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Baby-Tiguan, Peugeot 2008, Audi Q1 & Co.

Das sind die neuen kleinen Offroader

VW Baby-Tiguan, Polo-SUV, Retusche Foto: Christian Schulte 28 Bilder

Der Erfolg des Nissan Juke ruft die Konkurrenz auf den Plan. VW arbeitet am Baby-Tiguan, Ford bringt den Ecosport nach Europa, und Fiat setzt auf den 500X. Alles über die neuen Mini-SUV.

07.05.2012 Jens Katemann

Als Nissan seine treuen Almera-Kunden 2006 mit der Nachricht schockte, dass die Limousine durch den vanartigen Note und den kompakten Crossover Qashqai ersetzt wird, fassten sich nicht wenige Branchenexperten an den Kopf. Doch der Erfolg gibt den Japanern recht. Der 4,33 Meter lange Nissan Qashqai setzte als Erster auf eine Optik, die nichts mehr mit klassischen Geländewagen zu tun hat, sondern sich konsequent an den Bedürfnissen von Limousinen- und Kombi-Fahrern orientiert. Er begründete damit quasi die Gattung Kompakt-SUV (Sport Utility Vehicle), so wie sie heute existiert.

Und was in der Kompaktklasse funktioniert hat, klappt sicher auch ein Nummer kleiner, dachten sich die Nissan-Produktplaner und stellten 2010 einen eigenwillig gestylten, nur 4,14 Meter kurzen Crossover namens Nissan Juke in die Ausstellungsräume der Händler. Wieder ging die Rechnung auf: 2011 verkaufte Nissan europaweit über 122.000 Einheiten, was einem Marktanteil von über 50 Prozent in diesem Segment entspricht.

Peugeot Urban Crossover 48 Sek.

Opel Mokka kommt noch Ende 2012

Doch wie beim Nissan Qashqai wird der Vorsprung des Nissan Juke in den kommenden Jahren abschmelzen. Die Aufholjagd der Konkurrenz startet schon im Spätherbst mit der Einführung des Opel Mokka, viele weitere Juke-Gegner folgen ab 2013. Diesmal sind es die Franzosen, die früh auf den fahrenden Zug aufspringen. Peugeot streicht in der neuen 208-Baureihe den Kombi und ersetzt ihn durch einen nur 3,80 Meter kurzen Crossover namens Peugeot 2008. Renault folgt dem Beispiel von Allianzpartner Nissan und legt auf Basis des Juke den Renault Capture auf.

Dritter im Bunde ist Ford mit dem neuen Ford Ecosport. Dem US-Autoriesen kommt dabei seine so genannte "One Ford Strategy" zugute. Das Prinzip: Ford konzipiert seine Modelle stets so, dass sie grundsätzlich auf allen Weltmärkten angeboten werden können. Den Maßstab in puncto Qualität und Sicherheit setzen dabei die Europäer, die weltweit als die anspruchsvollsten Kunden gelten. Mit der bislang nur in Südamerika verkauften Baureihe Ecosport kann Ford kurzfristig auf den Trend zu kleinen SUV reagieren. Es ist geplant, den Ford Ecosport mit leichten Modifikationen ab 2013 auch nach Europa zu bringen.

VW lässt sich mit dem Baby-Tiguan Zeit

VW lässt sich dagegen noch etwas Zeit. "Ja, intern wird an einem solchen Auto gearbeitet", heißt es aus Wolfsburg, aber das Projekt sei vom Vorstand noch nicht verabschiedet. Ein Designentwurf existiert bereits, denn "Entscheidungen über ein Auto werden bei VW nicht am Bildschirm getroffen". Nach unseren Informationen orientiert sich die Optik des kleinen SUV an der nächsten Tiguan-Baureihe. Als möglicher Marktstart wird Ende 2015 bis Mitte 2016 anvisiert.

Der Baby-Tiguan misst gut vier Meter und soll besonders hochwertig gestaltet werden. "Es geht eher in die Richtung, ein eigenständiges Modell mit Premiumanspruch zu kreieren und nicht ein Polo-Derivat im Offroad-Look", sagt ein mit dem Projekt vertrauter VW-Mitarbeiter. Neben dem üblichen Frontantrieb wird deshalb auch der teurere, für den aktuellen Polo nicht verfügbare Allradantrieb im Lastenheft stehen. Dazu kommen Technologien wie Elektro- und Hybridantrieb sowie eine Erdgas-Version.

