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MP3-Player

Da ist Musik drin

Die Anbindung von MP3-Playern im Fahrzeug ist zum Kinderspiel geworden. Mittlerweile existieren verschiedene Lösungen, die wenig Einbauaufwand verlangen. Ein Marktüberblick.

05.06.2008

Moderne Autos machen es Musikfans nicht leicht: Wer heute Hifi- und Multimediaanlagen vom freien Markt nachrüsten will, muss mit unzulänglichen Radioschächten oder einer komplizierten Fahrzeugelektronik kämpfen. Häufig artet der Aufwand in einer kostspieligen Aktion aus. Nicht so, wenn es um die MP3-Player geht.

Für die smarten Mini-Musikabspielgeräte gibt es bereits eine Vielzahl einbaufreundlicher Anbindungsmöglichkeiten. Am einfachsten geht es mit den so genannten FM-Transmittern. Im letzten Jahr erteilte die Bundesnetzagentur diesen Geräten grünes Licht. Die Transmitter wandeln die ausgehenden Musiksignale des Players in UKW-Frequenzen um, die das Empfangsteil des Autoradios verarbeiten kann. Die Tonqualität liegt allerdings nur auf Radio-Niveau und auch die Steuerung über das Autoradio ist extrem eingeschränkt – mehr als die Lautstärke lässt sich nicht regeln.

Wenig Einbauaufwand für Musikgeschmack

Dafür ist aber eine Montage der Mini-Sender nicht nötig, da sie in der Regel die Größe eines Kugelschreibers haben und per Kabel in den Kopfhörerausgang zu stecken sind. Die Transmitter gibt es bereits ab 20 Euro und sie können mit einer Reihe von Geräten kombiniert werden – nicht nur mit den MP3-Playern, sondern auch mit Navigationssystemen und Mobiltelefonen funktionieren die Sendeeinheiten.

Besonders die portablen Routenführer werden in letzter Zeit immer öfter mit den smarten Musikabspielgeräten ausgerüstet. Der TomTom GO 910 zum Beispiel stellt von seiner 20 Giga-Byte großen Festplatte drei Viertel des Platzes unter anderem für MP3-Dateien zur Verfügung – was Raum für mehrere tausend Songs bietet. Während der Fahrt lässt sich die Titelwiedergabe bequem über eine Fernbedienung steuern. Zur CeBIT haben die Niederländer ins Zubehör noch einen FM-Transmitter aufgenommen, der sich in der 50 Euro teuren Halterung für den GO 910 befindet. Einen anderen Weg geht Garmin. Mit dem Nüvi 670T hat das Unternehmen einen mobilen Lotsen herausgebracht, bei dem ein FM-Modulator bereits im Gerät integriert ist. Auch bei reinen MP3-Playern ist diese kombinierte Lösung bereits vorzufinden. Maxfield bietet mit dem G-Flash NG ein entsprechendes Modell schon für etwa 80 Euro im Programm an.

Eine völlig andere Richtung verfolgt Navigationsspezialist Falk. Für die P-Serie gibt es ein Car-Kit (150 Euro), dass den Lotsen an der Mittelkonsole befestigt und den integrierten MP3-Player direkt an die Lautsprecher legt. Das Autoradio muss bei dieser Lösung nicht an sein, um die Musik im Fahrzeug ertönen zu lassen. Die Lautsprecher werden mit einem seperaten Verstärker (2 x 22 Watt) verbunden – Titelwahl und Lautstärkeregelung geschieht über den Lotsen. Die Montage dieser Anlage können die Partnerwerkstätten von NaviFit (www.navifit.de) erledigen. Hier handelt es sich um ein Unternehmen, das auf den Einbau von portablen Navigatoren spezialisiert ist und mit Falk zusammenarbeitet.

Auch bei den Mobiltelefonen spielt die Musik eine immer größere Rolle. Der MP3-Player ist hier bereits seit längerem ein unverzichtbarer Standard. Nun kommt das Bluetooth-Protokoll A2DP (Advanced Audio Distribution Profile) hinzu, mit dem sich sich kabellos Songs übertragen lassen. Deshalb setzt die Industrie bei den Handys verstärkt auf diesen Standard zur Übertragung im Fahrzeug. Allerdings unterstützt bisher kaum ein Autoradio dieses Bluetooth-Profil.

Deshalb sind Adapter nötig und hier gibt es bereits verschiedene Ausführungen. Ein entsprechendes Produkt namens Bluetouch haben die Firmen Peiker und Alac (www.bluetouch.de) gemeinsam geschaffen. Über Bluetouch lässt sich sowohl telefonieren als auch Musik übertragen. Handys, die A2DP unterstützen, können die Songs zu Bluetouch und somit zum Autoradio senden. Für Musiktelefone ohne dieses Übertragungsprofil bleibt die FM-Modulation oder der Radioanschluss per Kabel (Line-in). Bluetooth-Freisprecheinrichtungen, die gleichzeitig auch Musik an das Radio übertragen, gibt es mittlerweile von einigen Anbietern wie zum Beispiel die Geräte Ego von Funkwerk Dabendorf, Comfort Multimedia von LinTech und CC 9050 von Bury.

