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Ford Mustang gegen Chevrolet Camaro

Welcher Muscle-Car-Klassiker verspricht mehr?

Camaro vs. Mustang Foto: ams 28 Bilder

Chevrolet gibt vom neuen Camaro noch nicht alle Daten und Leistungsangaben preis. Trotzdem lassen sich erste Vergleiche mit dem schärfsten Rivalen Ford Mustang ziehen. Welches der beiden Kult-Pony-Cars zieht das andere ab?

21.07.2015 Andreas Haupt Powered by

Beide sind Ikonen. In den USA und außerhalb der Staaten. Beide duellieren sich seit 1966. Also seit fast einem halben Jahrhundert. Mit Ausnahme von 2002 bis 2009 als Chevrolet den Camaro vorübergehend nicht im Programm hatte. Weil die Verkaufszahlen zurückgegangen waren, der Produktionsschwerpunkt Richtung SUVs verlagert wurde und die F-Plattform veraltet war.

Ford Mustang und Chevrolet Camaro als Filmstars

Und beide Muscle-Cars sind Kinostars. Der Ford Mustang gab sein Filmdebüt bereits 1964 im Streifen "Der Gendarm von Saint Tropez". Später folgten unzählige weitere Rollen. Zum Beispiel in "Bullitt" mit Steve McQueen am Steuer eines 68er Mustang GT.

Sein ewiger Rivale erlebt seit dem Jahr 2007 regelmäßig große Filmsternstunden - als ein "Autobot" namens Bumblebee in der Action-Reihe "Transformers". Zunächst war Bumblebee ein veralteter, ungepflegter und verrosteter 1977er Camaro der zweiten Generation. Kurzum: eine Schrottkarre. Später wurde aus ihm ein sehenswertes und modernes Muscle Car.

Für Chevrolet zahlte sich die Rolle in Transformers voll aus. Der große Werbeeffekt befeuerte die Wiederauflage des Camaro ab 2009. Und machte ihn zum echten Mustang-Gegner. 2014 setzte Chevrolet in den USA 86.297 Modelle ab. Ford hinkte mit 82.635 hinterher. 2015 hat sich das Bild gedreht. Es steht nach dem ersten Halbjahr 68.290 zu 42.593 für Ford. Dank des neuen Mustang der sechsten Generation. Chevrolet zieht mit seiner ebenfalls sechsten Generation erst im vierten Quartal 2015 nach.

Neuer Mustang gegen neuer Camaro: Wer hat die Nase vorn? Auch wenn die Datenlage rund um den Camaro noch spärlich ist, wagen wir uns an einen ersten Vergleich der beiden Legenden.

Das Design der beiden Muscle-Car-Klassiker

Optisch gibt der Ford Mustang mit seiner langen Haube den Eleganteren. Der Camaro macht den kraftvolleren und muskulöseren Eindruck. Zwar sind beide exakt 4,784 Meter lang und der Camaro sogar um 1,9 Zentimeter schmaler (1,916 zu 1,897 Meter); aber der Chevy ist 3,3 Zentimeter flacher (1,381 zu 1,348 Meter).

Keines der beiden Pony Cars lächelt wie ein Mazda MX-5. Scheinwerfer, Kühlergrill und konturierter Motorhaube verschaffen ihnen einen "bösen" Blick. In der Seitenansicht fällt beim Camaro die hohe Gürtellinie auf. Dementsprechend flach sind die Scheiben, die schon bei den Vorgängern für eine schlechte Rundumsicht gesorgt hatten.

Das Heck ist bei beiden Autos recht hoch. Fastback-Style eben. Der Mustang behält auch in der sechsten Generation seine mehrfach geteilten Rückleuchten bei. Diesmal mit LED-Balken. Der Camaro trägt hier flache-breite Leuchten. Während der Camaro wahlweise auf 18 bis 20 Zöllern rennt, galoppiert der Mustang auf 19 Zoll großen Felgen.

Motor/Getriebe des Ford Mustang und Chevrolet Camaro

Ford und Chevrolet bieten für ihre Muscle Cars je sechs Antriebskonfigurationen an. Drei unterschiedliche Motoren – angefangen vom Vierzylinder-Turbo bis hin zum V8-Sauger – können mit zwei verschiedenen Getrieben kombiniert werden. Entweder einem manuellen Schalter oder einer Automatik.

