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Modellnamen der Autohersteller

Die Qual der Wahl

Mercedes ML, Schriftzug Foto: Hans-Dieter Seufert 52 Bilder

Wie soll das Kind denn nun heißen? In Deutschland verfolgen Autobauer unterschiedliche Strategien bei der Namensgebung ihrer Modelle.

17.02.2012 dpa

Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen reicht der Prozess bei der Namensgebung von mehreren Monaten bis hin zu Jahren. Die Wolfsburger nutzen für ihre Modelle auch Themenfelder wie Winde (Passat), Sport (Polo) oder griechische Mythologie (Eos). Knapp 100 deutsche Erstanmeldungen für Markennamen zählt VW im Schnitt pro Jahr - denn es werden nicht nur Autonamen angemeldet, sondern beispielsweise auch Bezeichnungen für neue Technologien.

VW will international vertriebene Modelle möglichst unter einem Namen anbieten. Manchmal klappt das nicht - etwa beim kleinen Fox. Der sollte in Mexiko auch unter dem Namen laufen, doch der damalige Staatspräsident und Regierungschef Vicente Fox kam bei den Plänen dazwischen. VW ließ übrigens auch schon einmal die Leser einer Autozeitschrift über Namen abstimmen. Tiguan setzte sich gegen Nanuk, Namib, Rockton und Samun durch.

Buchstaben und Zahlen am Heck eher unbeliebt

Daimler hat eine andere Strategie. Die Mercedes haben Buchstaben und Zahlen für Klassen und Leistung. Daran werde nicht gerüttelt, sagen die Schwaben. "Unsere Buchstaben-Klassen wie beispielsweise S-, E-, und C- sind international sehr bekannte, eigenständige starke Bezeichnungen, die unser Portfolio hierarchisch klar gliedern." Bei Vans, Bussen und Lkw verließ Daimler aber diese Linie. Die Namen im Nutzfahrzeugbereich wurden Mitte der 90er eingeführt.

Daimler meldet weltweit jährlich rund 1.000 Marken an. Die Modellnamen am Heck sind bei der Mehrheit der Mercedesfahrer übrigens eher unbeliebt. In Deutschland werden rund 55 Prozent der Fahrzeuge über alle Modellreihen hinweg ohne Typenkennzeichnung ausgeliefert - kein ungewöhnlicher Trend.

Modellnamen beziehen sich nicht mehr auf Leistung

Die VW-Tochter Audi arbeitet auch mit Buchstaben und Zahlen. "Früher wurden die Modellbezeichnungen wie beim Audi 80 von der Leistung abgeleitet", sagt Marius Kohlhepp, bei der Audi AG für die Namensgebung der Modelle verantwortlich. "In den 1990er Jahren entwickelte Audi neue Bezeichnungen, die zur Neupositionierung als Premiummarke passten." Dabei habe Audi einfach auf die Konkurrenz geschaut. "Die Kombination von Buchstaben und Zahlen kannten die Kunden im Premiumsegment damals bereits." Bei Audi dominieren nun die Bezeichnungen von A1 bis A8. Bei den Geländewagen kam das Q dazu, um auf den Vierradantrieb Quattro hinzuweisen. Neben Mercedes und Audi hat auch BMW ein System aus Zahlen und Buchstaben.

Bei Opel begann man in der Nachkriegszeit mit Bezeichnungen wie Senator, Kadett, Rekord. Opel erklärt dazu: "Namen mit Rangfolgen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen waren zunächst sehr beliebt, aber bei einem sich ausweitenden Produktportfolio limitiert. Außerdem expandierte Opel immer stärker auch außerhalb Deutschlands und es waren Namen gefragt, die auch international funktionierten." So dominieren heute klingende Namen, die meist auf a enden - von Astra bis Zafira. "Das "a"  nimmt eine verbreitete Endung des Griechischen und Lateinischen auf, wie sie in fast allen europäischen Sprachen Eingang gefunden hat und eingängig und vertraut klingt", begründet Opel. Der Signum tanze ganz bewusst aus der Reihe, "um seine Individualität zu signalisieren".

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