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Motorradsaison 2016

Das sind die angesagten Bikes

BMW R nineT Scrambler Foto: BMW 15 Bilder

Los jetzt, runter vom Sofa, rauf aufs Motorrad. Nie zuvor war das Angebot bunter, wirkten die Trends cooler. Wir zeigen Ihnen die angesagten Bikes – für Novizen und Kenner.

24.04.2016 Jörn Thomas

Wir Motorradfans sind gerade mitten im Frühling. Nicht nur weil die Krokusse sprießen, die Sonne gern mal scheint und den Asphalt warm streichelt. Nö, viel handfester. Motorradfahren ist wieder in. Wir sind wieder wer – und wir sind viele. Raus aus der Schmuddelecke, rein in die blühende Fantasie aller, die neben dem Autofahren intensive mobile Erfahrungen suchen. Ganz gleich, ob Sie schon immer davon träumten, früher tatsächlich wie der Teufel am Kabel zogen oder es einfach nie lassen konnten, wir zeigen Ihnen, auf welche Bikes Sie sich in der Saison 2016 freuen können.

Was als zarter Trend begann, brandet inzwischen wie eine fette Welle: Retro läuft. Wind um die Nase wehen lassen, Metall statt Plastik, klare Funktionszuordnung: Tank, Sitzbank, Rahmen, Motor, Auspuff. Alles klar und logisch. Ein Tacho ist ein Tacho, ein Scheinwerfer ein Scheinwerfer, ein Schutzblech ein Schutzblech. Keine Attrappen, alles ist echt und genau da, wo es hingehört. Selber schrauben ist erlaubt, ja sogar ausdrücklich erwünscht.

Triumph ScramblerFoto: Triumph
Triumph Scrambler: Im Gegensatz zur neuen Triumph-Generation pulst hier noch der luftgekühlte 865-Kubik-Twin.

Retro 2.0: Scrambler

Lust auf eine Extradosis Steve McQueen? Dann ran an die Scrambler. Im Plural. Seit den 60ern gibt es sie, geboren aus dem Geländesport. Und genau dieser raue Mix aus Straße und Gelände ist gerade das ganz heiße Ding und bei vielen Marken im Programm – bei Triumph schon eine ganze Zeit. Bot sich ja auch an angesichts der authentischen Basis. Luftgekühlter Parallel-Twin, 865 Kubik, 58 PS, Speichenräder, eine Scheibenbremse vorn, zwei Federbeine hinten, Kniekissen am Tank. Puristisch, ohne Gedöns. Fährt ganz leicht dank niedriger Bank und hohem, recht breitem Lenker – ohne Angst, irgendwo hängenzubleiben. Für 9.840 Euro bringt sie dich überall hin, ohne je zu überfordern.

Diese 214 Kilogramm sind beherrschbar, es muss ja nicht gleich ernsthaft offroad gehen. Gleiches gilt für die 110 PS starke BMW nineT Scrambler, umgestrickt aus dem Retroschlager R nineT, von der sich die Scrambler robust emanzipiert. Ihr Rezept: einfachere Komponenten, etwa eine konventionelle Gabel mit Faltenbälgen oder Stahl- statt Alutank. Dessen Lack heißt übrigens nicht nur Monolith metallic matt, er wirkt auch genauso.

Customizing ab Werk

Fehlen noch der halbhoch montierte Doppelauspuff, die etwas höher montierte, abgesteppte Sitzbank und der puristische Analogtacho. Auch typisch: Customizing ab Werk. Wo man sich früher als Schrauber das Zubehör selbst zusammenklaubte und anschraubte, genügen heute ein paar Kreuze auf der Liste. Autokäufer kennen das. Und BMW macht Kasse damit. So rollt die Scrambler ab Werk auf straßenbereiften Gussrädern (gähn) – erst gegen Aufpreis kommen die stilechten Kreuzspeichenräder mit gröberstolligen Gummis. Windschild, Lampengitter, Nummerntafel und mehr komplettieren das Optionsangebot. Vorteil: Qualität und Passform stimmen.