In seiner sechsten Generation wird der Ford Mustang erstmals offiziell in Deutschland vertrieben. Zuvor überließ man das Feld den freien Importeuren. Hierzulande wird der Urvater der Pony-Car-Klasse nur mit dem 2,3-Liter-Vierzylinder-Turbo oder mit dem 5,0-Liter-V8 verkauft. Der 3,7-Liter-V6 mit seinen 304 PS und 380 Nm bleibt den USA vorbehalten.

Der EcoBoost-Vierzylinder mit variabler Ventilsteuerung und Direkteinspritzung bringt es in der Spitze auf 317 PS und 432 Nm. Auf Landstraßentempo soll der Vierzylinder den Mustang in 5,8 Sekunden feuern. Schluss ist laut Hersteller bei 234 km/h. Als Spritverbrauch nennt Ford in Verbindung mit dem Sechsgangschalter acht Liter, die Automatik soll den Mustang um 1,8 Liter durstiger machen.

Noch mehr schluckt logischerweise der V8: 13,5 Liter auf 100 Kilometer sind es, wenn manuell durch die sechs Gänge gezappt wird. 12 Liter, wenn die Sechsgangautomatik ran darf. Bei der Cabrio-Version geht der Spritkonsum noch ein bisschen nach oben – egal welcher Motor mit welchem Getriebe verbunden wird.

Bei den V8-Aggregaten zählt allerdings vor allem Leistung. 421 PS (in USA: 441 PS), 524 Nm, Vmax von 250 km/h und 0-100 in 4,8 Sekunden: So wirft der neue Ford Mustang dem Camaro den Fehdehandschuh hin. Und wie antwortet Chevy?

Spezifikationen und Preise für den Camaro, der ab Sommer 2016 in Europa einheizen soll, gibt es leider noch nicht. In den USA rollt er im vierten Quartal diesen Jahres auf den Markt. Top-Motorisierung ist der aus der Corvette bekannte 6,2-Liter-V8, der für den Einbau im Camaro leicht modifiziert wurde. Zum Beispiel am Abgaskrümmer. Der V8 leistet 461 PS und 617 Nm. Punkt für den Camaro. Verbrauchs- oder Sprintwerte hat Chevrolet noch nicht rausgerückt.

Weiterer Pluspunkt: die neue Achtgangautomatik. In der Z06 schaltet sie nicht nur prima. Zusammen mit der Gewichtskur von mindestens 90 Kilogramm sollte dank ihr der Verbrauch deutlich runtergegangen sein. Chevrolet spricht von fünf Prozent. Beim alten Modell betrug der Verbrauch des V8 13,1 Liter (Sechsgangautomatik) auf 100 km. Beim neunen darf man also mit 12,5 Litern rechnen.

Neben der Automatikvariante kriegt auch der Chevy-Kunde ein manuelles Sechsgang-Getriebe geboten. Als weitere Motorisierung stehen ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo (279 PS, 400 Nm) bereit – da wirkt der Ford moderner. Der V6 im Mustang hingegen klingt ein wenig nach Auslaufmodell, während der Chevy aus seinen 3,6-Liter mehr Leistung holt (340 PS, 385 Nm) und sogar mit einer Zylinderabschaltung aufwarten kann.

Fahrwerk/Gewicht - Mustang bekommt Einzelradaufhängung

Chevrolet promotet offensiv die technischen Fortschritte am Camaro. Mindestens 90 Kilogramm will man dem Muscle Car abtrainiert haben. Allein 12 Kilogramm durch Verwendung von Aluminium an den Achsen und 4,2 Kilo durch ein neues Alu-Armaturenbrett (vorher Stahl). 350 Stunden soll im Windkanal gearbeitet worden sein: für eine bessere Windschlüpfigkeit, weniger Auftrieb und eine bessere Kühlung.

