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MTU

Daimler-Chrysler erzwingt Verkauf

Nach monatelangem Streit hat der Mehrheitsaktionär Daimler-Chrysler den Verkauf des Dieselmotorenbauers MTU Friedrichshafen erzwungen.

02.09.2005

Die außerordentliche Gesellschafterversammlung habe ein Liquidationsverfahren beschlossen, um das Unternehmen als Ganzes an einen Investor zu verkaufen, sagte ein Daimler-Chrysler-Sprecher am Donnerstagabend (1.9.). Der zwischenzeitlich gestoppte Verkauf werde sofort neu begonnen. Daimler-Chrysler hält 88 Prozent an MTU.

Nach Ansicht von Branchenbeobachtern wird erwartet, dass die Familiengesellschafter gegen diesen Beschluss klagen werden. Bei der Abstimmung enthielt sich jedoch Irmgard Schmid-Maybach, die rund 2,4 Prozent der Anteile repräsentiert. Die Familien, die insgesamt knapp zwölf Prozent besitzen, hatten bereits einen Exklusivvertrag mit dem US-Finanzinvestor Carlyle abgeschlossen, der nun hinfällig wird.

Als so genannte Liquidatoren, die den Veräußerungsprozess leiten, wurden die MTU-Geschäftsführer von der Gesellschafterversammlung ernannt. Am Mittwoch hatte das Landgericht Ravensburg die Vetorechte der Familien zwar prinzipiell bestätigt, nach Auffassung von Daimler-Chrysler jedoch das Liquidationsverfahren als Verkaufslösung gebilligt.

Der Konzern sei zuversichtlich, aus einem möglichen Rechtsstreit als Sieger hervorzugehen, sagte der Sprecher. Eine Zerschlagung von MTU Friedrichshafen werde es auf keinen Fall geben. Der MTU-Betriebsrat hatte sich sogar an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gewandt, um die Zukunft des Konzerns zu sichern. MTU produziert auch Motoren für die Marine und für den Leopard-Panzer.

Die MTU Friedrichshafen GmbH baut mit 5.000 Beschäftigten Großdieselmotoren für Schiffe, Eisenbahnen, Militär- und Baufahrzeuge sowie Energieversorgungsanlagen. Im Vorjahr erzielt der Konzern einen Umsatz von 1,35 Milliarden Euro.

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