Kein Scrambler, aber ebenfalls trendig gemixt: die Yamaha XSR 900, Ableger der MT-09, speziell im gelb-schwarzen Sonderlack der Jubiläumsedition. Damit ähnelt sie früheren Rennmotorrädern. Faster Sons, schnellere Söhne, so der Werbe-Claim, unterstützt von Motorrad-Weltmeisterlegende Kenny Roberts. Selbst wenn die XSR 900 mit dem beschworenen Dirttrack-Geist wenig zu tun hat, sie ist klasse. Solide gemacht, dazu hochwertige Details liebevoll umgesetzt – diese gelb-schwarze Dreizylinder-Wespe sticht mit ihren 115 PS. Die 300 Euro extra für den Lack sind gut angelegt, aber Achtung: Nur 120 Stück des Anniversary-Modells kommen nach Deutschland.

Yamaha SR 400Foto: Yamaha
Yamaha SR 400: Anderswo gibt es sicher mehr Technik fürs Geld. Mehr luftgekühlte Einzylindrigkeit aber nirgends.

Im gleichen Look erscheint auch die SR 400. Okay, die reanimierte Einzylinder-Oma mit Einspritzung kommt motorseitig nicht mehr an den Schlag der SR 500 ran, die seit 1978 Kickstart und Bollersound unters Volk brachte. Luftgekühlt und zweiventilig, dabei ehrlich wie eine Roth-Händle. Leider hat es sich heutzutage ausgequalmt, die Abgasvorschriften schlagen der aktuellen SR schwer auf die Lunge. Unschlagbar authentisch aussehen kann sie aber immer noch.

Kumpel gesucht – die NC 750

Einen komplett anderen Ansatz zum vergleichbaren Preis verfolgt Honda mit den NC-750-Sisters. Früher hieß es ja mal, "you meet the nicest people on a Honda", dabei sind die Motorräder selbst auch nice Typen. Einfachst zu bedienen, solide gemacht, preiswert, aber nicht billig. Das trifft den Nerv, so gehört dieser Allrounder mit 745-Kubik-V2 zu den meistverkauften Motorrädern bei uns. Die Modellpflege dürfte die Begehrlichkeit noch steigern. Zwar bleibt der wassergekühlte Motor mit 55 PS Spitzenleistung zahm, was die 48 PS starke Einsteigerversion jedoch umso attraktiver macht. Hinzu kommt für den 2016er-Jahrgang LED-Licht vorn und hinten sowie ein schickerer, leichterer Schalldämpfer, der überdies den Klang verbessert.

Ach ja, Euro 4 ist natürlich obligatorisch. Im Gegensatz zum Doppelkupplungsgetriebe, das 1.000 Euro extra kostet und die NC für Komfortsuchende endgültig in den Wellness-Himmel hebt. Hochbeiniger und cooler als die rein straßenorientierte S tritt die X für 6540 statt 6.040 Euro auf, eine Art sanfte Reise-Enduro mit längeren Federwegen, die dank größerem Windschild und Helmfach ihre Tourentauglichkeit weiter verbessert. Noch preisgünstiger fährt man mit der CB 500F. Sie gefällt mit einem quirligen, sparsamen 48-PS-Reihenzweizylinder, ordentlicher Verarbeitung, LED-Licht (neu für 2016) und erwachsenem Design bei einsteigerfreundlichem Handling. Honda zeigt, dass Einsteigermotorräder spannend und preiswert zugleich sein können. Was besonders für die 6.265 Euro teure vollverkleidete CBR 500R gilt – eine richtige kleine Sportfeile, 175 km/h schnell mit scharfem LED-Doppelscheinwerfer-Gesicht.

