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Neue Kompakt-SUV bis 2018

Noch mehr Vielfalt im Trend-Segment

Audi Q3 Foto: Christian Schulte 30 Bilder

Einblicke in geheime Produktpläne zeigen: Der Kompakt-SUV wird vom Nischenauto zum Massenphänomen und schickt sich an, Golf und Co. den Rang abzulaufen. Wie sich Audi, BMW, Mercedes, Mini, Land Rover, Opel und VW aufstellen? Bitte schön.

10.07.2014 Jens Katemann, Jens Dralle Powered by

Deutschland, eine Nation der Abenteurer, ganz Europa gar? Die ungebremste Nachfrage vor allem nach kompakten SUV legt diese Vermutung nahe. Aktuell ist allerdings nach wie vor der VW Golf Deutschlands meistverkauftes Auto, die Kompaktklasse immer noch so etwas wie die Mitte der automobilen Gesellschaft. Aber wie lange noch? Die Produktpläne der Hersteller jedenfalls sind gespickt mit neuen kompakten SUV-Modellen. Die Folge: Bis 2020 steigt die Zahl der Kompakt-SUV-Zulassungen deutlich an, während spürbar weniger Kunden zu klassischen Kompakten greifen werden – das jedenfalls erwarten die Marktbeobachter von IHS Automotive. Eine Einschätzung, die sich mit einer auto motor und sport-Nutzerbefragung im Online-Portal Meinungsbildner.net deckt. Danach will jeder vierte Kompaktwagenfahrer künftig auf einen kompakten SUV umsteigen.

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Neuheiten Kompakte SUV
auto motor und sport 14/2014
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Audi mit bis zu 3 Kompakt-SUV im Angebot

Um von diesem offenbar bevorstehenden Boom der kompakten SUV besonders stark zu profitieren, sortiert Audi seine SUV-Palette neu, wird in dieser Klasse statt bislang eines in Zukunft bis zu drei Modelle dieser Fahrzeugart im Angebot haben. Der Nachfolger des aktuellen Audi Q3 wächst um wenige Zentimeter auf gut 4,40 Meter. Damit schafft er Platz für ein gut vier Meter kurzes Crossover-Modell darunter, das auf das Kürzel Q1 hört. Gleichzeitig wahrt der Q3 den Abstand zum Mittelklasse-SUV Q5 (Länge: 4,60 Meter). Diskutiert wird intern darüber hinaus sogar eine Serienversion der in Peking vorgestellten SUV-Interpretation des Sportwagens TT, womit Audi dann gleich drei kompakte Sport Utility Vehicles im Programm hätte. In der Vertriebsabteilung herrscht allerdings eine gewisse Skepsis, ob sich ausreichend Kunden für einen Audi TT-SUV mit seinem eher geringen praktischen Nutzen entscheiden.

Los geht die Kompakt-SUV-Offensive von Audi Anfang 2017 mit dem Q1, der nach auto motor und sport-Informationen eher mit den bekannt klaren Linien daherkommen wird. Er bekommt dennoch den in diesem Jahr mit den SUV-Studien aus Detroit (Januar) und Peking (April) vorgestellten modifizierten Single-Frame-Grill – allerdings in leicht abgewandelter Form. Die Audi-Ringe zum Beispiel wandern bei den SUV-Modellen traditionsgemäß in den Grill. Auf der Motorhaube tragen sie nur die Audi-Sportwagen. Deutlich bulliger, expressiver soll der Audi Q3 werden. Der neue Audi-Chefdesigner Mark Lichte ist begeistert von Audi-typischen Stilelementen wie den ausgestellten, breiten Radhäusern des Ur-Quattro, die er in den künftigen Modellen – neu interpretiert – aufnehmen will. Wie so etwas aussehen kann, hat er bei der diesjährigen Wörthersee-Studie bereits angedeutet.

