttgart allerdings "schon zum größten Teil in den Zahlen zum dritten Quartal des Konzerns verbucht". "Der Verlust gefährdet nicht unser Ziel, für das Jahr 2003 einen Operating Profit von fünf Milliarden Euro zu erreichen", erklärte ein Sprecher..

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