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Mugello

Trendwende oder nur Strohfeuer?

Foto: Wolfgang Wilhelm 39 Bilder

Bei den ersten beiden DTM-Rennen des Jahres in Hockenheim und Oschersleben war Mercedes chancenlos. Und auch nach dem Training in Mugello hätten höchstens Berufsoptimisten auf einen Sieg der C-Klasse-Fahrer gewettet. Doch es kam anders.

05.05.2008 Claus Mühlberger Powered by

Jamie Green und Paul di Resta holten Platz eins und zwei. Bei Mercedes jubeln alle und die Audi-Männer fragen sich: Wie konnte das passieren? Die Antwort ist leicht: Track-Position schlägt Laptime, heißt eine alte Motorsport-Regel für das Rennen in bestem Denglisch. Das heißt: Wer vorne fährt, bleibt auch dort. Dies gilt in der Formel 1 ebenso wie in der DTM. Es sei denn, er macht Fehler der allergröbsten Art.

Aber selbst ein Speed-Unterschied von drei bis vier Sekunden pro Runde reicht auf einer Strecke wie Mugello mit ihren langgezogenen, schnellen Kurven nicht aus, um den Vordermann zu überholen. Ein Beispiel gefällig? Als Tom Kristensen nach dem Boxenstopp wieder zurück auf die Piste kam, musste er sich brav hinter Susie Stoddart anstellen, obwohl die Engländerin in ihrem 2007er-Mercedes auf reichlich abgewetzten Reifen dahinrodelte und daher zu diesem Zeitpunkt des Rennens nur ziemlich jämmerliche Rundenzeiten schaffte.

Audi kommt schlecht aus den Startlöchern

Dass Green und di Resta einen recht gemütlichen Nachmittag an der Spitze verbringen konnten, lag vor allem an den verheerenden Starts der Audi-Stars. Mattias Ekström, der Viertplazierte des Trainings, verlor auf dem etwa 600 Meter langen Weg zur Kurve eins fünf Positionen, "weil die Hinterräder bloß durchgedreht haben." Wie man es richtig macht, zeigte di Resta: Er verbesserte sich in der ersten Runde von Position fünf auf Rang zwei.

Timo Scheider passierte das gleiche wie vor zwei Wochen in Oschersleben Tom Kristensen: Der Trainingsschnellste wurde von der Kupplung des A4 DTM genarrt. Sie begann zu schleifen, obwohl sie dies nicht sollte, das Auto rollte ein paar Zentimeter nach vorne. Daraus resultierte ein Frühstart, dann eine Durchfahrtstrafe. "In so einer Situation hast du nur zwei Möglichkeiten: Entweder du würgst den Motor ab oder du fährst zu früh los", sagte Scheider. "Aber es war mein Fehler. Ich habe etwas zu früh angefangen mit der Startprozedur."


Audi dominant im Qualifying

Scheider brachte sich so um alle Chancen. Dabei war er nach dem Qualifying wie ein Mann von einem anderen Stern bestaunt worden: Mehr als drei Zehntelsekunden betrug sein Vorsprung auf den Zweiten, Mercedes-Mann Jamie Green. Dies, obwohl die 2008er-Audi reglementsgemäß 20 Kilo mehr wiegen mussten als die neuen Mercedes, was den A4-Fahrern einen Malus von fast einer halben Sekunde einbrockte. Dies wettzumachen und sogar noch einen Vorsprung draufzupacken - da kann man nur sagen: Respekt.

Insofern ist es nach dem ersten DTM-Saisonsieg für Mercedes verfrüht, von einer Trendwende zu sprechen. Allzu deutlich sind Argumente des Mercedes-Lagers nach dem Qualfying noch in Erinnerung. Sie erinnerten ein wenig an Durchhalteparolen: "Na ja", so machte man sich Mut. "Scheiders Leistung kann man ja gewissermaßen als Ausreißer betrachten." Sportchef Haug resümierte jedoch ziemlich illusionslos: "Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir ein großen Schritt gemacht. Aber der Schritt, den die Konkurrenz machte, war größer. Wir müssen jetzt wie die Eichhörnchen fleißig Punkte sammeln und auf den Turn-Around warten. Wir tragen den Kopf hoch und beißen uns durch. Das Wichtigste ist es, dass wir spannenden Sport bieten." Optimismus klingt anders. Auch nach dem überraschenden Doppelerfolg gab sich Haug realistisch: "So schnell hätten wir den ersten Saisonsieg nicht erwartet."

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