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Mobileye kündigt Tesla

Wo bekommt Musk künftig die Kameras her?

Tesla Model S Foto: auto motor und sport

Nach dem tödlichen Unfall mit einem Model S Anfang Mai reißen die Schlagzeilen für Tesla nicht ab: Zulieferer Mobileye verkündete nun, ab 2018 die Elektroautomarke nicht mehr zu beliefern. Die NHTSA gab unterdessen bekannt, dass der verunglückte Tesla-Fahrer zu schnell fuhr. Ob dies die Ursache für den Unfall war, ist unklar..

27.07.2016 Uli Baumann 6 Kommentare

Mobileye und Tesla trennen sich ab Herbst 2016. Das gab der Zulieferer für Kameras, Chips und Software während einer Telefonkonferenz für Analysten bekannt. Nach Informationen des Handelsblatts sagt Ammon Shashua, Chefentwickler von Mobileye, dazu: „Es ist nicht im Interesse von Mobileye, weiter mit Tesla in dem Bereich zusammenzuarbeiten.“

Der Zulieferer hatte sich nach dem Bekanntwerden eines tödlichen Unfalls mit einem Model S in Florida von Tesla distanziert und klargestellt, dass Technik, die Kreuzungsunfälle verhindern könne, erst 2018 serienreif sei.

Mobileye kooperiert mit BMW und Intel

Am 1. Juli hatten Mobileye, Intel und BMW eine Kooperation in der Entwicklung autonom fahrender Autos öffentlich gemacht. Konkrete Ergebnisse dieser Kooperation werde man schon in wenigen Jahren sehen, kündigte der Autohersteller an. Ein autonom fahrendes Auto soll 2021 auf den Markt kommen. Für BMW-Chef Harald Krüger ist die Kooperation der nächste, große Schritt auf dem Weg zum strategischen Ziel des autonomen Fahrens. BMW möchte auf diesem Gebiet die Nummer eins sein.

NHTSA: Tesla Model S vor Unfall 14 km/h zu schnell

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hatte zwischenzeitlich ein Ergebnis ihrer Untersuchung veröffentlicht: Der Anfang Mai in Florida verunglückte Tesla Model S war zu schnell; er fuhr 119 km/h statt der erlaubten 105 km/h (65 mph). Ob dies die Unfallursache war, ist unklar.

Tesla Model S Rekordfahrt
Model S fährt autonom 5:52 Min.

Musk: Beta-Auto-Pilot von Tesla ist „nicht perfekt“

Trotz der „Beta“-Bezeichnung, die im Tech-Bereich für eine noch nicht ausgereifte Software verwendet wird, sei der Auto-Pilot keine „unfertige Technik“, wie Musk vor einigen Wiochen via Twitter erklärte. „Es ist nicht Beta-Software im üblichen Sinn“, so der Chef von Tesla. Vielmehr habe man den Begriff verwendet, um dem Autofahrer zu signalisieren, dass er es sich nicht zu bequem am Steuer machen soll. Es soll aussagen, „dass es nicht perfekt ist“.

Nach Angaben von Tesla sind bis zu dem Zeitpunkt des tödlichen Unfalls Anfang Mai rund 130 Millionen Meilen (ca. 200 Millionen Kilometer) mit dem System gefahren worden. Seit Oktober 2015 sind mit dem Auto-Piloten 70.000 Fahrzeuge unterwegs. Für eine ausreichende Datenmenge müsste nach Angaben von Tesla jedoch eine Milliarde Meilen gefahren werden – auch das soll „Beta“ aussagen.

Gegenüber der „Welt am Sonntag“ sagte ein Sprecher des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg (KBA). „Wenn mit der Bezeichnung 'Beta-Version' ein 'unfertiger' Stand der Software gemeint ist, würde das KBA eine Funktionalität mit einer derartigen Software nicht genehmigen“. Das KBA soll eigene Untersuchungen für die Lenk- und Bremsanlage in die Wege geleitet haben. Auf beides greift der Autopilot zu. Die Tesla-Modelle für Europa sind in den Niederlanden zugelassen und erhalten damit auch eine Zulassung für alle EU-Länder.