Der neue Chevrolet Camaro baut auf der Alpha-Plattform auf – wie der der neue Cadillac ATS. Sollten die 90 Kilo Gewichtsverlust stimmen, würde der Camaro mit V8 rund 1.679 Kilogramm auf die Waage bringen. Die alte Generation wiegt 1.769 Kilogramm (mit Sechsgangautomatik). Zum Vergleich: Der neue Ford Mustang schleppt mit V8 und Sechsgangautomatik 1.732 Kilogramm mit sich herum. Abgespeckt hat der Mustang nämlich nicht. Trotz Motorhaube und Kotflügel aus Aluminium.

Einzelradaufhängung an der Hinterachse, die der Mustang jetzt erstmals bekommen hat, kennt der Chevrolet Camaro schon seit seiner fünften Generation. Für das kommende Muscle Car wurde nochmals nachgebessert. Mit dem Ziel, das Handling zu schärfen und die ungefederten Massen zu reduzieren. Für die Topversion SS wartet Chevrolet mit serienmäßigem Magnetic Ride-Dämpfersystem auf, das tausend Mal pro Sekunde die Straßenbeschaffenheit erfassen soll und die Stoßdämpfer entsprechend anpasst.

Das Fahrwerkstuning am Mustang haben wir schon ausprobiert: Zwar schwanke die Karosserie in schnellen S-Kurven subtil nach, und die Lenkung sei auf große breite Straßen eingestellt, befindet auto motor und sport-Tester Alexander Bloch, "ansonsten ist das Fahrwerk aber ein Riesenfortschritt zum Vorgänger. Alles wirkt viel präziser, leichtfüßiger und auf welligen Straßen spurtreuer".

Auch an die Vorderachse legte Ford Hand an. Sie ist nun straffer ausgelegt. Die elektrische Servolenkung soll zudem positiven Einfluss auf das Fahrverhalten nehmen. Bei der Gewichtsverteilung zeigt sich der Mustang leicht frontlastig (52:48 mit Vierzylinder, 53:47 mit V8). Sollte der Camaro hier ins Gleichgewicht kommen, wäre das ein Vorteil für ihn.

Innenraum - modern oder immer noch Plastik?

Im Innenraum haben beide Rivalen einen Sprung nach vorne gemacht. Zwar wirken die Oberflächen und Bedienelemente immer noch rustikaler als bei deutschen Herstellern. Trotzdem gelingt ein Ritt in edlere Weiden. Analoge und gut ablesbare Instrumente prägen das Bild im Mustang. Kultige Kippschalter sorgen für das passende Feeling. Auf der Mittelkonsole thront ein großes serienmäßiger 8-Zoll-Touchscreen, über den das SYNC 2 Kommunikations- und Entertainmentsystem bedient werden kann. Je nach Variante lassen sich die Passagiere auf Recaro-Sitzen nieder.

Im Camaro greift der Fahrer im Gegensatz zum Mustang in ein unten abgeflachtes Lenkrad, und blickt auf Wunsch in eine digitale Instrumententafel, die sich je nach Bedarf konfigurieren lässt - zum Beispiel mit Navigationshinweisen. Ebenfalls optional ist ein 8 Zoll großer Touchscreen mit Chevrolet MyLink auf der Mittelkonsole.

Ein paar nette Gimmicks haben sich die Amerikaner auch ausgedacht. Um die Lüftungsdüsen brachten die Designer einen Ring an, mit dem man die Temperatur regeln kann. Dadurch entfallen Schalter. Hinter der Mittelkonsole kann optional eine Ladematte zum induktiven Laden des Handys verlegt werden. Außerdem bietet Chevy eine Interieurbeleuchtung mit 24 wählbaren Farben an. Ford hält mit Projektionsleuchten in den Außenspiegeln, die das Pferd über den Asphalt galoppieren lassen, dagegen.

V8-Power für rund 40.000 Euro

Muscle Cars bieten viel Leistung, bleiben preislich aber auf dem Teppich. Den neuen Mustang gibt es in Deutschland ab 37.000 Euro. Mit V8 unter der Haube wird’s um 5.000 Euro teurer. Immer noch ein Wahsinnsangebot. Für den neuen Camaro sind noch keine Preise bekannte. Das alte Modell kostete mit 6,2-Liter-V8 ab 39.990 Euro. Es ist anzunehmen, dass sich der Neue in den Mustang-Regionen einsortieren wird.

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