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Nachsicht für US-Todesfahrer

Ein 89 Jahre alter kalifornischer Autofahrer, der mit einer Irrfahrt in Los Angeles den Tod von zehn Menschen verschuldet hat, kommt mit einer milden Strafe davon. Ein Richter verhängte am Montag (20.11.) eine fünfjährige Bewährungsstrafe gegen den Mann, wie die "Los Angeles Times" berichtete.

21.11.2006

Ihm drohten ursprünglich bis zu 18 Jahre Haft. Eine Jury hatte den Autofahrer zuvor des zehnfachen Totschlags für schuldig befunden. Er war im Juli 2003 mit seinem Auto in Santa Monica ungebremst durch einen Straßenmarkt gerast. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben, mehr als sechzig Passanten wurden verletzt.

Nach dem Urteil von Richter Michael Johnson hätte der gebrechliche Kalifornier zwar eine härtere Strafe verdient, aber es sei niemandem damit gedient, einen schwer kranken Mann hinter Gitter zu bringen, sagte der Richter. Der Verurteilte war nach Angaben seiner Anwälte zu schwach, um der Urteilsverkündung im Gerichtssaal beizuwohnen.

Verbrecherische Fahrlässigkeit

Der Autofahrer, der am Stock geht, hatte die Horrorfahrt ohne Verletzungen überstanden. Er sagte später, dass er das Auto nicht stoppen konnte. Seine Verteidiger sprachen während des sechswöchigen Prozesses von einem "schrecklichen Unfall", bei dem der Fahrer das Gaspedal mit der Bremse verwechselte. Die Anklage warf ihm verbrecherische Fahrlässigkeit vor. Der Richter prangerte die "unglaubliche Herzlosigkeit" und "enorme Gleichgültigkeit" des Mannes an. Er hatte sich nie öffentlich entschuldigt oder im Gericht Reue gezeigt.

Das Auto raste mit hoher Geschwindigkeit durch den Markt, die Stände wurden zertrümmert. Die Marktbesucher hatten keine Chance zum Ausweichen. Das jüngste Opfer war sieben Monate alt. Eine Leiche landete auf der Windschutzscheibe des Todesfahrers. "Warum sind sie denn nicht aus dem Weg gegangen", sagte der 89-Jährige nach Angaben von Augenzeugen, als sein Auto nach 250 Metern zum Stehen kam. Dies sei eine "unglaublich gefühlskalte" Reaktion gewesen, betonte der Richter bei der Urteilsverkündung.

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