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Mosley-Skandal

76.000 Euro Entschädigung

Foto: Wolfgang Wilhelm 47 Bilder

Rund vier Monate nach Beginn des Sex-Skandals hat der umstrittene Automobil-Weltverbandschef Max Mosley den Prozess gegen die Boulevardzeitung "News of the World" gewonnen.

24.07.2008 Powered by

Ein Londoner Gericht sprach dem FIA-Präsidenten am Donnerstag eine Entschädigung in Höhe von umgerechnet 76.000 Euro wegen Verletzung seiner Privatsphäre zu. Das Sonntagsblatt hatte Ende März Auszüge aus einem Sex-Video veröffentlicht und behauptet, die Aufnahmen zeigten Mosley bei Nazi-Rollenspielen mit fünf Prostituierten. Der Brite hatte seine Beteiligung an den Sex-Spielen eingeräumt, einen Nazi-Zusammenhang aber stets bestritten. Das Gericht schloss sich dem 68-Jährigen an, verweigerte Mosley aber das erhoffte Präzedenz-Urteil.

Die Zeitung muss daher nicht die von den Anwälten des FIA-Chefs zusätzlich geforderten Strafzahlungen in Millionen-Höhe leisten. Das Gericht stellte klar, dass es keinen Präzedenzfall habe schaffen wollen, der investigativen Journalismus in Zukunft behindern könnte. Allerdings muss das Boulevard-Blatt auch Mosleys Gerichtskosten übernehmen, die auf rund 570.000 Euro geschätzt werden. Mosley zeigte sich zufrieden. "Ich freue mich sehr über das Urteil, das für die "News of the World" niederschmetternd ist. Es hat ihre Nazi-Lüge als vollkommene Erfindung entlarvt", sagte Mosley, der wegen des Sex-Skandals heftig in die Kritik geraten war.

Affäre beschädigt Mosley

Zahlreiche FIA-Mitgliedsverbände sowie die in der Formel 1 engagierten Autobauer BMW und Mercedes hatten den Rücktritt des FIA-Präsidenten gefordert. Bei einer außerordentlichen Generalversammlung im Mai in Paris gewann der Sohn des früheren britischen Faschistenführers Sir Oswald Mosley aber eine Vertrauensabstimmung mit klarer Mehrheit. Auch der von ihm abgerückte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat sich inzwischen wieder mit Mosley versöhnt.

Der Chefredakteur von "News of the World", Colin Myler, kritisierte das Urteil als Gefahr für die Pressefreiheit. "Diese Geschichte war von öffentlichem Interesse und wurde daher zurecht veröffentlicht", erklärte Myler. Das Gericht stellte indes fest, dass es bei Mosleys Rollenspielen keine Nazi-Anklänge oder gar eine Verunglimpfung von Opfern des Holocausts gegeben habe. Mosley habe ein Recht darauf, dass seine sexuellen Aktivitäten privat blieben, auch wenn sie "unkonventionell" seien.

Die Höhe der Entschädigung legte das Gericht zwar moderat fest, blieb aber über der Summe vergleichbarer Fälle. Mit 76.000 Euro erhält Mosley eine Entschädigung wie sie zuvor noch keinem Prominenten bei einem Prozess gegen die Presse zugesprochen wurde. Der vorherige Rekord lag bei ca. 18.500 Euro. Die US-Schauspielerin Catherine Zeta-Jones und Ehemann Michael Douglas wehrten sich 2003 erfolgreich gegen das Magazin "Hello", das unauthorisierte Hochzeitsbilder des Paares veröffentlicht hatte.

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