Moskau Motor Show 2008: Russland fährt auf

Vom 29. August bis 7. September öffnet die Moskau Motor Show 2008 ihre Pforten und präsentiert den russischen Auto-Fans die Neuheiten der Hersteller. Eine Impression der Messe und ein Einblick in den russischen Auto-Markt.

Draußen regnet es und am Moskauer City Ring geht gar nichts mehr. Von allen Seiten stauen sich die Ladas 2110, Renault Logan, Nissan Qashqai und Mazda 3 und rollen nur schrittweise ihrem Ziel entgegen. Rund um das Messegelände herrscht noch hektische Betriebsamkeit.

Landrover baut noch an der Offroadstrecke vor dem Haupteingang, die Fensterputzer versuchen, die Fassade der neuen Messehalle trotz schlechtem Wetter auf Hochglanz zu wienern und im Inneren der Halle entstauben russische Putzfrauen die Messeneuheiten, für die sie gelegentlich schon mal das Foto-Handy zücken, um eigene Erinnerungen nach Hause zu tragen.

Der Fluch der Globalisierung

Überall glitzern die Firmenlogos: Ford im markentypischen Blau, Citroen mit seinen Doppelflügeln als Markensymbol und Mazda mit seinem Zoom Zoom-Slogan. Wären nicht die kyrillischen Schriftzeichen an den Säulen - die Messe könnte überall sein - egal, ob in Peking, Frankfurt oder Genf.

"Das ist der Fluch der Globalisierung", so Mini-Designchef Gert Volker Hildebrand, der sich aber darüber freuen darf, dass seine Marke im abgelaufenen Jahr einen Zuwachs von 54 Prozent zu verzeichnen hat. Die Importeure sind auf dem Vormarsch und so erscheint es gar nicht so erstaunlich, dass die russische Heimatmarke Lada zwischen seinen Modellen Kalina und Priora wie an die Wand gedrückt zu sein scheint. Auf die Importeure entfällt ein Marktanteil von 72 Prozent, davon 32 Prozent auf Japaner, 23 Prozent auf Europäer, 20 Prozent auf Korea, ebenfalls 20 Prozent auf die USA und etwas mehr als drei Prozent auf die chinesischen Hersteller.

Die Deutschen rangieren dabei unter ferner Liefen. Marktführer unter den Ausländern ist Chevrolet, gefolgt von Ford und Hyundai, VW findet sich abgeschlagen auf Rang 14 wieder. Zu den absoluten Trendsettern zählt in Russland das SUV-Segment mit knapp 20 Prozent Marktanteil. Kein Wunder, dass sich Renault Koleos, Ford Kuga, Mitsubishi Sport, Volvo XC70, Mercedes GLK und Cadillac Escalade auf den Ständen ihrer Hersteller ganz vorne im Rampenlicht drehen.

In einem Land, in dem CO2-Ausstoß noch ein Fremdwort ist und es auch keine Pläne für eine entsprechende Steuer gibt, genießen ansonsten die Spitzensportler Priorität: Audi feiert die Weltpremiere des RS6 und fährt daneben S5, S8, Q5 und Q7 V12 TDI auf – fast alle weiß lackiert, der absoluten Trendfarbe dieser Messe. Und auch Standnachbar BMW hat diesen Ton für seine Messehighlights M3, M5, M6 und Z4 M gewählt.

Bunter präsentiert sich dagegen die Welt der Modells – speziell am Alfa-Stand gehüllt in rote Stretchkleidchen, die wie ein Hauch aus Nichts wirken. "Die russische Bevölerkung wirkt sehr modisch", so Mazda Europa-Designchef Peter Birthwhistle. "Manchmal kommt es einem vor, als wäre man im neuen Las Vegas." Stimmt. Wie auf einer russischen Auto-Show fühlt man sich eigentlich nicht.

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Birgit Priemer

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