Die V-Truppe

Sport? Da blubbert die Ducati Scrambler Sixty2 tiefenentspannt aus dem Auspuffstummel. Sie, die verkleinerte 800er Scrambler, bietet für 7.790 Euro mehr oder weniger identische Optik bei halbiertem Hubraum. 41 PS bei 183 Kilogramm können zum Cruiser-Glück reichen, doch der Preisabstand von nur rund 1.000 Euro zur großen Schwester (75 PS stark) schmälern die Aussichten für Deutschland.

Harley-Davidson Forty-EightFoto: Harley-Davidson
Harley-Davidson Forty-Eight: Der Preis ist kein Scherz, die kompakte Harley macht aber richtig Spaß.

Beste Aussichten nach wie vor für die Harley-Davidson Forty-Eight. Einer der Bestseller im Programm: Liefert sie ab Werk für 12.345 Euro doch astreinen Style und mit ihrem 1200er-V2 ordentlich Punch (67 PS, 96 Nm). Per Umrüstung auf 48 PS zudem für Einsteiger geeignet, schreit sie wie alle Harley: Bau mich um! Und wer damit erst angefangen hat, kommt nicht mehr davon los.Traditionell auf luftgekühlte V2-Motoren setzt auch Moto Guzzi, allerdings mit längs liegender Kurbelwelle und Kardan. Besonders nett: die V7 II Stornello, ein Scrambler mit 744 Kubik, 48 PS und Speichenrädern in limitierter Auflage.

Suzuki: Locker flockiges Naked Bike

Unlimitiert dagegen die Suzuki SV 650, mit der die Japaner an die Erfolge der ersten Generation anknüpfen möchten. Und die Chancen für dieses 6.390 Euro teure Naked Bike mit dem 76-PS-V2 im Gitterrohrrahmen stehen gut. Locker flockig das Handling, quirlig das Ansprechverhalten, sympathisch der Klang, futuristisch das digitale Cockpit. Ein Wohlfühlkumpel für alles, vom täglichen Pendeleinsatz bis zur Spaßrunde auf der Hausstrecke.

Trendy: Honda Africa Twin

Bei der neuen Honda Africa Twin darf die Spaßrunde ruhig ein paar Tausend Kilometer dauern. Lange mussten die Fans auf die Neuauflage dieses Enduro-Klassikers warten. Und die CRF 1000 L schlägt gleich richtig ein. Wie ihre Vorgängerinnen rundum solide gemacht, ohne Technik-Overkill, aber für alles zu haben – ob tägliche Kurzstrecke oder Wüstenabenteuer dies- und jenseits von Afrika. Sorgfältig verarbeitet, universell talentiert: So setzt man Trends. Und die Africa Twin ist einer. Straßenbereift als Partner auf Landstraße und Autobahn lässt sie sich gern Grobstolliges auf ihre Speichenräder (geländegängige 21 Zoll vorn!) montieren, um es dann abseits befestigter Pisten richtig stauben zu lassen.

Neben der Zentralisierung der Massen und dem gelungenen Fahrwerkslayout helfen die 95 PS des kompakt bauenden Zweizylinders, zumal fein dosierbar auf Straße und im Gelände. Dazu verpasste Honda ihm 270-Grad-Hubzapfenversatz, der dem Reihenmotor einen Touch V-Motor verpasst. Ebenfalls an Bord: dreistufige Traktionskontrolle und ABS (am Hinterrad abschaltbar). Noch mehr Hilfe gefällig? Für 1.000 Euro extra schaltet die Africa Twin mit Doppelkupplungsgetriebe. Es erhöht das Gewicht zwar um zehn auf fast 250 Kilogramm, hilft aber Novizen im Gelände, da nun immer der passende Gang drin ist – abwürgen unmöglich. Womit der passende Schlusssatz für den Ausblick auf die aktuelle Saison gefunden wäre: Abwürgen unmöglich – der Motorradmotor 2016 läuft runder denn je.

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