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Neue Hauptuntersuchung

Sicherheitssysteme auf dem Prüfstand

Hauptuntersuchung Foto: Reinhard Schmid 17 Bilder

Die Zahl ist alarmierend: Allein im vorigen Jahr wurden von den Ingenieuren der deutschen Prüforganisati­onen 60.000 Airbag-Mängel im Zuge der Hauptuntersuchung festgestellt - oft eine böse Überraschung für Zweit-oder Drittbesitzer des Fahrzeugs.

26.09.2009 Brigitte Haschek Powered by

Dies dürfte allerdings nur die Spitze des Eisbergs markieren, denn bislang hat sich die Kon­trolle elektronischer Sicherheitskomponenten im Auto auf konventionelle Sicht- und Funktionsprüfungen be­schränkt. Doch das hat sich jetzt geändert. 

Acht Elektro­nik-Baugruppen stehen nun zusätzlich auf dem Prüfstand

Seit dem 1. April 2006 ist die Untersuchung von sicherheitsrelevanten elektronisch gere­gelten Bauteilen auf Basis einer entsprechenden Änderung der Straßenverkehrs-Zulassungs­ordnung beschlossene Sache. Bei Modellen ab diesem Bau­jahr wird jetzt auch geprüft, ob etwa Gurtstraffer oder Stabili­tätsprogramme noch einwand­frei sind. Die gesamte privat genutzte Neuwagen-Populati­on von 2006 rollt in diesem Jahr erstmals in die Prüfhallen von TÜV, Dekra und Konsorten und hat den erweiterten Check zu absolvieren. Acht Elektro­nik-Baugruppen stehen nun zusätzlich auf dem Prüfstand: Brems- und Lenkanlage, aktive Lichttechnik, Rückhaltesysteme, Airbags, dynamischer Überrollschutz, Geschwindig­keitsbegrenzer sowie Fahrdy­namikregelungen mit Bremseingriff.

Die Fahr­zeugsystemdaten GmbH entwickelt Prüfvorgaben für die Sachverständigen

Um das zu ermöglichen, war Pionierarbeit vonnöten. Zu die­sem Zweck formierte sich vor knapp fünf Jahren die Fahr­zeugsystemdaten GmbH, kurz FSD genannt, in Dresden. Gründer und Gesellschafter des Unternehmens sind alle deutschen Prüforganisati­onen. Im technischen Beirat sitzen zudem noch Vertreter des Verbands der deutschen Automobilindustrie und der internationalen Kraftfahrzeugher­steller, der Autohersteller, des Kraftfahrzeuggewerbes und des Verkehrsministeriums. Die FSD ist mit einem Etat von rund 20 Millionen Euro pro Jahr ausgestattet, den die Autofah­rer mit einem Ein-Euro-Obolus zusätzlich zur Hauptuntersu­chungs-Gebühr finanzieren.

Das 80 Mitarbeiter zählende Unternehmen trägt seit 2006 die spezifischen Daten sämt­licher Sicherheitssysteme der jeweiligen Autohersteller und deren Modellen zusammen und entwickelt entsprechende, standardisierte Prüfvorgaben für die Sachverständigen - Gleiches gilt übrigens auch für Nutzfahrzeuge, Busse und Mo­torräder. "Je nach Fahrzeug und Sicherheitsausstattung dauert dies mindestens 14 Ta­ge", sagt FSD-Produktionslei­ter René Babick. In Ausnahme­fällen könne der Zeitaufwand doppelt so hoch sein.

Die Hersteller sind übrigens vom Gesetzgeber in die Aus­kunftspflicht gegenüber der FSD genommen. Mittlerweile umfasst deren Datenbank In­formationen für über 60 Millio­nen Fahrzeuge. Die Brücke in die Prüfhalle schlägt die so ge­nannte Systemdaten-Recher­che-Anwendung, eine spezielle Software, mit der die Laptops der Sachverständigen ausge­rüstet sind.

Die Fahrzeugidentifizierungs­nummer (FIN) fungiert als Schlüssel

"Anhand der FIN sieht der Sachverständige, mit welcher individuell bestellten und verbauten Sicherheitstech­nik das Fahrzeug ausgerüstet sein muss", sagt Hans-Ulrich Höhn, Leiter der TÜV-Süd-Nie­derlassung in Dresden. Die Recherche-Anwendung prüfe dann, ob alle Systeme an Bord und korrekte Programmversi­onen vorhanden seien und ein­wandfrei arbeiteten.

Doch die Entwicklung geht weiter: In der FSD-Erprobung ist der so genannte HU-Adap­ter, der an die On-Bord-Dia­gnose-Schnittstelle aufgesetzt wird und die fahrzeug-spezifischen Daten für die Prüf-Software übersetzt. Das soll ab nächstem Jahr den Elektronik-Check vereinfachen.

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