Neuer Audi Q3 mit Plug-in-Technologie

Technisch rollt Audi mit Q1 und neuem Q3 den modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns weiter aus. Beide Modelle basieren auf dieser in Länge und Breite sehr flexiblen Architektur, die sämtliche alternativen Antriebe von Erdgas bis Plug-in-Hybrid ermöglicht. Beim nächsten Q3 bringt das für die konventionellen Antriebe noch einmal gut zehn Prozent Verbrauchsreduzierung. Für ihn wird es im Laufe des Modellzyklus die Plug-in-Technologie geben, für den kleinen Q1 ist das nicht vorgesehen, da er im preissensibleren Wettbewerbsumfeld nicht auf die erforderlichen Stückzahlen kommen dürfte.

Rund um die Entwicklung des Q1 ist bei Audi die Diskussion über einen Dreizylindermotor entbrannt. "Einen Dreizylindermotor in Kombination mit einem E-Motor kann ich mir bis hoch in die Mittelklasse durchaus vorstellen", sagt Audi-Chefentwickler Ulrich Hackenberg. Allerdings: Ohne E-Unterstützung liefern moderne aufgeladene Vierzylinder annähernd vergleichbare Effizienz, bieten aber eine wesentlich höhere Laufkultur – und das passe besser zu einer Premiummarke wie Audi, heißt es aus Konzernkreisen. Also kein Auto nur mit Dreizylinder? Doch, aber wohl nur der A1.

Mercedes GLA ab 2017 auf neuer und leichterer Plattform

Auch Mercedes beschränkt sich beim Einsatz des gemeinsam mit Renault entwickelten Dreizylinders auf die Kleinstwagenmarke Smart. Mit dem seit einem Jahr erhältlichen GLA hat die Marke mit dem Stern im Kompakt-SUV-Segment derzeit nur ein Modell im Programm. Das dürfte sich mit dem Modellwechsel 2017 ändern. Modellwechsel nach rund vier Jahren? Sie lesen richtig. Mercedes verabschiedet sich frühzeitig von der noch gemeinsam mit Chrysler entwickelten Frontantriebs-Architektur und ersetzt sie ab Ende 2016 durch eine neue, gut zehn Prozent leichtere Plattform. "Diese neue Architektur werden wir nicht mit Renault teilen", sagt ein Insider. Ein Einsatz bei der Nissan-Premiumtochter Infiniti sei aber nicht ausgeschlossen. Erstes Modell auf der neuen Basis wird die B-Klasse.

Warum der frühe Wechsel? Die bisherige Plattform ist für viele technische Innovationen wie Fahrerassistenzsysteme und alternative Antriebe nicht geeignet. Mercedes will aber Technik wie die Stereokamera samt teilautonomem Fahren, Head-up-Display oder alternative Antriebe wie den Plug-in-Hybrid aus den höheren Klassen schnell in die Kompaktklasse bringen – und das geht nur mit einer neuen Plattform. Von ihr abgeleitet wird es erneut eine Hocharchitektur geben, in der Erdgasflaschen genauso Platz finden wie größere Batteriepacks für Elektro- und Plug-in-Modelle. Die nächste GLA-Generation wird zum Beispiel als Plug-in-Hybrid erhältlich sein. Außerdem ist eine Coupé-Variante im Stil des 2014 in Peking vorgestellten M-Klasse-Coupés in der Diskussion. Damit hätte auch Mercedes künftig zwei Kompakt-SUV im Programm. Weitere Idee: ein City-SUV mit Stilelementen des kernigen G-Modells und einer Länge von rund vier Metern. Eine Vorstandsentscheidung dazu fehlt aber noch.

Opel bringt Kompakt-SUV unterhalb des Mokka

Eine große Vielfalt an kompakten SUV wird es aber nicht nur für Premiumkunden geben. Opel legt neben dem bekannten Mokka ein weiteres kompaktes Sport Utility Vehicle mit der Anmutung des beliebten Kleinwagens Adam auf. Mit einer Länge von etwa 4,20 Metern ist der Crossover im Stil eines Renault Captur oder Peugeot 2008 knapp zehn Zentimeter kürzer als der Mokka und verzichtet gänzlich auf Allradantrieb.