Tesla-System nicht für den Kreuzungsbereich ausgelegt

Gegenüber dem Wall Street Journal hatte Tesla am 7. Juli 2016 weitere Unfälle mit dem Auto-Piloten zugegeben, ohne ein konkrete Anzahl zu nennen. Eine „Handvoll“ Fälle werden mit der Technik in Verbindung gebracht.

Schon damals hatte sich auch der Software-Entwickler „Mobileye“ zum Auto-Pilot geäußert. In der „Bild am Sonntag“ sagte der Kommunikationschef: „Für Kreuzungsbereiche gibt es noch gar keine praxistaugliche Sensorik“. Die Tesla-Modell seien lediglich mit Sicherheitssensoren für Front- und Heck-Kollisionen ausgerüstet. Frühestens 2018 werden diese Art der Kreuzungs-Sensorik einsatzfähig sein.

Anfang Juli 2016 wurde bekannt, dass US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA einen tödlichen Unfall untersucht, den ein autonom fahrender Tesla verursacht haben soll. Der Tesla-Fahrer starb bei der Kollision seinen Autos mit einem Lastwagen in Florida. Nun überprüft die NHTSA, ob die Technologie versagt hat.

Weißer Lkw wurde nicht erkannt

Der Tesla Model S war an einer Kreuzung mit einem abbiegenden Lastwagen zusammengestoßen. Der Tesla ist dann unter den Lkw gefahren. Der Lkw-Fahrer sagte aus, der Fahrer des Unglückswagens habe zum Unfallzeitpunkt einen Harry-Potter-Film auf dem Fernsehbildschirm geschaut und sei sehr schnell unterwegs gewesen.

Tesla erklärte jedoch, dass es nicht möglich sei, Videos auf dem Touchscreen des Modells S abzuspielen. Im Fahrzeug wurde allerdings ein mobiler DVD-Player gefunden. Vorläufige Ermittlungen deuten laut NHTSA darauf hin, dass die Kameras des Wagens die weiße Flanke des Sattelzugs vom hellen Himmel nicht unterscheiden konnte.

Das Fahrassistenz-System hielt den querenden Lastwagen-Anhänger offensichtlich für ein hohes Autobahn-Schild und habe deshalb das Fahrzeug nicht automatisch gebremst. Der Unfall ereignete sich nach NHTSA-Angaben bereits im Mai, wurde aber erst jetzt offiziell bestätigt.

Tesla spricht von einem „tragischen Verlust“ und teilte auf seiner Webseite mit, weder der Fahrer noch die Sensoren des Autopiloten hätten den Sattelzug bemerkt.

Unfallfahrer lobte Autopiloten

Tesla betonte zudem, dass es sich bei dem Autopilot-System um eine neue Technologie in der sogenannten Beta-Phase handele, die in der Grundeinstellung ausgeschaltet sei. Fahrer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten.

Der tödlich verunglückte Tesla-Fahrer hatte nach einem Bericht der „Welt“ noch im April das Autopilotsystem gelobt, nachdem es nach seinen Angaben einen Unfall mit einem Lastwagen auf einer Schnellstraße verhindert hatte. Er stellte damals ein Video von dem Vorfall online, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Der Tesla S sei „das beste Auto, das ich jemals besessen habe“, schrieb er.

Neuester Kommentar

Jedem Menschen, der an seinem leben hängt und der mehr als 3 Hirnzellen hat, sollte doch klar sein, dass man in einem Auto aufmerksam zu sein hat und nicht einfach blind einem Assistenzsystem vertraut.

Ich mein, wie dumm kann man denn sein?

Vulcan 28. Juli 2016, 00:57 Uhr
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