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Monterey Historic Races

Ein Rundgang durch das Fahrerlager

Laguna Seca Foto: Jens Dralle 52 Bilder

Die Monterey Historic Races auf dem Laguna Seca Raceway sind etwas besonderes. Hier kommt der Autoenthusiast schon beim Rundgang durch das Fahrerlager ins Schwärmen. Rennsportlegenden aller Jahrezehnte reihen sich an Supersportwagen für die Straße - Anfassen erlaubt.

17.08.2009

Unter dem infernalischen Gebrüll, nein, Geschrei seines 1,5 Liter-ERA von 1934 stürzt sich Paddins Dowling die berühmte Corkscrew hinab, gefolgt von einem nicht minder lautstarken Riley Brooklands. Natürlich spielt sich während der Monterey Historic Races das Hauptgeschehen auf der Strecke ab. Doch auch ohne Asphalt Achterbahn bietet beispielsweise ein Rundgang durch das Fahrerlager mehr Vergnügen als ein Besuch im Freizeitpark.

Offenes Fahrerlager, Klassiker zum Anfassen

Riesige Vorkriegs-Rennwagen-Ungetüme aus Europa erholen sich im Schatten der Zelte direkt neben kaum kleineren US-Tieffliegern der Neuzeit, dazwischen mal ein Morgan Threewheeler, selbst ein aufgebrezelter Volvo Amazon hat sich hierher verirrt. Meistens liegen Mechaniker drunter und hängen akrobatisch in den Autos, doch von abgehobener Distanz zum Fußvolk keine Spur.

Typisch amerikanisch ist hier anfassen und Löcher-in-den-Bauch-Fragen seitens der Fans nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht. Das obligatorische Posing für das Familienalbum kommt automatisch dazu. Unter das herbe Odeur von altem Rennwagen-Sprit mischt sich landestypisch Burgerduft, Bratwurst kennt man hier nun von Oktoberfest-Imitaten. Wer etwas zu trinken bestellt, bekommt vielleicht sogar Cola zu seinen Eiswürfeln, Pfadfinder-Jungs im Fähnlein Fiselschweif Outfit verkaufen Eis. Selbst ganz dort oben in der Corkscrew.

Porsche-Rennwagen, Jay Leno und Jerry Seinfeld


Die Sprecherstimme schnarrt über die Strecke wie im Abspann von Yellos "The Race", der Wind pfeift, einen Sonnenbrand holt sich der naive Europäer trotzdem. Jetzt donnert eine Horde Porsche-Rennwagen die Strecke, ein bisschen langsam, die Fahrer ohne Helm. Die Stuttgarter Sportwagenbauer darf hier als "featured Marque" der Held sein, fernab vom Übernahme-Gerangel in der Heimat.

Hier wird um dem US-Kunden gebaggert, der bitte fleißig den neuen Panamera kaufen soll. Das tut auch, ein Porsche-Manager berichtet von 40 Kaufverträgen, ausschließlich Turbo-Modelle. Doch dieser Corso findet aus einem weniger erfreulichen Grund statt: Es sollen zwei verstorbene Händler geehrte werden, offenbar sehr gute Händler. Auch die Comedy-Talkmaster Jay Leno und Jerry Seinfeld klemmen sich hinter das Steuer. Im Fahrerlager dominiert ebenfalls das Wappen der Stuttgarter, der Porsche ist quasi der Golf des Motorsports. Mit einem 962 oder 935 fällt man hier nicht mehr auf. Vielleicht parkt deshalb der eine oder andere Rennfahrer seinen privaten Ferrari oder Lamborghini neben dem Service-Truck. Gegen das Gebrüll der Vorkriegs-Renner kommen sie allerdings nicht an.

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