Kurze Überhänge und eine breite Spur prägen die stämmigen Proportionen, großflächige Sicken in den vorderen Türen und schwarz umrandete Radläufe das Design. Innen orientiert sich das Cockpit-Layout am nächsten Astra, der auch bei Verarbeitung, Materialauswahl und Infotainment einen deutlichen Schritt nach vorn macht. Anders als der heutige Meriva, der bei den Abmessungen im gleichen Segment angesiedelt ist, verzichtet der neue Crossover auf bisherige Opel-Spezialitäten wie gegenläufig öffnende Fondtüren oder verschiebbare Rücksitze.

Beim Antrieb steht die komplette Bandbreite der neuen Motoren zur Wahl, von denen die 1,6-Liter-Benzin- und Diesel-Direkteinspritzer bereits heute im Astra zu haben sind. Demnächst startet der neue Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner im Adam. Dazwischen wird noch ein 1,4-Liter-Benziner platziert. Mit seinem ausgeprägten Spieltrieb hinsichtlich individueller Lack- und Polsterkombinationen sowie dem umfangreichen Infotainment-Angebot zielt der Opel auf Stadt-Cowboys, die bislang nur bei Mini fündig wurden.

Neuer Mini Countryman mit mehr Platz

Bei der BMW-Tochter steht Ende 2016 die Ablösung des Mini Countryman an, der – nicht wirklich überraschend – deutlich wächst. "Kaum bekamen unsere Kunden einen Kinderwagen im Countryman unter, fragten einige, warum nicht auch noch Platz für einen zweiten ist", verrät ein BMW-Manager. Damit dürfte es jedoch auch in der zweiten Generation knapp werden, die auf der neuen Frontantriebs-Architektur aufbaut und von bislang 4,10 auf rund 4,30 Meter wächst.

Das Kofferraumvolumen dürfte dabei auf jene 450 Liter klettern, die das aktuelle Modell nur bei weit vorgeschobener Rückbank bietet. Und die Technik? Drei- und Vierzylinder-Turbomotoren, die ein Leistungsspektrum von 102 bis rund 220 PS abdecken. Allradantrieb? Klar, als Option, aber längst nicht für alle Triebwerke. Übrigens: Der zweitürige Paceman zieht mit dem Produktionsende 2016 in das Walhalla glückloser Automobil-Ideen ein. Auch die Kollegen von Land Rover mussten lernen, dass auf zweitürige Gelände-Coupés offenbar nur wenige gewartet haben, denn ihr Range Rover Evoque wird zu 80 Prozent als Viertürer gekauft. In der zweiten Generation (ab Ende 2017) dürfte es daher vor allem Varianten geben, die mehr oder weniger Nutzwert bei ähnlicher Formensprache bieten. Vom aktuellen Modell folgt noch in diesem Jahr ein 285 PS starkes Sportmodell.

Neuer BMW X1 mit Frontantrieb

Nischenkönig BMW zögert ebenfalls noch mit einer neuen Baureihe, die dem nächsten X1 zur Seite gestellt werden könnte: dem X2. Obwohl der X6 mit großem Erfolg läuft – wenn auch nicht unbedingt in Deutschland – und die Reaktionen auf den X4 ebenfalls bislang positiv ausfielen, heißt es aus München: "Wir müssen nicht jede Ziffer in der X-Reihe mit einem Modell belegen." Zunächst kommt daher der X1 in neuer Form, was sich weniger auf die Optik, wohl aber auf die Technik bezieht.

Wie der nächste Einser und der Zweier Active Tourer basiert der kompakte SUV auf der sogenannten UKL-Architektur. Das bedeutet, dass der BMW als Fronttriebler vom Band läuft – zumindest mit den leistungsschwächeren Triebwerken. Dabei handelt es sich auch um Dreizylinder-Benziner und -Diesel, die allerdings noch nicht von Verkaufsbeginn an zur Verfügung stehen werden. Der Dreizylinder gilt allerdings als fester Bestandteil der Plug-in-Hybrid-Variante des X1, die Ende 2017 in Produktion gehen könnte. Wie schon beim aktuellen Modell schicken die Motoren mit mindestens 140 PS Leistung ihre Kraft optional an alle vier Räder, ab 200 PS zählt xDrive zum Serienumfang. Und was ist nun mit dem X2? Die Chancen stehen gut, denn die neue Architektur erlaubt eine flexible Produktion mit dem X1, und der Markt saugt derzeit nahezu alles auf, worauf sich das SUV-Label pappen lässt – solange die Modelle über vier Türen verfügen.