Handy-Hersteller bringen Musik ins Auto

Auch die Handy-Hersteller sorgen mittlerweile im Auto für Anbindungen ihrer Musik-Telefone. Nokia zum Beispiel hat mit der Kfz-Freisprecheinrichtung CK-20W ein Modell im Markt, dass auch die kabellose Übertragung bei Handys ermöglicht – sofern sie mit dem A2DP-Profil ausgestattet sind. Sony-Ericsson verkauft ebenfalls Integrations-Lösungen: Mit der Freisprechanlage HCA-60 bietet das Unternehmen bereits eine kabelgebundene Variante für die eigenen Produkte an. Aber auch einen Bluetooth-Empfänger mit der Bezeichnung MBR-100 hat der Handy-Hersteller im Programm. Im Auto angeschlossen, kann man die Musik vom A2DP-Telefon übertragen und in Hifi-Qualität anhören.

Die Bluetooth-Technik bleibt auch den handelsüblichen MP3-Playern nicht mehr vorenthalten. Für die Kopfhörereingänge gibt es bereits Adapter im Fachhandel. Sie übertragen die Musik ebenfalls via A2DP an einen dafür ausgelegten Empfänger. Dieser kann sich am Autoradio befinden wie etwa der MBR-100 von SonyEricsson. LinTech zum Beispiel hat mit dem blueLino ebenfalls einen solchen Adapter entwickelt und auch Funkwerk Dabendorf bietet mit dem Audio music-System einen A2DP-Empfänger für die Audioanlage im Fahrzeug an. Die Kombination von Bluetoothsender und -empfänger kostet um die 140 Euro.

Was bei den Zubehörlieferanten bereits bestens klappt, ist in der Autoindustrie noch Zukunftsmusik. Die Fahrzeughersteller bieten bislang nur kabelgebundene Lösungen zur Musikübertragung an. Einfache Varianten über AUX-Anschlüsse gibt es bereits bei vielen Herstellern. Mit einem Cinch-Kabel für den Kopfhörerausgang lassen sich die Musikspeicher an die Werksradios anschließen. Die Steuerung der Geräte über die Audioanlage ist allerdings eingeschränkt – mehr als die Lautstärkeregelung ist nicht drin.

Autohersteller setzen auf eigene Lösung

Weit vorangeschritten erscheint dagegen die Entwicklung bei Mercedes. Die Kunden können für etwa 180 Euro aus dem Zubehörprogramm eine Steckverbindung ordern, die im Handschuhfach liegt und mit dem Audiosystem verbunden ist. Über das Werksradio lässt sich das Abspielgerät steuern. Jedoch funktioniert diese Anbindung nicht mit jedem Player. Konfiguriert ist das System derzeit nur für den Apple iPod. Ähnlich sieht es bei BMW aus.

Einen anderen Weg geht Volkswagen. Hier finden sich zwei Anbindungen im Programm, die jeweils 195 Euro kosten. So gibt es eine Schnittstelle für den iPod. Die zweite Variante im VW-Programm sieht sogar eine Anbindung aller gängigen MP3-Player mit USB-Anschluss vor. Bei beiden Lösungen lassen sich die Geräte über das Werksradio steuern. Das ist auch bei der Fiat-Lösung „Blue and Me“ der Fall. Sie ermöglicht ebenfalls eine Anbindung von verschiedenen Musikplayern. Das System wurde gemeinsam mit Microsoft entwickelt und kostet 220 Euro Eine ähnliche Variante gibt es zum Beispiel auch im BMW Einser und auch im neuen Renault Twingo.

Fast alle Hersteller tüffteln derzeit an intelligenten Anbindungen für MP3-Player. Doch nicht immer ist das Ergebnis sinnvoll. Oft wird die CD-Wechselsteuerung als Anschluss-Krücke genutzt. Zwar lassen sich die Songs auch damit über das Autoradio steuern, doch die Wahl der Liederliste und die Anzahl der Stücke ist begrenzt. Auch Titelname und Interpred werden häufig nicht angezeigt. Und wer vergisst, die Lösungen ab Werk zu ordern, schaut später in die Röhre. Denn eine Nachrüstung ist in vielen Fällen nicht möglich. Hier kommt die Zubehörindustrie ins Spiel. Sie hält vor allem Lösungen parat, die sich ohne viel Aufwand einbauen lassen – und das meist zu günstigen Preisen. Die Funkübertragung macht eben viel möglich.

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