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Mosley

Zum Gegenschlag bereit

Foto: dpa

Am 25. Juni tritt der FIA-Weltrat zusammen. Formel 1-Beobachter erwarten einen Coup von FIA-Präsident Max Mosley im Machtkampf gegen die Rechteinhaber der Formel 1.

21.06.2008 Powered by

Mosley wird die Kapitalbeteiligungsfirma CVC, der die Vermarktungsrechte an der Formel 1 gehören auffordern, den Teams mehr Geld auszuschütten. Bislang werden 50 Prozent aller Einnahmen an die zehn Teams verteilt. Man geht von einer Gesamtsumme von 430 Millionen Dollar aus. Mosley will einem neuen Concorde Abkommen nur zustimmen, wenn es auf die Grundfeste des allerersten von 1981 zurückgeführt wird. Damals gingen 92 Prozent der Startgelder und 67 Prozent der TV-Einnahmen an die Teams. Den Rechteinhabern blieb der bescheidene Rest. Für CVC ist dieser Verteilungsschlüssel inakzeptabel.

Die Teams werden Mosleys Plan unterstützen. Und genau das ist der Coup, mit dem der FIA-Präsident die Teams wieder auf seine Seite ziehen und einen Keil zwischen die Bewerber und CVC treiben will. "Beim Geld werden in der Formel 1 alle schwach", sagt Gerhard Berger. Ein anderer im Fahrerlager prophezeit: "Mit diesem Köder werden die Teamchefs den ganzen Mosley-Skandal vergessen." Ferrari hat sich bereits voll auf die Seite der FIA geschlagen. Teamchef Stefano Domenicali nahm gar nicht mehr an Meetings mit Bernie Ecclestone teil. Auch die Privatteams Williams, Red Bull und ToroRosso sympathisieren eher mit dem Weltverband. Bernie Ecclestone reiste am Freitag nach Maranello, um Ferrari-Chef Luca di Montezemolo auf die Politik der Rechteinhaber einzuschwören. Ferrari jedoch steht auf dem Standpunkt, dass der ruinöse Machtkampf zwischen dem Weltverband und den Rechteinhabern im Sinne des Sports aufhören muss.

Mosleys will sich zum Anwalt der Teams machen. Er wirft CVC vor, keinen Plan zu haben, wie man die Kosten in den Griff bekommen könnte. Die FIA hatte deshalb eine Limitierung des Budgets vorgeschlagen. Seit einem halben Jahr arbeiten FIA-Mann Tony Purnell und Experten der Teams an einer Lösung. Das Kernproblem ist die Überwachung der Ausgaben. Purnells Expertise ist zu 95 Prozent angeschlossen. Trotzdem wird die Budgetdeckelung um ein Jahr auf 2010 verschoben. Hauptgrund sind die hohen Entwicklungskosten für die Hybridtechnologie, die auch 2009 noch zu Buche schlagen.

Die FIA will im nächsten Jahr einen Feldversuch starten. Den Teams wird eine Obergrenze von vermutlich 175 Millionen Euro gesetzt, an die sie sich halten müssen. Es wird aber keiner bestraft, wenn er drüber liegt. Die FIA will in dem Testjahr nur ihre Überwachungsmechanismen ausprobieren. Ab 2010 kennt Mosleay keinen Pardon mehr. Er will sogar die Motorkosten mit in das Budget bringen. Sie waren zunächst zusammen mit den Fahrergehältern von der Deckelung ausgeschlossen.

Getritten wird noch um die Höhe des endgültigen Limits, das in einem Dreistufenplan erreicht werden soll. Einige Hersteller wie Honda wollen nicht unter 150 Millionen Euro gehen. Renault hält 90 Millionen für eine vertretbare Grenze, Motoren inclusive. ToroRosso plädiert für 60 Millionen Euro. "Damit kann man exzellenten Motorsport bieten", behauptet Gerhard Berger. Sein Teamchef Franz Tost fügt hinzu: "Mit 60 Millionen pro Jahr wären die Autos im Schnitt höchstens eine halbe Sekunde pro Runde langsamer. Wir würden deshalb keinen Zuschauer weniger haben."

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