Kleinwagen-SUV Fiat 500X für Ende 2013 geplant

Bei Fiat bringt die zunehmende Verzahnung mit Chrysler weitere gemeinsame Produkte wie den für Ende 2013 geplanten Kleinwagen-SUV Fiat 500X hervor. Dabei handelt es sich um eine Cross-Version des Ende 2012 startenden Kompaktvans 500L. Beide Modelle sind zwar optisch eigenständig, lehnen sich aber an das Design des 500 an. Eine Strategie, die bereits bei Mini mit dem Countryman erfolgreich war. Unterstützt wird der Fiat 500X ab Mitte 2014 von einem Schwestermodell der Marke Jeep, das ebenfalls in Italien vom Band laufen soll. Fiat erwartet für beide Modelle zusammen einen Absatz von bis zu 280.000 Einheiten pro Jahr. Mit der Markteinführung des Fiat 500X endet auch die Kooperation mit Suzuki, wo bislang der kleine SUV Fiat Sedici gebaut wurde. Dieser teilt sich die Technik mit dem Suzuki SX4, der 2013 ebenfalls einen Nachfolger bekommt. Suzuki plant zudem, seine Offroader-Palette durch einen kleinen Lifestyle-SUV zu ergänzen. Ob dieser allerdings auch nach Europa kommt, steht noch nicht fest.

Und was macht Smart? Eine Serienproduktion der Pickup-Studie, die im Januar auf der Auto Show in Detroit gezeigt wurde, sei machbar, aber noch nicht beschlossen, kommentierte Daimler-Vertriebschef Schmidt. Wahrscheinlicher ist ein kompakter Smart-SUV mit einer Länge von rund 4,20 Metern, der auf eine Basis des Daimler-Kooperationspartners Renault-Nissan zurückgreift. Daimler setzt in diesem Segment aber nicht allein auf Smart. Der 4,30 Meter lange Mercedes GLA, der auf der neuen A-Klasse-Architektur basiert, rollt schon Ende 2013 zu den Händlern. Beim Rivalen Audi wird diskutiert, ob es sinnvoller ist, einen eigenen kleinen SUV namens Audi Q1 oder eine Cross-Version des A1 zu bringen.

Toyota Urban Cruiser floppt wegen Kleinwagen-Design

Fazit dieser beeindruckenden Modellflut: Nissan hat mal wieder erfolgreich ein neues Fahrzeug-Segment angezettelt.

Toyota hat den Trend zu kleinen SUV zwar ebenso wie Nissan früh erkannt, konnte aber kein Kapital daraus schlagen. Während der Nissan Juke sechsstellige Verkaufszahlen schafft, reichte es für den Toyota Urban Cruiser in Europa zuletzt nicht einmal für 10.000 Einheiten pro Jahr. Im besten Verkaufsjahr 2009 waren es gut 17.000, 2011 entschieden sich nur knapp 7.000 Kunden für einen Urban Cruiser. Technisch basiert das 3,93 Meter lange Modell auf dem Kleinwagen Yaris. Eine Erklärung für die unterschiedlichen Verkaufsentwicklungen von Juke und Urban Cruiser sind deutliche Designunterschiede. Während der Nissan unverkennbar auf Crossover macht, sieht der Toyota mehr wie ein konventioneller Kleinwagen aus.

Kleine SUV in Europa

Bis zum Marktstart des Nissan Juke im Jahr 2010 fristete das Segment der Mini-Offroader nur ein Nischendasein. Meistverkauftes Modell war der Suzuki SX4 mit lediglich rund 50.000 Einheiten jährlich. Doch gleich im ersten vollen Produktionsjahr überholte der frech gestylte Juke den Suzuki mit über 120.000 Einheiten deutlich. Nach Einschätzung der Marktbeobachter von IHS Automotive dürften auch die anderen Frühstarter Opel Mokka, Peugeot 2008 und Renault Capture vom Boom profitieren, bevor weitere neue Modelle anderer Hersteller den Vorsprung aufholen können. Insgesamt erwartet IHS Automotive, dass das Segment in Europa von gut 100.000 Einheiten im Jahr 2009 bis 2018 auf über 500.000 wächst.

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