VW will daher dem Tiguan CC eine Chance geben, der sich von der Studie Cross Coupé ableitet. Überhaupt stellt sich der Konzern künftig breiter auf, bringt den nächsten Tiguan (ab 2015) auch als Siebensitzer. Warum? Weil das Management weniger die Gefahr sieht, dass kompakte SUV dem Golf die Käufer streitig machen könnten, wohl aber den Vans. Doch nicht nur bei den Karosserievarianten bekommen die Käufer mehr Auswahl. Der VW lässt sich gegen Aufpreis mit Head-up-Display und LED-Scheinwerfern ausrüsten. Ebenso in Vorbereitung: ein Plug-in-Hybridantrieb. Doch auch die konventionellen Triebwerke sollen bis zu 20 Prozent sparsamer werden, denn bei aller Abenteuerlust der Autokäufer: Säufer mag niemand mehr.

Kompakte SUV - Wer hat’s erfunden? Nissan!

Früh hat Nissan das Potenzial des SUV erkannt. Die Japaner entschlossen sich 2007 zu einem mutigen Schritt: Nach erfolglosen Kompaktwagen buhlte mit dem Qashqai nun ausschließlich ein Crossover-Modell im Kompaktsegment um Kunden. Die erste Generation wirkte zwar nicht unbedingt wie ein Offroader, überzeugte allerdings in den darauffolgenden sieben Jahren stetig mehr Käufer – bis zum Modellwechsel. Nun ist die zweite Generation am Zug, leicht gewachsen, mit einem individuelleren Design. Apropos: Eine Klasse darunter wagte Nissan 2011 denselben Schritt und schickte den, nun ja, außergewöhnlichen Juke ins Rennen – ebenfalls mit Erfolg. "Tatsächlich bewies Nissan mit beiden Modellen ein exzellentes Gespür für Kundenwünsche. Fahrzeuge, die wie der Qashqai über den gesamten Lebenszyklus hinweg Käufer hinzugewinnen, sind eine Ausnahme", bestätigt Henner Lehne von IHS Automotive. Und weshalb kommt nun mit dem Pulsar wieder ein konventioneller Kompaktwagen auf den Markt? Eine Trendwende? Nein. Stattdessen soll der inzwischen wieder hohe Bekanntheitsgrad der Marke auch diesem Modell zum Erfolg verhelfen – schließlich wächst das Kompaktsegment ebenfalls weltweit weiter.

Pro und Contra

Chefredakteur Jens Katemann: "Mehr Vielfalt heißt mehr Auswahl für uns - Was soll die Diskussion über Sinn und Unsinn von SUV? Wer keinen will, muss keinen kaufen. Nur weil Audi einen Q1, Q3 und eventuell einen TT-SUV auf den Markt bringt, fallen angestammte Modelle ja nicht unbedingt raus aus dem Programm. Vorbei sind zudem die Zeiten, in denen Offroader mit dem cw-Wert einer Schrankwand unnötig Sprit schluckten. Ansprechendes Design, gutes Raumangebot, bequemer Einstieg: Es spricht viel für SUV. Der Boom erscheint mir auch angesichts der überalternden Gesellschaft nur konsequent."

Chefreporter Jens Dralle: "Mehr Vielfalt? Gerne – aber warum bei SUV? - Porsche 911, Land Rover Defender, Mercedes S-Klasse, Mini – sie alle wurden zu Legenden, weil sie jeweils eines besonders gut können. Schnell, überallhin, komfortabel oder in jede Lücke fahren. Und ein SUV? Kann angeblich alles, aber doch nichts richtig. Speziell ohne Allradantrieb zählen solche Autos zu den größten Albernheiten, denn sie fahren unkomfortabler und ineffizienter als vergleichbare Kompakte. Aber dafür kosten sie mehr, na toll. Ich bevorzuge weiter klassische Kompakte, denn die können wirklich (fast) alles."

In unserer Fotoshow erwarten Sie spannende Designretuschen der neuen Kompakt-SUV.

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