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Monza

Gemischte Bilanz der Deutschen

Foto: dpa 53 Bilder

Monza war nur für Nick Heidfeld und Nico Rosberg eine Reise wert. Die anderen drei deutschen Piloten demolierten sich entweder das Auto, scheiterten früh im Qualifying oder waren einfach zu langsam.

11.09.2007 Michael Schmidt Powered by

Nick Heidfeld punktete zum elften Mal im 13. Rennen. Der vierte Platz war das Maximum. "Vielleicht hätten wir Räikkönen ohne die Safety-Car-Phase schlagen können", urteilt BMW-Technikchef Willy Rampf. "Die hat den Einstoppern ein Geschenk gemacht, weil die Zweistopper in den vier Runden Neutralisation nicht die Zeit gutmachen konnten, die nötig gewesen wäre."

Schumacher gerät unter Druck

Auch Nico Rosberg wird immer mehr zum sicheren Punktelieferanten. Aus den letzten drei Rennen holte Nico sieben Zähler. Für Ralf war Monza dagegen eine Enttäuschung. Es begann im Training mit dem 18. Startplatz. Zum fünften Mal in dieser Saison scheiterte Ralf an der ersten Qualifikationshürde. Es ging im Vergleich zu Jarno Trulli um 63 Tausendstel. Da sprach der Frust mit: "Trulli hat es gerade so geschafft, ich gerade nicht mehr. Danach profitiert er von der besseren Strecke. Je mehr Gummi auf der Bahn, umso mehr profitieren wir. Haben wir einmal die erste Hürde geschafft, kommen wir meistens auch ins Top Ten-Finale."

Kam die Panne zum dümmsten Zeitpunkt? "Der Moment ist nicht optimal", wiegelt Ralf ab, "aber er wird für meinen Arbeitsplatz auch nicht zum Problem." Im Rennen kämpfte Ralf Schumacher im hinteren Mittelfeld mit Anthony Davidson. Platz 15 für ihn. Auch Jarno Trulli kam nicht in die Punkte. Monza lag den Toyota nicht. Weil man mit minimaler Bodenfreiheit fahren muss, damit die Aerodynamik überhaupt funktioniert, ist man für die Schikanen vom Fahrwerk völlig falsch eingestellt. "Unser Auto springt wie ein Geisbock über die Randsteine", verzweifelte Ralf Schumacher.

Wenn Ralf Schumacher Formel 1-Fahrer bleiben will, muss er in Spa Rundenzeiten und WM-Punkte sprechen lassen. Das Trainingsduell führt Jarno Trulli klar mit 11:2 an, doch bei den schnellsten Rennrunden ist es umgekehrt. Dafür rangierte Ralf Schumacher acht von 13 Mal vor seinem Teamkollegen. Sein größtes Plus ist sein technisches Verständnis. Dass man an Trulli als Entwicklungshilfe für die Ingenieure nicht so recht glaubt, zeigt die Verteilung der Testtage. Seit Saisonbeginn hat Schumacher an zwölf Tagen getestet, Trulli nur an acht.

Vettel nur im Qualifying gut

Auch für Sebastian Vettel war Monza ein verlorenes Rennen. Gerhard Berger rauft sich die dünner werdenden Haare: "Egal, was die Ingenieure ans Auto bringen, das Auto wird kaum schneller." Sebastian Vettels 16. Startplatz war der einzige Lichtblick: "Vettel war nur zwei Zehntel vom zehnten Startplatz weg, und das wäre für uns wie Weihnachten." Hätte ToroRosso in der ersten Qualifikationsrunde nicht schon alle weichen Reifen verbraten, wäre das Wunder möglich gewesen. "Ich hatte in der Ascari-Schikane einen Quersteher, der hat mich eineinhalb Zehntel gekostet. Es hätte also auch mit den harten Reifen fast geklappt", ließ Vettel wissen.

Der 20-jährige Hesse fühlt sich in seinem ToroRosso immer mehr zuhause: "Ich konnte vor Monza das Auto zum ersten Mal testen. Da hatte ich endlich mal Zeit, mit dem Setup herumzuspielen. Das Auto war gut ausbalanciert, und da ist auch das Vertrauen wieder zurückgekommen." Nur die Traktionskontrolle macht Sorgen. Sie regelt zuviel Power weg. "Wenn ich in der zweiten Schikane über den Randstein räubere, dreht mir die Traktionskontrolle den Saft ab. Ich muss aber über den Randstein, sonst bin ich zu langsam", klagte Vettel.

Dem Aufwind in der Qualifikation folgte die Ernüchterung am Renntag. Ein Auffahrunfall in der ersten Runde ins Heck des SuperAguri von Davidson zwang Vettel zum Nasentausch in die Boxen. Das Safety-Car brachte ihn wieder ans Ende des Feldes. Doch kaum gab es grünes Licht, spürte der Toro Rosso-Neuzugang, dass mit den Bremsen etwas nicht stimmte. "Das Pedal war unheimlich lang und es wurde immer schwieriger abzuschätzen, wann ich anfangen sollte zu bremsen, damit ich die Einfahrt der Schikanen schaffe. Wenn dir in Monza das Vertrauen ins Auto fehlt, macht das Fahren wenig Spaß." Vettel landete zwar hinter Teamkollege Vitantonio Liuzzi im Ziel, aber er markierte wenigstens die schnellere Rennrunde als der Italiener.

Neuer Spyker - alte Platzierung

Für Adrian Sutil änderte sich trotz B-Version nichts. Die Spyker landeten wie üblich auf den letzten beiden Plätzen - mit etwas geringerem Rückstand. In der schnellsten Rennrunde waren Sutil und Teamkollege Sakon Yamamoto den Toro Rosso fast ebenbürtig. Im Training fehlten ihnen sieben Zehntel. Der Zeitgewinn der lang erwarteten B-Version von Spyker liegt laut Technikchef Mike Gascoyne bei 0,7 Sekunden. "Wir können noch das ein oder andere Zehntel wegfeilen, wenn wir das mechanische Setup besser verstehen", hofft der Ingenieur.

Bis auf das Chassis, die Nase, den Motor und die Getriebeinnereien ist alles neu. Gascoyne glaubt, dass Spyker auf dem richtigen Weg ist. Seine Devise heißt: Alles Geld in die Aerodynamik. Die Entwicklung des Schnellschaltgetriebes liegt auf Eis. "Wir suchen zwei Sekunden, nicht zwei Zehntel." Stattdessen wurde der alte Jordan-Windkanal von 40 auf 50 Prozent Modelle aufgerüstet. Das erlaubt detailgenaueres Messen. Die Windgeschwindigkeiten stiegen von 144 auf 180 km/h. Er wird Mitte September in Betrieb genommen. Parallel dazu hat Spyker Anfang des Jahres einen Dreijahresvertrag mit Aerolab in Bologna abgeschlossen, wo die B-Version zum Großteil entwickelt wurde.

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